Oberfranken

Therme Fichtelberg Gemeinderat lehnt Bürgerentscheid ab

Die Gemeinde Fichtelberg hat am Dienstagabend (22.01.13) dem schnellen Wiederaufbau der abgebrannten Therme eine Absage erteilt. Die Fragestellung des Bürgerbegehrens sei juristisch nicht zulässig.

Stand: 23.01.2013
Großbrand in Fichtelberg-Therme | Bild: picture-alliance/dpa

Die Bürgerinitiative "Schneller Wiederaufbau" hatte gemeinsam mit der CSU-Gemeinderatsfraktion im Dezember mehr als 400 Unterschriften bei der Gemeinde eingereicht. Die für einen Bürgerentscheid nötige zehn Prozent-Hürde der wahlberechtigten Bürger in Fichtelberg wurde damit weit überschritten. Laut CSU wären etwa 150 Unterschriften nötig gewesen, um einen Bürgerentscheid herbeizuführen. Doch für den Gemeinderat stand am Dienstagabend fest: Weil die darin formulierten Fragestellungen juristisch nicht zulässig sind, ist es der geplante Bürgerentscheid auch nicht. 

Schneller Wiederaufbau gefordert

Die beiden Fragestellungen stellten sich nach juristischer Prüfung in mehreren Punkten als rechtlich nicht zulässig heraus, sagte Bürgermeister Jose Ricardo Castro Riemenscheider (Christlich Sozialer Förderkreis) dem Bayerischen Rundfunk. Die CSU-Gemeinderatsfraktion hatte gemeinsam mit der Bürgerinitiative gefragt, ob die Fichtelberger Bürger für einen schnellen Wiederaufbau der Therme mit Badbetreiber Heinz Steinhart und ohne finanzielle Beteiligung der Gemeinde seien. Dies käme einer öffentlichen Vergabe eines Bauauftrages gleich, die ohne Ausschreibung nicht rechtens ist. Dies sei ein Verstoß gegen das Vergaberecht, erläuterte Geschäftsleiter Matthias Jeitner.

Zudem zielte die Fragestellung auf die Wiederbelebung eines Vertrages zwischen der Gemeinde und Badbetreiber Heinz Steinhart. Von diesem Vertrag sind beide Parteien aber längst zurückgetreten. Eine Wiederbelebung ist somit nicht möglich, das ist zivilrechtlich so festgesetzt, sagte Jeitner weiter.

Gästezahlen eingebrochen

Die CSU-Fraktion kündigte an, das Bürgerbegehren von ihrer Seite erneut prüfen zu lassen. Die Gemeinderatssitzung endete in einer hitzigen Diskussion. Derweil fordern vor allem Hotel- und Gaststättenbetreiber eine schnelle Entscheidung über die einstige Touristenattraktion. Bereits im Oktober 2012 seien die Gästezahlen um 13 Prozent zurückgegangen. "Das Dorf ist leer", sagte damals die Vorsitzende des Fremdenverkehrsvereins Marianne Specht. Vor allem Stammgäste hätten ihre Buchungen wegen der abgebrannten Therme storniert.

Badbetreiber und Bürgermeister streiten

Im Mai 2012 war die Kristalltherme komplett abgebrannt. Seitdem ist zwischen Badbetreiber Heinz Steinhart und dem Fichtelberger Bürgermeister Jose-Ricardo Castro Riemenschneider (CSF) ein Streit um den Wiederaufbau entbrannt. Es geht unter anderem um die strittige Frage, wer als Eigentümer des abgebrannten Bades ins Grundbuch eingetragen werden soll. Derzeit ist die Gemeinde Eigentümer. Badbetreiber Steinhart sollte eigentlich 2011 nach geleisteten Zahlungen als Eigentümer eingetragen werden, doch wegen der ausstehenden Zahlungen habe die Gemeinde ihn verklagt, so der Pressesprecher des Oberlandesgerichts Bamberg, Franz Truppei.

Gütliche Einigung?

Nach Auskunft des Gerichts fordert die Gemeinde angeblich auch ausstehende Pachtkosten, Lohnkosten sowie Müll- und Kanalgebühren von Badbetreiber Steinhart. Dieser hatte im Gegenzug Widerklage eingereicht. In den kommenden Wochen soll der Streit vor dem Oberlandesgericht Bamberg fortgesetzt werden. Erklärtes Ziel ist aber eine gütliche Einigung.


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3 Kommentare

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Horst, Samstag, 16.Februar, 06:21 Uhr

3. Ersatzlösung für Fichtelberg

Die Fichtelberger wissen offensichtlich nicht was sie wollen.
Dass der Bürgermeister kein KnowHow hat ein solches Bad zu planen und zu betreiben, dürfte nicht erstaunen. Ihm fehlt halt die Erfahrung.
Steinhart ist in diesem Geschäft absoluter Profi, dem braucht keiner erzählen, wie man ein Bad wirtschaftlich betreibt. Die Gäste kamen gerne zu ihm, ich auch .

Der Bürgermeister und seine "Geschäftsfreunde", haben es nun geschafft, dass ihnen die Stadt Weißenstadt ein richtig geiles Bad vor die Nase setzt.
Das wird ein "Magnet" in der Region werden. Fichtelberg und seine Bürger werden dabei auf der Strecke bleiben.

Mich freut es, weil ich nur noch halb so weit fahren muss.

Eventuell baut ja Herr Steinhart sein neues Bad nicht in Fichtelberg, sondern näher an der A9, dann haben es die Gäste noch einfacher.
Bad Berneck bräuchte auch noch ein tolles Bad ...

manuel sticht, Montag, 11.Februar, 15:55 Uhr

2. schwimmbad

ich finde das ein neues schwimmbad gebaut werden soll.

Beate Kohlschütter, Montag, 17.Dezember, 16:19 Uhr

1. wiederaufbau

Ich bin unbedingt dafür, dass die Radon- Therme wieder aufgebaut wird. Es gibt in Deutschland wenige Radon-Bäder, und die Umgebund von Fichtelberg ist sehr grün und entspannend. Die Therme in Bayreuth ist viel zu klein für alle Badewilligen in der Umgebung! Besonders zur Wagner-Festspielzeit, wenn es mal regnet.

Wichtig wäre ein, besser zwei , große Außenbecken. Davon kann man nie genug haben.

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