Oberfranken

Lichtenfels Betrug mit Verhütungsmitteln aufgedeckt

Der Zoll hat Tausende Ampullen eines in Deutschland nicht zugelassenen Verhütungsmittels beschlagnahmt. Die Staatsanwaltschaft Hof ermittelt gegen eine Bande aus Lichtenfels, die bundesweit fast 300 Frauenärzte versorgt haben soll.

Stand: 30.11.2012

Bei der Hauptbeschuldigten handelt es sich den Ermittlern zufolge um eine 57-jährige Arzthelferin aus Lichtenfels. Gemeinsam mit fünf Komplizen soll sie den Schmuggel und den Vertrieb der knapp 50.000 Verhütungsspritzen organisiert haben. Die in Deutschland nicht zugelassenen Medikamente soll ein Lkw-Fahrer regelmäßig aus der Türkei in die Bundesrepublik geschmuggelt haben.

Frauenärzte verabreichten illegale Ampullen

Die Medikamente sollen über eine tschechische Briefkastenfirma verkauft worden sein. Auf Autobahnparkplätzen im Raum Nürnberg wurden die Ampullen den Ermittlern zufolge an die Abnehmer verteilt. An dem Schmuggel seien auch Hunderte Frauenärzte aus dem gesamten Bundesgebiet beteiligt gewesen, teilte der Zoll mit. Sie sollen ihren Patientinnen die illegalen Verhütungsmittel verabreicht haben.

Lukratives Geschäft

In einem ähnlichen Verfahren ermitteln die Staatsanwaltschaft Wuppertal und das Zollkriminalamt seit einigen Monaten gegen mehr als 600 Gynäkologen. Diese sollen ihren Patientinnen ebenfalls in Deutschland nicht zugelassene Verhütungsmittel verabreicht haben. Das ist nach Angaben der Ermittler preiswerter als ein vergleichbares Präparat in Deutschland. Auf diese Weise hätten die Ärzte mehrere Millionen Euro umgesetzt.

Hintergrund

Die sogenannten Drei-Monats-Spritzen werden jeweils am ersten und fünften Tag des Zyklus verabreicht. Obwohl das Präparat in vielen Fällen zu starken unregelmäßigen Blutungen führt, müssen sich die Frauen für ein Vierteljahr keine Gedanken um die Verhütung machen.


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