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Internetkriminalität Zentralstelle Cybercrime kooperiert mit Uni Bamberg

Betrug, Bankraub, Erpressung oder Drogenhandel: Verbrechen im Internet florieren. Vor einem Jahr hat die Zentralstelle Cybercrime in Bamberg ihre Arbeit aufgenommen. Nun will sie mit der Universität in Bamberg kooperieren.

Stand: 08.07.2016

Generalstaatsanwalt Thomas Janovsky und der Präsident der Universität Bamberg Godehard Ruppert unterzeichnen eine Kooperations-Vereinbarung. | Bild: BR Studio Franken/Carlo Schindhelm

Ziel der Kooperation sei es, das Wissen der Forscher für eine effektivere Strafverfolgung zu nutzen, sagte Janovsky. Für die Wissenschaft an der Universität wiederum sollen sich neue praxisrelevante Forschungsbereiche eröffnen. Eine entsprechende Vereinbarung haben nun der Generalstaatsanwalt Thomas Janovsky und der Präsident der Universität Bamberg Godehard Ruppert unterzeichnet.

Informationsaustausch

Konkret geplant sei ein gegenseitiger Austausch von Informationen bei der Computer- und Internetkriminalität. Darüber sollen Mitarbeiter der Zentralstelle für Cybercrime an Lehrveranstaltungen wie etwa Seminaren und Vorlesungen der Universität teilnehmen. Die Universität will im Gegenzug die Zentralstelle bei der Aus- und Fortbildung der Mitarbeiter unterstützen.

In Nordbayern einmalig

Uni und Zentralstelle wollen außerdem künftig bei öffentlichen Vorträgen, Veranstaltungen, Fortbildungen, Tagungen und Workshops eng zusammenarbeiten. Zunächst soll sich die Kooperation auf die Fakultät Informatik beschränken. Das Kooperationsprojekt sei in Nordbayern einmalig, sagte der Generalstaatsanwalt Thomas Janovsky.

Hunderte Ermittlungsverfahren

Das Internet ist für Straftäter attraktiv, weil es sehr viel leichter fällt, die eigene Identität zu verschleiern als früher. Die Entdeckungsgefahr ist wesentlich geringer. Und es gibt noch ein Problem: Die Rechtsprechung hinkt der technischen Entwicklung hinterher. Auch ein bundesweit einheitliches Internetstrafrecht gibt es bisher nicht.

Die Zentralstelle Cybercrime in Bamberg wurde 2014 ins Leben gerufen. Im ersten Jahr seit Bestehen der Zentralstelle hatten die Staatsanwälte knapp 200 Ermittlungsverfahren gegen bekannte Täter und weitere 170 gegen unbekannte Täter geführt. Der bayerische Justizminister Winfried Bausback (CSU) bezeichnete die Zentralstelle bei einem Besuch als "Speerspitze der bayerischen Justiz" in Sachen Computer- und Internetkriminalität.

Angriff aus dem Netz

Hackerangriffe auf öffentliche Einrichtungen oder auch Erpresserattacken auf Computer von Privatpersonen und Unternehmen gehören zu den Fällen, die in Bamberg betreut werden. Ein weiteres Beispiel sind sogenannte Fakeshops: Das sind professionell gestaltete Internetshops, die darauf abzielen, von Opfern die Vorkasse abzugreifen, ohne die Ware jemals zu liefern.

Stichwort: Zentralstelle Cybercrime in Bamberg

Die Zentralstelle Cybercrime Bamberg ist mit drei Staatsanwälten besetzt. Sie bearbeiten bayernweit herausgehobene Ermittlungsverfahren im Bereich der Internetkriminalität. Die Zentralstelle arbeitet eng mit dem "Dezernat Cybercrime" beim Bayerischen Landeskriminalamt zusammen.


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