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Wiederbelebung Höllentalbahn Planungsstand soll auf den Tisch kommen

Seit Jahren sorgt das Projekt Höllentalbahn zwischen Marxgrün im Landkreis Hof und Blankenstein in Thüringen für lebhafte Diskussionen. Nun muss die bayerische Staatsregierung im Landtag über den aktuellen Planungsstand berichten.

Von: Claudia Stern

Stand: 02.12.2016

Symbolbild: Gleis | Bild: colourbox.com

Ein entsprechender Antrag der Grünen im Bayerischen Landtag sei einstimmig angenommen worden, teilte die Landtagsvizepräsidentin Ulrike Gote (Grüne) mit. Auf dem 5,5 Kilometer langen Streckenabschnitt zwischen Marxgrün und Blankenstein wurden zwischen 1901 und 1945 Personen und Güter transportiert. Mit der Teilung Deutschlands kam der Personenverkehr zum Erliegen, in den 1980er-Jahren wurden die Gleise schließlich abgebaut.

Grüne wollen Wiederbelebung

Befürworter der Wiederbelebung argumentieren, dass ein Lückenschluss in einem vereinten Deutschland und Europa heute wichtiger denn je sei. Eine Wiederertüchtigung der Strecke würde demnach bessere und schnellere Bahnverbindungen für Fahrgäste, eine Verlagerung des Güterverkehrs von der Straße auf die Schiene und nicht zuletzt mehr touristische Nutzung der Region bedeuten. Deshalb setzen sich die bayerischen Grünen bereits seit 1999 für die Wiederinbetriebnahme der Höllentalbahn ein.

"Projekt Lückenschluss"

Auch Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Die Linke) sprach sich erst kürzlich für eine Wiederbelebung aus. Zusammen mit Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) wolle er das "Projekt Lückenschluss" vorantreiben, sagte er dem Bayerischen Rundfunk bei einem Besuch in Bayern im Oktober.

Zu hohe Kosten

Gegner der Höllentalbahn sind der Meinung, dass die Kosten der Wiederbelebung in keinem Verhältnis zum tatsächlichen Nutzen stehen würden. Der Wiederaufbau der Bahnlinie liege im zweistelligen Millionenbetrag, da auch Tunnel, Brücken und das Gleisbett an den heutigen Standard des Zugverkehrs anzupassen wären, sagte der CSU-Landtagsabgeordnete Alexander König im April. Zudem sei durch eine Wiederbelebung der Strecke mit Güter- und Personenverkehr quer durch das Höllental das Ende des Naturschutzgebietes.

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Kommentare

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Bodo Ramelow, Freitag, 02.Dezember, 17:42 Uhr

1. Höllentalbahn

Alleine die LKW's mit Holzladungen zwischen Chep und Blankenstein würden das rechtfertigen. 100'te LKW Ladungen durchfahren täglich die Region und das Zellstoffwerk würde sofort auf Güterzüge umstellen. Ein toller Nebeneffekt wäre die kürzeste Eisenbahn Verbindung von Prag nach Erfurt. Aber alleine schon der Schwerlastverkehr würde die Investitionen in den Lückenschluss rechtfertigen. Der Umwelt zur liebe!

  • Antwort von Fam. Seehafer, Freitag, 02.Dezember, 21:03 Uhr

    Als Einwohner der Verwaltungsgemeinschaft Saale-Rennsteig würden wir die Wiederbelebung der Höllentalbahn befürworten. Die strukturschwachen Regionen im südlichen SOK sowie im LK Hof würden durchaus vom Fremdenverkehr profitieren. Wanderer, Radtouristen wären nicht zwingend auf den PKW angewiesen und die Anbindung an die Fernzüge der DB wären um einiges besser. Einheimische könnten auch das Auto stehen lassen und so kulturelle Angebote in Hof nutzen. Bei einem Technikausfall der Holzvermessung der ZPR werden letztendlich unangenehme Staus im Bereich der Zellstofffabrik reduziert. Die Meinung des Herrn König, dass das NSG zerstört wird können wir nicht teilen. Es gibt Alternativen um einen umweltverträglichen Bahnverkehr durchzuführen.