11

Fraunhofer-Institut Bayreuth Trojaner "Locky" legt Computer lahm

Das Fraunhofer-Institut in Bayreuth ist Opfer eines Hacker-Angriffs geworden, die Computer des Instituts sind lahmgelegt. Damit wurde der weltweit verbreitete Computer-Trojaner "Locky" erstmals in Bayern offiziell bestätigt.

Stand: 19.02.2016

Infiziert sind rund 60 Rechner des Fraunhofer-Instituts in Bayreuth. Das Fraunhofer-Institut geht davon aus, dass es sich nicht um einen gezielten, sondern um einen zufälligen Angriff auf das Computersystem handelt. Es seien auch keine Kundendaten beschädigt worden. Der Trojaner legte vielmehr die PC-Arbeitsplätze lahm, indem er die Daten auf einem zentralen Server verschlüsselte und damit unbrauchbar machte.

Keine Lösegeld-Forderungen

Lösegeld-Forderungen wie bei einem ähnlichen Fall an einem großen Krankenhaus in Kalifornien gibt es in Bayreuth nicht, betonte Matthias Huber, Pressesprecher der Generalstaatsanwaltschaft Bamberg auf Anfrage des Bayerischen Rundfunk. Anders als das FBI in den USA rät die deutsche Justiz auch von Lösegeld-Zahlungen ab.

"Betroffene haben ja keinerlei Garantie dafür, dass ihre Daten nach Zahlung des Lösegelds wieder freigegeben werden. Es ist deutlich sinnvoller, wenn man sich um einen Virenschutz bemüht und die Programme regelmäßig updatet."

Matthias Huber, Pressesprecher der Generalstaatsanwaltschaft Bamberg

Bei der Generalstaatsanwaltschaft Bamberg ist die bayernweite Zentralstelle gegen Cyber-Kriminalität angesiedelt, die nun die Ermittlungen aufgenommen hat. Die Computer-Spezialisten rechnen mit weiteren Fällen – und die Ermittlungen seien sehr aufwendig und schwierig. Bisher wurden neben dem Krankenhaus in Los Angeles auch mehrere Kliniken in Nordrhein-Westfalen Ziel des Trojaners.

Deutschland besonders betroffen

Der aggressive Erpressungs-Trojaner "Locky" verbreitet sich derzeit rasant, insbesondere auf Computern in Deutschland. Der Sicherheitsexperte Kevin Beaumont zählte 5.300 Neuinfektionen mit "Locky" durch gefälschte E-Mails pro Stunde. Damit ist die Infektionsrate in Deutschland deutlich höher als in den Niederlanden (2.900) und den USA (2.700).

Stichwort: Trojaner "Locky"

Der Trojaner mit dem niedlichen Namen Locky hat sich nach Angaben von Sicherheitsexperten in den vergangenen Tagen rasend schnell auf Rechnern in Deutschland und vielen anderen Ländern verbreitet. Die Betroffenen erhalten E-Mails, die mittlerweile in korrektem Deutsch verschickt werden, berichtet Sicherheitsexperte Kevin Beaumont. Die Mails haben einen Anhang, meist getarnt als Rechnung. Wer diese anklickt, kann seinen Windows-Rechner infizieren. Der Trojaner verschlüsselt dann die Daten – und fordert meist ein Lösegeld, um sie wieder freizugeben. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik rät, auf keinen Fall auf Lösegeldforderungen einzugehen, sondern Anzeige zu erstatten. In vielen Fällen würden auch nach einer Zahlung die Daten nicht wieder entschlüsselt.


11

Kommentare

Inhalt kommentieren

Bitte geben Sie höchstens 1000 Zeichen ein.

Spamschutz * Bitte geben Sie das Ergebnis der folgenden Aufgabe als Zahl ein:

Bruno Koop, Freitag, 04.März, 07:38 Uhr

3. Zustimmung

Da kann ich Datenchaot nur zustimmen!

Seit neusten sortiere ich meine Mails am Smartphone vorher aus. Anschließend wird dann am Rechner geschaut.

Ich hab hier teilweise Rechner hier stehen, die haben nicht mal einen V-Scanner wg. dem Speed.

Bin seit den Anfängen dabei (ca. 30 Jahre) hatte noch nie einen Virus!

Klaus Leist, Samstag, 20.Februar, 10:44 Uhr

2. @Datenchaot

Guter und einzig richtiger Hinweis. Wenn jeder danach handeln würde, wäre der Sumpf schnell ausgetrocknet. Erstaunlich für mich ist, dass Spezialisten und Intelligenzler im Fraunhofer Institut diese Minimal-Sicherheitsvorkehrungen nicht treffen und sich damit der Virus im gesamten Institut verbreiten konnten. Das ist ja kaum zu glauben!

Datenchaot, Samstag, 20.Februar, 07:08 Uhr

1. Wie lange gibt es sch Emails mit diesen Bedrohungen?

Gefühlt 100 Jahre!

Dabei gibt es Sicherheitsstrategien, die diesen Blödsinn verhindern können oder zumindest extrem reduzieren.
1. Grundsatz: Alles was von aussen unverlangt an Daten/Emails eingeht, superskeptisch betrachten. Wenn unbekannt, LÖSCHEN! Selbst, wenn bekannt, prüfen!
2. Grundsatz: Mehrere Accounts je nach Sicherheitsanforderung einrichten. Email für seriöse Anbieter wie Strom, Provider usw. - extra Email für Familie und Freunde,
wieder extra Email für Onlinebestellungen und zuletzt eine Mülladresse die im Nirwana endet.
3. Grundsatz: Nicht jeden unwichtigen Kram teilen.

Seit über 20 Jahren null Problem