Tennet-Infomarkt in Arzberg Landwirte besorgt über Südostlink

Anfang März hat Netzbetreiber Tennet seinen Vorzugskorridor des Südostlinks in Berlin vorgestellt. Besonders betroffen von der Stromtrasse ist demnach in Oberfranken beispielsweise Arzberg. Dort fand nun ein erster öffentlicher Infomarkt statt.

Von: Kristina Kreutzer

Stand: 04.04.2017

Symbolbild: Erdkabel | Bild: picture-alliance/dpa

In den vergangenen zwei Wochen hat Tennet den aktuellen Planungsstand des Südostlinks zunächst in Niederbayern und der Oberpfalz vorgestellt. Am Montagnachmittag (03.04.17) fand nun der erste Infomarkt für Oberfranken in Arzberg (Lkr. Wunsiedel) statt.

Ostbayernring und Südost-Link durch Arzberg?

Bürgerin informiert sich in Arzberg über den geplanten Verlauf der Stromtrasse.

In Arzberg verläuft bereits der Ostbayernring. Sollte die Erdverkabelung so kommen, wie im Vorzugskorridor vorgesehen, wären der Landkreis Wunsiedel und vor allem die Stadt Arzberg stark betroffen. Entsprechend groß war die Kritik der Anwesenden.

Unterschriftensammlung im Ortsteil Seußen

Vor allem Arzberger Landwirte sehen sich durch die geplante Erdverkabelung in ihrer Existenz bedroht. Auch wünschen sie sich deutlich mehr Unterstützung aus der Kommunalpolitik. Sie fühlen sich allein gelassen, so der Tenor bei der Veranstaltung. Mehr als die Hälfte der rund 400 Einwohner des Ortsteils Seußen hat bei einer Unterschriftenaktion gegen die Trasse bereits unterschrieben und die Liste an die Stadt übergeben. Außerdem haben sich die Bürger Rechtsbeistand geholt, um zu prüfen, wie sie gegen den Vorzugskorridor auf ihrem Grund vorgehen können.

Weitere Infomärkte in Oberfranken

Weitere Infomärkte für die Bevölkerung in Oberfranken finden heute (04.04.17) in Goldkronach (Lkr. Bayreuth), morgen in Schwarzenbach a.d. Saale (Lkr. Hof) und am Donnerstag in Feilitzsch (Lkr. Hof) statt. Jeweils von 16.00 bis 20.00 Uhr sind Tennet-Mitarbeiter vor Ort und beantworten die Fragen der Bürger.

Über den endgültigen Trassenverlauf für die Erdkabel entscheidet die Bundesnetzagentur. Die exakten Trassen werden erst 2020/2021 feststehen. Die Stromautobahnen sollen von 2025 an Windstrom von den Küsten in die Industriezentren des Südens bringen.

Kommentare

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Ulmer, Dienstag, 04.April, 11:40 Uhr

2. Erdverkabelung

Stellt doch große Masten auf. Bei uns stehen Masten und die Landwirte haben kein Problem damit. Masten sind bestimmt auch billiger als die Erdverkabelung.

  • Antwort von Wolfgang Schönfelder, Dienstag, 04.April, 12:34 Uhr

    Hallo, völlig richtig.

    500km Freileitung sind 1000 Masten. Jeder mit Grundfläche ca. 144m² von denen nur 16m² 4 Stück Betonüße sind Leitung 128m² je Mast sind Naturrückzucksfläche für Fuchs, Piepmatz, Schmetterling und Haselmaus.

    144000m² = 15ha, ungefähr 1/4 von dem was täglich in Deutschland betoniert wird!

  • Antwort von Neugieriger, Dienstag, 04.April, 14:18 Uhr

    Wolfgang Schönfelder
    Quellennachweis erwünscht.

thorie, Dienstag, 04.April, 11:12 Uhr

1. wenn landwirte "besorgt" sind

wittern sie durch jammern weitere subventionen zu kriegen!