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Studie der Uni Bamberg Fränkische Bierkellerkultur aus der Sicht der Wissenschaft

Oberfranken ist die Region mit der weltweit höchsten Brauereidichte. Aber welche Bedeutung haben eigentlich die Bierkeller für Region und Kultur? Damit hat sich die Uni Bamberg nun beschäftigt.

Von: Heiner Gremer

Stand: 18.10.2016

Fränkische Bierkellerkultur aus der Sicht der Wissenschaft | Bild: BR-Studio Franken/Heiner Gremer

Den 500. Jahrestag des Bayerischen Reinheitsgebots hat der Lehrstuhl für Kulturgeographie an der Universität Bamberg zum Anlass genommen, die regionale Bierkultur auch wissenschaftlich genauer zu untersuchen. Die Studie wird am Abend im Bauernmuseum Bamberger Land in Frensdorf vorgestellt.

Familientradition und Brauchtum

Für die Studie "Bierkeller und Brauereien im Bamberger Land" wurden mehr als 700 Besucherinnen und Besucher von Bierkellern befragt. Dabei ging es um die Herkunft der Konsumenten, ihre Beweggründe für den Besuch und die Bedeutung, die sie den Bierkellern beimessen.

Um Betriebsstruktur, Regionalität der Produkte und Unternehmensphilosophie zu beleuchten, befragten die Forscher zudem insgesamt 62 der knapp 80 Brauereien in Stadt und Landkreis Bamberg und erfuhren so unter anderem mehr über die Rolle von Familientradition und Brauchtum für die Branche.

Bockbieranstich lockt junge Gäste

Die Bierkeller in Stadt und Landkreis Bamberg sind nicht nur im Sommer gut besucht. Auch in den kühleren Jahreszeiten lockt der Bockbieranstich nach draußen, so Student Lorenz Lüdtke. Überwiegend seien das junge Leute, im Sommer auf den Landkellern dafür eher ältere, so Lüdtke weiter.

Drei Mal pro Woche auf den Keller

Der Großteil der Biergartenbesucher ist 50 Jahre und älter, rund 40 Prozent sind Frauen und 60 Prozent Männer. Sie kommen wegen der schönen Atmosphäre und natürlich wegen des guten Bieres.

Und das lockt die Besucher im Sommer gerne auch ein bis drei Mal pro Woche auf ihre Keller. Die meisten geben dort im Schnitt fünf bis 15 Euro aus. Touristen geben oft mehr aus. Ihre Begründung für einen Besuch: Freunde und Bekannte treffen und der Biergenuss. Erst dann nennen sie die Landschaft und die Bamberger Altstadt.

Brauerei- und Kellervielfalt nicht in Gefahr

Bierkeller in Burgebrach

Aktuell gibt es 80 Brauereien in Stadt und Landkreis Bamberg – auch die allerkleinsten bieten bis zu sechs Biersorten an. Meist sind es Familienbetriebe mit weniger als 3000 Hektoliter Ausstoß, Großbrauereien sind eher die Ausnahme, so Student Dennis Flach. Kaum eine Brauerei überlebt alleine durch das Brauen. Das eigene Wirtshaus, der Bierkeller oder ein Hotel gehören oft dazu. Doch: Fast alle haben Probleme, passendes Personal zu finden. Auch die Übergabe des Familienbetriebs in die nächste Generation ist nur bei der Hälfte der Brauereien geklärt.

Trotzdem gehen die Forscher davon aus, dass die Zukunft der Brauerei- und Kellervielfalt nicht in Gefahr ist. Denn viele der Brauer sind freundschaftlich miteinander verbunden, sehen sich eher als Kollegen und nicht als Konkurrenz.

Gemeinsames Netzwerk

Der Großteil der Brauereien ist im Verein der Privaten Brauereien Bayern organisiert und nutzt den Verein Bierland Oberfranken als Marketing- und Organisationsnetzwerk. Zudem sind die Brauereien und Bierkeller auch für den Tourismus ein wichtiger Wirtschaftsfaktor.

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websaurier, Dienstag, 18.Oktober, 17:34 Uhr

1. Pi mal Daumen...


..."Die meisten geben dort im Schnitt fünf bis 15 Euro aus"...

Was soll das denn für ein Durchschnitt sein? Für ein wissenschaftliches Untersuchungsergebnis "a bisserl mager" !!!