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Coburger Land Bürgermeister protestieren gegen Stromtrassen

Eine Delegation aus dem Landkreis Coburg hat am Donnerstagmittag im Bundeswirtschaftsministerium rund 13.500 Protestflyer übergeben. Dabei waren 14 Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern sowie der Coburger Landrat.

Von: Markus Klingele

Stand: 05.10.2017

Die Bürger wehren sich mit der Aktion gegen neue Stromtrassen durch das Coburger Land im Rahmen des Netzentwicklungsplans 2030. Die Delegation wurde von der Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries (SPD) empfangen. Sie nahm die Flyer entgegen und hörte sich den Protest der Coburger an.

Keine neuen Stromtrassen nötig

Protestaktion in Berlin

Die Kommunalpolitiker lehnen jegliche neue Stromtrasse durch Oberfranken und die benachbarten Landkreise Unterfrankens ab. Denn eine Notwendigkeit für neue Trassen sei nicht gegeben, so die einhellige Meinung. Der Klimaschutzbeaufragte des Landkreises Coburg, Christian Gunsenheimer, sagte dem Bayerischen Rundfunk, die gesamte Planung basiere auf Netzberechnungen, die nicht auf die Zukunft ausgerichtet seien.

Das Klimaschutzabkommen von Paris zum Beispiel, wonach Kohlekraftwerke im Osten Deutschlands abgeschaltet werden müssten, sei noch gar nicht enthalten. Wenn dort allerdings kein Strom mehr produziert werde, brauche man auch keine neuen Stromleitungen, so Gunsenheimer.

Coburger Land überstrapaziert

Die Coburger wiederum hätten ihren Beitrag zur Energiewende schon geleistet. Die Thüringer Strombrücke durchschneide das Coburger Land schon deutlich, dazu kommen die Verkehrsprojekte zur Deutschen Einheit, der Bau der ICE-Trasse und die A73. Neue Trassen vertrage das Coburger Land nicht auch noch.

Bundestag entscheidet

Bundesministerin Brigitte Zypries zeigte Verständnis für die Sorgen der Delegation aus Coburg. Sie verwies allerdings darauf, dass derzeit die Bundesnetzagentur am Zug sei, die Leitungen zu planen. Entschieden würde dann im Bundestag. Dort müssten die Abgeordneten aus der Region dafür eintreten, dass die Interessen der Region gewahrt bleiben. Der Bundestagsabgeordnete aus der Region Coburg, Hans Michelbach (CSU), sicherte seine Unterstützung zu. Auch er war bei der Übergabe dabei.

Bayern mit Energie versorgen

Die Ministerin hält weitere Trassen für notwendig. Wie viele es sein müssen, darüber könne man aber sprechen. Dazu gehöre aber auch, das Bayern mehr in regenerative Energien investieren müsse.

"Es geht ja darum, weil wir Bayern mit Energie versorgen müssen, müssen wir Trassen vom Norden in den Süden bauen. Wenn vor Ort mehr Energie erzeugt wird, dann muss man weniger Energie einführen. Das ist ja logisch. Das wäre eine Alternative, die allerdings nicht ausreicht. Das muss aber die Bundesnetzagentur klären."

Brigitte Zypries (SPD)


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