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Special Olympics in Hof Wer dabei ist, der gewinnt

Im oberfränkischen Hof hatten sich seit Mittwoch rund 1.100 Athletinnen und Athleten zu spannenden Wettbewerben der "6. Bayerischen Special Olympics Sommerspiele" getroffen - speziell für Sportler mit geistiger Behinderung.

Stand: 16.07.2017

Special Olympics Abschlussfeier in Hof am 16.07.2017 | Bild: BR-Studio Franken / Annerose Zuber

Die Anfeuerungsrufe aus dem Hofer Leichtathletikstadion schallen weit über die Stadt. Sprint, Weitsprung und Kugelstoßen sind traditionell starke Disziplinen bei den Special Olympics, den Landesspielen für Menschen mit geistiger Behinderung.  Im 100-Meter-Lauf gibt es gleich zehn Finals - damit alle Athleten reelle Chance haben. Nicht nur Trainer Ernst Prezin aus Ruhpolding fiebert mit. Großer Jubel dann im Ziel: 

"Ja, das ist Spitze! Erster Platz! Alles hab ich gegeben!"

Ein Sportler im Ziel

Beifall auch von Cindy und Corinna aus  Passau – sie starten zum ersten Mal bei den Special Olympics – mit voller Begeisterung:

"Gute Laune, und man kann auch mit anderen Gegnern befreundet sein. - Anstrengend, aber da muss ich durch!"

Zwei Sportler

Zähigkeit, Kraft, Ausdauer

Spaß an der Bewegung, aber auch ein durchaus hohes Leistungsniveau – die Hofer Zuschauer sind beeindruckt:

"Wenn Sie sehen, welche Zähigkeit dahintersteckt, welche Kraft, welche Ausdauer! - Wahnsinn, wie die sich freuen und wie die begeistert sind. Es ist beeindruckend!"

Umfrage unter Besuchern

Siegerehrung Sparte Leichathletik mit Tobias Angerer.

Es geht aber nicht nur um Medaillen. Menschen mit geistiger Behinderung haben laut einer Studie ein 40 Prozent höheres Risiko für spezielle Erkrankungen. Deshalb hat Special Olympics extra ein Gesundheitsprogramm entwickelt. Spielerisch erfahren die Sportler mehr über Ernährung, Zahnpflege, passende Schuhe. Neu ist der Stressabbau: Sportwissenschaftlerin Daniela Schwarz von der TU München verteilt kleine Knetbälle und bunte Windräder:

"Und wenn ich anfange, ganz schnell (in das Windrad, d. Red.) zu pusten, dreht sich das nicht lange, und dann merke ich: Ich muss einfach nur länger ausatmen."

Daniela Schwarz, Sportwissenschaftlerin

Laola-Wellen und Siegesfreude

Dabei sein ist alles - hier die Abschlussveranstaltung

Während die einen noch bei Atemübungen sind, feiern die anderen schon ausgelassen bei der Siegerehrung. Laola-Wellen rollen übers Gelände. Für die ersten drei Plätze gibt es Medaillen – und alle anderen werden mit bunten Schleifen geehrt: ier wird jede Leistung honoriert – dabei sein ist alles.

"Gut gefällt es mir, da wollte ich schon immer dabei sein. (...) 8. Platz, aber sonst ist es gut!"

Ein Sportler

Voller Einsatz der Sportler auch beim Wettschwimmen

Die 1.100 Sportler und ihre 350 Betreuer aus ganz Bayern sind begeistert von guten Bedingungen in der Sportstadt Hof und dem Engagement der rund 500 ehrenamtlichen Helfer aus Schulen und Vereinen. Das Interesse der Zuschauer ist aber in Hof und anderswo noch ausbaufähig, meint zum Beipsiel Sonja Schulz von der Lebenshilfe Bad Tölz-Wolfratshausen:

"Da müssen wir noch ein bisschen Vorschub leisten, und das gelingt einfach nur durch Inklusion im Sport."

Sonja Schulz, Lebenshilfe Bad Tölz-Wolfratshausen

Die nächsten Winterspiele für Sportler mit geistiger Behinderung finden 2019 in Reit im Winkl statt.


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