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Ermittlungserfolg in Oberfranken Schlag gegen internationale Autodiebe-Bande

Zwei Jahre haben die Ermittlungen gedauert – nun ist der oberfränkischen Polizei ein schwerer Schlag gegen eine international organisierte Bande von Autodiebe gelungen. Die Täter klauten demnach teure Autos in ganz Deutschland, brachten sie nach Tschechien, zerlegten sie und verkauften sie weiter. Von Christiane Scherm

Von: Christiane Scherm

Stand: 15.09.2017

Pressekonferenz zu Ermittlungserfolg der internationalen Kfz-Diebstahlskriminalität im Polizeipräsidium Oberfranken. | Bild: BR-Studio-Franken/Christiane Scherm

Die Diebstähle fanden überwiegend in Oberfranken statt. Die Verdächtigen sollen einen Schaden von mehr als 1,2 Millionen Euro verursacht haben. Allein im Haupttatzeitraum von Juni 2015 bis Juni 2016 sei die Bande für mehr als 100 Straftaten verantwortlich, teilte die Polizei in Bayreuth am Freitag (15.09.17) mit. Sieben Bandenmitglieder wurden inzwischen nach Deutschland ausgeliefert und sitzen in Untersuchungshaft. Die mutmaßlichen Täter sollen aus Moldawien und Rumänien stammen, Kopf der Bande sei ein 39-jähriger Tscheche.

In Oberfranken auf Diebestour

Die Männer hatten es 2015 und 2016 vor allem auf VW-T5-Busse, Mercedes Sprinter und Skoda abgesehen. Sie waren in ganz Oberfranken auf Diebestour, aber vor allem im Raum Coburg, Bayreuth und Hof. Die Polizei konnte zunächst im Juni 2016 zwei Autodiebe mit moldawisch-rumänischer Abstammung in Nürnberg festnehmen. Bei einer größeren Aktion in Tschechien im März 2017 konnte die Polizei den "Kopf" der Bande dann in seinem Wohnhaus in Pilsen festnehmen. Mehr als 20 Beamte der oberfränkischen Kriminalpolizei haben dabei mit tschechischen Kollegen, Vertretern der Staatsanwaltschaft Coburg und Kfz-Spezialisten zusammengearbeitet.

Haftbefehl gegen Bandenmitglieder

Das Vorgehen der Bande beschreibt Kriminaldirektor Alfred Kauper folgendermaßen: Der Hintermann hat den Bandenmitgliedern konkrete Aufträge erteilt. Sie sollten ganz bestimmte Autos auskundschaften und stehlen. Dabei haben die Autodiebe entweder auf Auto-Verkaufsplattformen im Internet recherchiert und die Adresse eines Verkäufers herausgefunden oder Autohäuser und Wohngebiete ausgekundschaftet.

Autos nach Tschechien gebracht

Die Autos wurden geklaut, über die Grenze nach Tschechien geschafft – und von dort aus entweder im Ganzen oder in Einzelteilen weiterverkauft. Bei der Durchsuchung von insgesamt neun Objekten, vor allem in Pilsen und Prag, fanden die Polizisten Diebesgut. Insgesamt 17 Fahrzeuge verschiedener Marken, ungefähr 56 Fahrzeugteile, mehr als 35 Fahrzeugsitze, rund 100 Autoschlüssel, über 80 Fahrzeugbriefe und -scheine sowie mehr als 30 Computer, Laptops, Festplatten, USB-Sticks, Navigationsgeräte und über 15 Mobiltelefone wurden sichergestellt.

Alle Autodiebe im Gefängnis

Alle sieben Bandenmitglieder sind inzwischen nach Deutschland ausgeliefert und sitzen in verschiedenen bayerischen Gefängnissen.

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hans aunmueller1, Sonntag, 17.September, 09:56 Uhr

5. Wie hoch ist denn die Aufklärungsquote?

Das ist doch nur die Spitze des Eisberges. Ich wette 99,9 werden nicht aufgeklärt, die Täter nicht gefasst.!
Wir Bürger sind den internationalen Banden schutzlos ausgeliefert. Grenzenloses Europa ist am wichtigsten.
Alle können rein und raus, wann und wo sie wollen, ohne Kontrollen. Grenzenlose Dummheit in EUropa und DE.

Renate E., Freitag, 15.September, 19:37 Uhr

4. Sehr gute Ermittlungsarbeit.

Glückwunsch! Weiter so!

KeineÄnderung, Freitag, 15.September, 13:54 Uhr

3. Nur wer den Staat beraubt wird hart bestraft, der Bürger bleibt Freiwild

Bei den lächerlichen Bestrafungen werden "das Handwerk" neue Gruppen übernehmen.
Einem Gelegenheitsdieb kann man vielleicht strafrechtlich mit Milde, beim ersten Mal, begegnen. Organisierte Kriminalität gehört aufs Härteste bestraft. Nur leider gibt es die Gesetzte dafür in Deutschland nicht.
Da ist ein friedlicher Bürger, der solche Diebe auf frischer Tat erwischt und in Not Folgetaten für immer unterbindet schnell der große Kriminelle.
Ohne echte Abschreckung kann man keine Täter von ihren Taten abhalten. Es muss halt richtig weh tun, dann kommt meistens erst die Einsicht!

  • Antwort von wm, Freitag, 15.September, 15:38 Uhr

    @Keineänderung
    Ich war Zeuge eines groß angelegten (Banden)Diebstahls.
    Die Täter(Polnische Staatsbürger) wurden von der Polizei festgenommen:
    Im sichergestellten Pkw stieß die Polzei auf Diebesgut aus vorangegangenen Diebstählen.
    Die Täter wurden in U-Haft genommen und........ tags darauf wieder entlassen.

    Frisch,fromm,fröhlich frei,auf zu neuen (Straf)Taten!!!

  • Antwort von KeineÄnderung, Samstag, 16.September, 11:12 Uhr

    @wm
    Das ist normal, ich habe einige Bekannte die im Polizeidienst sind. Die sind darüber sehr frustriert. Aber unseren Staatsanwälten und Richtern kann halt niemand ans Bein pinkeln, ein großer Fehler im Rechtssystem, wenn fast alle anderen Berufsgruppen ( außer Politiker) für ihren Mist belangt werden können.
    Leider sieht auch die Bevölkerung dergleichen als belanglose Straftaten an, bis es einen selbst erwischt hat. Besonders die Autohasser freuen sich sogar, weiss ich aus meinem Freundeskreis.

Klaus Leist, Freitag, 15.September, 13:28 Uhr

2. Autodiebe

Es ist beruhigend, dass die Polizei auch Straftaten aufdecken kann und trotz der Beobachtung von Gefährdern nicht völlig handlungsunfähig ist. Glückwunsch an Polizei und Versicherungsunternehmen!

  • Antwort von Floh, Sonntag, 17.September, 14:04 Uhr

    Volle Zustimmung.

Michi, Freitag, 15.September, 12:35 Uhr

1. Zusammenarbeit hilft!

Wieder einmal Kriminalität, bei der unsere Polizei erst sehr spät einen kleinen Erfolg vorweisen kann.
Diesen Erfolg verdankt sie Zusammenarbeit mit Tschechischen Behörden!

Lehre daraus: Viel mehr Zusammenarbeit und viel mehr Europa - nur so wird unsere Polizei (und andere) Erfolg haben.
Eine Grenze oder Grenzkontrollen helfen da nicht und machen unser Leben nur komplizierter! Kriminelle finden heißt nicht unbescholtene Bürger alle paar Meter aufzuhalten, wie im Mittelalter!

Verbesserte Zusammenarbeit in Europa, 'raus aus dem bayerischen Schneckenhaus, dann wird das schon...

Europäisch Denken!

  • Antwort von Binauchnochda, Freitag, 15.September, 13:11 Uhr

    Der Grundsatzgedanke ist ganz wunderbar mit dem offenen Europa. Durch konsequente Grenzkontrollen aber wären Diebesbanden wie diese früher zur Strecke gebracht worden, evtl. sogar die kriminelle Handlung komplett vereitelt oder zumindest. erschwert worden.
    Fazit: Schaden für die Autobesitzer, die Autoversicherungen, langwierige Polizeieinsätze und nicht zuletzt Gerichtskosten und Haftkosten für den Steuerzahler hierzulande. Danke vielmals.

  • Antwort von IH, Freitag, 15.September, 18:18 Uhr

    Richtig. Nur weil man seine Haustür nicht 100 %-ig sichern kann, heißt das nicht, dass man sie sperrangelweit offen lässt. Jede Diebesbande, die man vor ihrer Tat, die ja nicht nur Sachschaden, sondern leider immer öfter Verletzungen oder sogar Tote hinterlässt, fassen kann, ist ein erfolg.