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Saline Friedrichshall Coburger will Heilwasser sprudeln lassen

Bis vor zwei Jahrzehnten wurde in der Saline Friedrichshall Heilwasser gewonnen. Der gebürtige Bad Rodacher Uwe Brückner möchte das alte Anwesen wiederbeleben. Doch die Rekonstruktion ist schwierig.

Von: Markus Klingele

Stand: 10.11.2017

Der gebürtige Bad Rodacher Uwe Brückner (Lkr. Coburg) will die alte Saline Friedrichshall in Lindenau in Thüringen retten. Vor zwei Jahren hat er die denkmalgeschützte Anlage gekauft und will sie wiederbeleben. Bis zum Ende der DDR wurde dort Bittersalz gewonnen.

Eines der wirksamsten Heilwässer

Die Saline Friedrichshall und das dort produzierte Bittersalz hatten schon kurz nach Förderbeginn im Jahr 1820 europaweit einen ausgezeichneten Ruf. Es soll weltweit verschickt worden sein – an den Zarenhof, an den Buckingham Palast oder auch nach Amerika. Der berühmte Chemiker Justus von Liebig sagte über das magnesiumreiche Salzwasser, es gehöre zu den wirksamsten Heilwässern in Europa. Anerkannt wurden Heilerfolge bei Rheumatismus, Fettreduktion, Depression, Zellkommunikation, Neuropathien und Stoffwechselstörungen.

Familiäre Verbindung

Bis zum Ersten Weltkrieg gab es einen Abfüll- und einen Kurbetrieb. Selbst zu Zeiten der DDR wurden alte Apotheken noch mit dem Heilwasser und dem Salz beliefert. Allerdings war es eine "Ein-Mann-Betriebsstätte". Danach verfiel die Anlage. Uwe Brückner hat eine ganz spezielle Verbindung zur Saline Friedrichshall: Sein Vater hat dort in der Kindheit gearbeitet. Seine Aufgabe war es, die Weidenallee auf dem Gelände mit dem Salzwasser zu besprühen. Kurgäste sollten die salzhaltige Luft, ähnlich wie Meeresluft, einatmen.

Wasserqualität immer noch hervorragend

Als Uwe Brückner in den vergangenen Jahren öfter an dem Gebäude vorbei kam, konnte er nicht wiederstehen und kaufte es. Nun möchte er es wiederbeleben und auch wieder das Bittersalz produzieren. Erste Wasserqualitätsuntersuchungen zeigen, dass die Qualität immer noch hervorragend ist. Das Wasser kommt aus zwei Brunnen auf dem Grundstück.

Abgebrochene Kacheln, undichtes Dach

Derzeit ist Uwe Brückner damit beschäftigt, die Gebäude vor dem Verfall zu schützen. Die Kacheln fallen von den Wänden, das Dach ist undicht und die Stromleitungen sind marode. Und er ist auf der Suche nach der Geschichte der Saline. Bis zum Zweiten Weltkrieg ist alles relativ gut dokumentiert, dann wird es aber schwierig.

Brückner bittet Bevölkerung um Hilfe

Um noch mehr über die Produktion und die Herstellung zu erfahren, ist Brückner auf der Suche nach ehemaligen Mitarbeitern, Zeitzeugen, alten Gegenständen wie Urkunden oder Wasserkrügen. Dafür bittet er die Bevölkerung um Mithilfe. Und er hofft, dass auch irgendwo die Goldmedaille wiedergefunden wird, die das Friedrichshaller Bittersalz 1913 auf dem Weltkongress für Medizin in London für seine ausgezeichnete Heilwirkung bekommen hat.


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Bert Brech, Montag, 13.November, 02:57 Uhr

1. Heilwasser

Natuerlich koennte der Entrepeneur zum Wohle der Region bzw. der Menschen, "die schon laenger hier leben" auch durch Landes- und Bundesmittel gefoerdert werden.
Aber bekanntlich haben "unsere" Politiker ganz andere Vorstellungen von "Fremdenverkehr"...