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Obermain-Tagblatt Lichtenfels Die Lichtenfelser Gallier protestieren weiter

Die Zeitungsmacher des Lichtenfelser Obermain-Tagblattes führen ihren Warnstreik fort. Schon seit Ende November kämpfen 17 der 23 Mitarbeiter mit ihrer "Operation Hinkelstein" als unbeugsame Gallier für einen Haustarifvertrag.

Von: Heiner Gremer

Stand: 17.01.2017

Mitarbeiter des Obermain-Tagblatts in Lichtenfels protestieren im Gallierkostüm für Wertschätzung | Bild: Brigitte Gorille

Der Arbeitgeber hat keine Verhandlungsbereitschaft signalisiert – deshalb wollen die Beschäftigten nun ab sofort bis zum 27. Januar in eine dritte Streikrunde gehen. Sie werden in dieser Zeit Streikposten vor dem Verlagsgebäude in der Bahnhofstraße in Lichtenfels stehen, aber auch wieder Vereine und Firmen besuchen – auch diesmal als unbeugsame Gallier verkleidet, wie bei den bisherigen Aktionen.

Keine Lohnerhöhung

Im laufenden Jahr 2017 kann das Lichtenfelser Obermain-Tagblatt seinen 160. Geburtstag feiern. Für einen Großteil der Belegschaft gab es dann seit zehn Jahren keine Lohnerhöhung mehr, beklagt Betriebsrätin Annette Körber. Ein Haustarifvertrag existiert nicht. Dabei erziele das Medienhaus durchaus Gewinne, so Körber. Nach der Übernahme durch die Würzburger Main-Post im Jahr 2012 schrumpften die neuen Eigentümer das Zeitungsmacher-Team von damals 56 auf mittlerweile nur noch 23 Mitarbeiter ein. Die Arbeit sei jedoch nicht weniger geworden, so Annette Körber. Darunter leide auch die Qualität des Journalismus.

Keine Auswirkung für Leser

Die Leser hingegen bekommen vom Streik ihrer Zeitungsmacher nur wenig mit, da das Obermain-Tagblatt weiter erscheint. Die lokalen Inhalte werden vom Fränkischen Tag der Bamberger Mediengruppe Oberfranken bestückt, mit dem eine Kooperationsvereinbarung besteht.


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