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Oberfränkisches Wort des Jahres Jury verkündet heute das Gewinner-Wort

Was ist das "Oberfränkische Wort des Jahres"? Die Jury des Bezirks Oberfranken gibt heute bekannt, für welchen der 400 Vorschläge sie sich entschieden hat. 2015 konnte das "Wischkästla" das Rennen machen.

Stand: 25.09.2016

Oberfränkisches Wort des Jahres | Bild: dpa-Bildfunk

Der oberfränkische Bezirkstagspräsident Günther Denzler freut sich über die Resonanz bei dem oberfränkischen Dialekt-Wettbewerb. "Oberfranken ist ja eine Region mit vielen Dialekten und unterschiedlichen Landstrichen", sagte er.

Nach Ansicht Denzlers zeigt das Siegerwort des vergangenen Jahrs, dass der Dialekt der Hochsprache überlegen ist: "Wischkästla" für "Smartphone" habe es unter Oberfranken tatsächlich in den Alltagsgebrauch geschafft – während im Hochdeutschen noch kein Wort für die neuen Geräte gefunden wurde.

Oberfrankens Dialekt-Wettbewerb

Wer wird der Nachfolger vom "Wischkästla"? Zum zweiten Mal sucht Oberfranken das "Oberfränkische Wort des Jahres". Über 400 Vorschläge sind im Rahmen des Wettbewerbs eingegangen.

"Zum Beispiel der 'Steckerleshatscher' für den Nordic Walker, also da kommen sehr viele neue Wörter, vielleicht auch neue Erfindungen."

Barbara Christoph, Kulturservicestelle des Bezirks Oberfranken

Organisiert vom Bezirk Oberfranken und dem Hofer "Extra Radio", hat sich der Wettbewerb bereits zu einer richtigen Imagekampagne entwickelt. Mit seinem belächelten Ansehen kann der oberfränkische Dialekt diese auch gebrauchen.

Viel mehr als ein Wettbewerb

Doch geht es bei dem "Oberfränkischen Wort des Jahres" nicht nur um den Wettbewerb, sondern vielleicht auch um das geknickte Selbstbewusstsein der Oberfranken? Die Region gilt nach wie vor als strukturschwach und muss stets um Ansehen kämpfen.

"Als Akademiker muss man sich manchmal rechtfertigen, warum man noch hier ist. Manche haben die Einstellung: Wer kann, der geht. Das lässt sich nicht von heute auf morgen ändern."

Barbara Christoph, Kulturservicestelle des Bezirks Oberfranken

Die Oberfranken müssen sich daher besser vermarkten – auch in sprachlicher Hinsicht. "Wir müssen sie salonfähiger machen", merkt Christoph an.

Vorurteile in Hülle und Fülle

"Daab" ist die fränkische Witzfigur: Ob im Radio oder im Fernsehen, dem Franken wird oft die Rolle des Dümmlichen zugeschrieben. Doch auch im Alltag macht sich das Klischee des "daaben" Franken breit. "Das", sagt Barbara Christoph, "präge die Menschen und ihr Selbstwertgefühl".

"Nichtfranken empfinden die Franken schon teilweise als ein bisschen bös'."

Barbara Christoph

Ein weiteres Vorurteil: Franken sind rau und direkt. "Du bist a Sauwaafn"  – also jemand, der unnütz redet. Was für den Oberfranken zum normalen Sprachgebrauch gehört, kann für nicht-fränkische Ohren schnell zur Beleidigung werden.


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