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Nazi-Aufmarsch in Wunsiedel Neonazi wegen Volksverhetzung verurteilt

Der Neonazi Matthias Fischer ist vom Amtsgericht Wunsiedel wegen Volksverhetzung zu einer Geldstrafe verurteilt worden. In dem Prozess ging es um einen Neonazi-Aufmarsch in Wunsiedel, bei dem Fischer als Versammlungsleiter auftrat.

Stand: 01.12.2015

Der Fürther Neonazi Matthias Fischer (r), einer der führenden Köpfe der Neonazi-Szene Bayerns | Bild: picture-alliance/dpa

Bei dem Aufmarsch von rund 200 Rechtsextremisten vor zwei Jahren wurde unter anderem dem NS-Kriegsverbrecher Erich Priebke gehuldigt. Deshalb muss Fischer als verantwortlicher Versammlungsleiter nun 90 Tagessätze zu je 30 Euro, insgesamt also 2.700 Euro Geldstrafe, zahlen. Das hat das Amtsgericht Wunsiedel am Dienstag (01.12.15) beschlossen.

Verhöhnung der Opfer

Bei der Neonazi-Demonstration am 16. November 2013 war Priebke auf Transparenten und in Redebeiträgen als Vorbild gefeiert worden. Die Staatsanwaltschaft Hof sah darin eine Billigung der verbrecherischen Nazi-Herrschaft und eine Verhöhnung der Opfer. Der frühere SS-Hauptsturmführer Priebke war 1944 an einem der schlimmsten Kriegsverbrechen in Italien beteiligt, als in den Ardeatinischen Höhlen nahe Rom 335 italienische Zivilisten erschossen wurden. Dafür erhielt Priebke in Italien eine lebenslange Haftstrafe.

Aktiver deutscher Neonazi

Fischer, der bis zu seinem Umzug vor wenigen Monaten in Fürth lebte, ist einer der aktivsten deutschen Neonazis. Er war Anführer beim sogenannten "Freien Netz Süd", das im Sommer 2014 vom Bayerischen Innenministerium verboten wurde. Inzwischen gehört er der extrem rechten Partei "Der Dritte Weg" an.

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