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Naturpark Steigerwald Naturschutzverbände verklagen die Staatsregierung

Am Bayerischen Verwaltungsgerichtshof in München hat der Prozess in der Causa "Hoher Buchener Wald" begonnen. Der Bund Naturschutz (BN) und der bayerische Landesbund für Vogelschutz (LBV) klagen gegen den Freistaat Bayern.

Stand: 26.07.2016

Hintergrund ist die Aufhebung des Schutzgebiets "Hoher Buchener Wald" bei Ebrach im Steigerwald durch die Bayerische Staatsregierung. Diese Entscheidung ist nach Ansicht der Kläger gesetzeswidrig. Bei der mündlichen Verhandlung machten sie deutlich, dass aus ihrer Sicht die Aufhebungsverordnung aufgrund wirtschaftlicher Interessen der Bayerischen Staatsforsten und politischen Drucks zustande gekommen sei.

Schützenswertes Ökosystem

Hubert Weiger vom Bund Naturschutz sagte zum Auftakt am Dienstag (26.07.16), der Schutz der alten Buchenwälder sei für Deutschland und Europa von erheblicher Bedeutung. Noch nie sei der Schutz für so ein großes Gebiet aufgehoben worden, kritisierte der Landesvorsitzende. Auch Norbert Schäffer vom bayerischen Vogelschutzbund sieht den Freistaat in der Pflicht, die holzwirtschaftliche Nutzung in dem empfindlichen Ökosystem rund um den Ebracher Forst komplett zu unterbinden.

CSU änderte Naturschutzrecht

Das 775 Hektar große Gebiet im Steigerwald ist seit Jahren ein Zankapfel. Nachdem das Landratsamt Bamberg die Wälder 2014 zum Schutzgebiet ausweisen ließ, änderte der Landtag extra das bayerische Naturschutzgesetz, um den Wald weiterhin wirtschaftlich nutzen zu können. Entscheidungen über Naturschutzgebiete von mehr als zehn Hektar Größe soll künftig die Bezirksregierungen fallen. Diese sind – im Gegensatz zu den Landratsämtern – gegenüber der Staatsregierung weisungsgebunden. Die Regierung von Oberfranken stoppte daraufhin im vergangenen Jahr das Schutzgebiet "Hoher Buchener Wald". Der Bayerische Verwaltungsgerichtshofs will in der Sache innerhalb von zwei Wochen eine Entscheidung fällen.

Hintergrund des Gerichtsverfahrens

Um den Steigerwald tobt seit Jahren ein erbitterter Streit: Umweltschützer wollen ihn wegen seiner uralten Buchenbestände zum Nationalpark machen, die Holzwirtschaft ist strikt dagegen und bekommt dabei Unterstützung von der Staatsregierung. Kein Nationalpark, dafür aber UNESCO-Weltnaturerbe soll der Steigerwald werden, wenn es nach dem Willen von Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) geht. Das kritisieren Naturschutzverbände als Mogelpackung. Denn Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Bewerbung als UNESCO-Weltnaturerbe sei ein zusammenhängendes Schutzgebiet, zu dem auch das Gebiet "Hoher Buchener Wald" gehören müsse.

Streit um Steigerwald

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in der Früh, Mittwoch, 27.Juli, 07:07 Uhr

2.

Auf Kosten vom Steuerzahler oder ??

Realo Ost, Dienstag, 26.Juli, 22:18 Uhr

1. Wehe uns, wenn solche Tagträumer los gelassen!

Da kein Blog zu diesem Protestcamp unverbesserlicher Sozialphantasten vorhanden ist, mal wie folgt: Es müssen wohl erst noch viel mehr Tote und Verletzte sein, ehe gewisse links-grüne Weltverbesserer begreifen, dass es falsch ist, zu viel Verständnis und Mitgefühl für Unverbesserliche zu zeigen! Nur mit konkreten Vorschriften und Regeln bekommt man Respekt. Dieses ewige Schleimspurkriechen aber bewirkt das Gegenteil. Ob diese Idealisten erst selbst Opfer werden müssen, ehe die die unsichere Lage begreifen, in die zu viel Vertrauen und Naivität gegenüber fremden Kulturen unser Land bereits gebracht haben?