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Migräne-Radar der Hochschule Hof Ist das Wetter doch kein Migräne-Auslöser?

Plötzliche Wetteränderungen sind für Migränepatienten oft Auslöser für Anfälle. Forschungen an der Hochschule Hof haben jetzt aber ergeben, dass der Effekt des Wetters offenbar viel kleiner ist, als bisher vermutet.

Von: Kristina Kreutzer

Stand: 13.10.2017

Migräne | Bild: picture-alliance/dpa

Seit einigen Jahren werden an der Hofer Hochschule im sogenannten Migräne-Radar Daten von Betroffenen gesammelt und ausgewertet. Erste Ergebnisse wurde am Freitag (13.10.17) auf dem Deutschen Schmerzkongress in Mannheim vorgestellt.

Zweifel an "Wochenend-Migräne"-These

Überraschende Erkenntnis: Nur bei etwa vier Prozent der Patientinnen und Patienten konnten Wetteränderungen als Auslöser von Anfällen nachgewiesen werden, heißt es seitens der Projektgruppe. Auch zur "Wochenend-Migräne" – mit einer Häufung der Attacken samstags und sonntags – gibt es neue Erkenntnisse. Dass Migräne tatsächlich überwiegend an den ruhigeren Tagen auftritt, konnten die Untersuchungen der Hofer Hochschule nämlich nicht nachweisen. Allerdings: Voll- und Teilzeitarbeitende sind überdurchschnittlich, Rentner, Schüler, Studenten und Erwerbslose eher unterdurchschnittlich von Migräneanfällen betroffen.

Förderung bis 2019

Ausgewertet wurden im Rahmen des Projekts die Daten von 60.000 Migräneanfälle von fast 6.000 Projektteilnehmern in einem Zeitraum von zweieinhalb Jahren. Projektpartner des Migräne-Radars sind die Migräne- und Kopfschmerzklinik Königstein und die Universitätsmedizin Rostock. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert das Projekt bis Ende 2019 mit knapp 280.000 Euro. Es ist eines von 13 geförderten Forschungsprojekten in Deutschland, bei denen normale Bürger zusammen mit Wissenschaftlern forschen.


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