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Macbeth am Theater Hof Inszenierung vereint Schauspiel, Oper und Tanz

Intrigen, Machthunger, Mord: Die Geschichte um den schottischen König Macbeth ist blutgetränkt. Shakespeare hat sie erzählt, Verdi in seiner Oper umgesetzt. Das Theater Hof bringt Macbeth nun als spartenübergreifende Inszenierung auf die Bühne.

Von: Annerose Zuber

Stand: 16.06.2017

Macbeth am Theater Hof | Bild: H. Dietz/Theater Hof

Macbeth ist nichts für einen entspannten Theaterbesuch - düster ist Verdis Musik und voll schreiender Gewalt sind Shakespeares Verse. Auf ihrem Weg zur Macht gehen Macbeth und die Lady über Leichen.

"Beide Hauptfiguren auf der Bühne und auch alle anderen Figuren im Stück haben sehr unsympathische Seiten, sind Karrieristen, Egozentriker, Egoisten."

Reinhardt Friese, Intendant Theater Hof

Neue Dimension erschließen

Ob Schauspiel oder Oper – "Macbeth"  nimmt für den Hofer Theater-Intendanten Reinhardt Friese eine Ausnahme-Stellung ein. Im Gegensatz zu den meisten anderen Stücken gebe es in "Macbeth" keine Figuren, mit denen sich der Zuschauer identifizieren könne. Und dies rufe geradezu nach einer spartenübergreifenden Inszenierung, meint Friese.

"Das fällt mir oft bei Schauspielaufführungen von dem Stück auf, dass es einen oft sehr kalt lässt und umgekehrt finde ich es bei der Oper allein oft ein bisschen sehr 'L'Art pour  l'art'. Also, wo man oft merkt, da fehlt oft der direkte Zug und wir hoffen, dass wir das in einer Weise verzahnt bekommen, dass es dem einen oder anderen noch eine Dimension dazu erschließt."

Reinhardt Friese, Intendant Theater Hof

Nachdruck durch Musik

Intendant Reinhardt Friese stellt in seiner Inszenierung klar Bezüge zur NS-Diktatur her.

Fast alle Rollen sind doppelt besetzt – jeweils mit Schauspielern und Sängern. Die Handlung wird vor allem über Shakespeares Schauspiel-Fassung erzählt. Die Solisten und der Chor stehen dagegen auf einer zweiten kleineren Bühne, die von Zeit zu Zeit in den Vordergrund fährt, um der jeweiligen Szene Nachdruck zu verleihen – wie zum Beispiel nach dem Mord an Macbeths Gegenpart Banquo.

Bezüge zum Dritten Reich

Diese Geschichte voller rücksichtsloser Intrigen und Skrupellosigkeit ist zeitlos, sagt der Hofer Theater-Chef Friese - und stellt mit Bühnenbild und Kostümen doch ganz klare Bezüge zur Nazi-Diktatur her.

"Wir haben es in die 30er-Jahre verortet, weil ich finde, dass in dem Stück viel von faschistoiden Dingen die Rede ist. Und wenn man die Texte von Shakespeare hört, dann hört man teilweise Goebbels und Hitler. Das ist wirklich gruselig."

Reinhardt Friese, Intendant Theater Hof

Premiere am Samstag

Macbeth und die Lady in der Neuinszenierung am Theater Hof.

Die spartenübergreifende  Inszenierung ist eine Mammut-Aufgabe für das Hofer Ensemble. Bis zu 60 Akteure aus Schauspiel, Musiktheater und Ballett stehen auf der Bühne – plus die Hofer Symphoniker im Orchestergraben. Frieses Zusammenfassung der abendfüllenden Stücke Verdis und Shakespeares dauert gut drei Stunden. Premiere feierte diese in der deutschen Theaterlandschaft bislang wohl einzigartige Macbeth-Aufbereitung am Samstag (17.06.17) und ist dann bis 16. Juli in Hof zu erleben.

Sendung

Programmhinweis

  • zur Sendungshomepage Regionalnachrichten Franken von 6.00 bis 18.00 Uhr, jeweils zur halben und zur vollen Stunde, Bayern 1

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