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Luisenburg-Festspiele Lerchenberg schmeißt als Intendant hin

Michael Lerchenberg, Intendant der Wunsiedler Luisenburg-Festspiele, beendet seinen Vertrag vorzeitig. Der Grund: fehlender Rückhalt in der Stadt.

Stand: 08.08.2016

Der Schauspieler, Regisseur und Intendant hat am Montag (08.08.16) erklärt, dass er die Festspiele bereits im Herbst 2017 verlässt. Schon im Juni war bekannt geworden, dass Lerchenberg seinen Vertrag nicht verlängert. Nun geht er noch ein Jahr früher als geplant. Eine "Summe von Schwierigkeiten" hätten ihn zu dieser Entscheidung bewegt, so Lerchenberg.

Fehlender Rückhalt

Zum einen sei die Arbeitsbelastung in den letzten Jahren sehr hoch gewesen, so Lerchenberg. Er habe nicht nur als Intendant, Regisseur und Schauspieler auf der Luisenburg gearbeitet, sondern auch die unternehmerischen Aufgaben eines Verwaltungsleiters größtenteils mit übernommen. Ein weiterer Grund für den vorzeitigen Weggang: fehlender Rückhalt in der lokalen Politik. Lerchenberg griff insbesondere den Wunsiedler Stadtrat und nicht namentlich genannte Politiker im Landkreis an. Die Luisenburg sei Teil der "Schmutzkampagnen" einer "Fundamentalopposition" im Stadtrat geworden, so Lerchenberg.

"In der Summe fragt man sich dann schon, warum man sich hier eigentlich weiter so engagieren und aufarbeiten soll. Vor allem wenn man die Wertschätzung und den Respekt in dieser Stadt vermisst."

Michael Lerchenberg, Intendant der Luisenburg Festspiele

Auch die jüngsten Ermittlungen gegen die Luisenburg-Festspiele wegen des Verdachts auf Sozialversicherungsbetrug "waren Tropfen, die das Fass schließlich zum Überlaufen gebracht haben", so Lerchenberg.

Hingegen dankte Lerchenberg Wunsiedels Bürgermeister, Karl-Willi Beck (CSU), ebenso wie der Regierung von Oberfranken und der bayerischen Staatsregierung, ohne deren Hilfe auf der Luisenburg "schon längst die Lichter ausgegangen" wären.

Nachfolge ungewiss

Karl-Willi Beck und Michael Lerchenberg

Lerchenberg steht seit 1980 als Schauspieler auf der Bühne der Luisenburg und übernahm 2003 die Intendanz. Unter seiner Führung wurden die Festspiele professionalisiert und zu einem modernen Theaterbetrieb umgebaut. Unter anderem führte Lerchenberg die Sparte Musical auf der Luisenburg ein und machte das Volksstück zu einem Alleinstellungsmerkmal in ganz Bayern. Er erweiterte das Angebot der Festspiele um zusätzliche Aufführungen in der Rubrik "LuisenburgXtra", gründete die Theaterpädagogik auf der Luisenburg und brachte in 14 Jahren sieben Uraufführungen und 26 neue Stücke auf die Felsenbühne bei Wunsiedel. Mit einer durchschnittlichen Besucherzahl von knapp 140.000 pro Jahr brachte Lerchenberg die Luisenburg Festspiele auch in dieser Hinsicht auf eine Erfolgsspur.

Wunsiedels Bürgermeister Karl-Willi Beck (CSU) bedauerte die Entscheidung Lerchenbergs, zeigte aber auch Verständnis.

"Lerchenberg hat die Festspiele auf einen Gipfelpfad geführt. Und darüber freuen wir uns."

Karl-Willi Beck (CSU), Bürgermeister Wunsiedel

Michael Lerchenberg will sich 2017 mit dem Stück "Der Theatermacher" von Thomas Bernhard verabschieden. Ein Nachfolger für Lerchenberg steht noch nicht fest. Noch im August will der Stadtrat aber über die Ausschreibung der Stelle – und möglichst schon im Dezember über die Personalie – entscheiden.


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prechtl, Freitag, 12.August, 18:51 Uhr

3. lerchenberg

mein gott der lerchenberg und beck wollten sich beide ein denkmal setzen. geht ohne lerchenberg genauso weiter.
hab den eindruck von den beiden das alles nach ihrer pfeife tanzen soll.wenn nicht spielen beide sofort verrückt.
gute reise lerchenberg .mir hat noch kein stück von ihn gefallen.

Katja Steinel, Mittwoch, 10.August, 11:15 Uhr

2. Abschied Lerchenberg

Herr Lerchenberg ist ein großartiger Intendant. Egal ob nun 2017 oder 2018, es wird sehr sehr schwer werden
ihn "gleichwertig" zu ersetzen.

Heidi Raps, Dienstag, 09.August, 15:17 Uhr

1. Lerchenberg- Rücktritt

So, jetzt sollen diese (...) beweisen, dass sie's besser können. Von nun an geht's bergab wie mit vielem anderen in der schönen Stadt Wunsiedel. Der Krug geht so lange zum Brunnen.....! Dieser Kommentar wurde von der BR-Redaktion entsprechend unseren
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