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Silvester-Übergriff in Hof Angeklagter entschuldigt sich vor Gericht

Am Landgericht Hof hat das Berufungsverfahren gegen einen Iraker begonnen. Er war im März wegen eines sexuellen Übergriffs in der Silvesternacht verurteilt worden. Der 22-Jährige entschuldigte sich beim traumatisierten Opfer.

Von: Annerose Zuber

Stand: 15.07.2016

Prozess um sexuellen Übergriff in Hof | Bild: BR-Studio Franken/Annerose Zuber

Auch ein halbes Jahr nach dem sexuellen Übergriff leidet das 30-jährige Opfer aus Hof noch unter der Attacke des jungen Mannes. In größeren Menschenmengen oder auch auf dem Nachhauseweg habe sie Angst. Dies erklärte die Frau am Freitag (15.07.16) vor der Berufungskammer des Landgerichts Hof. Der 22-jährige Täter entschuldigte sich in der Verhandlung bei seinem Opfer.

"Verhältnismäßig hartes" Urteil

In erster Instanz hatte das Amtsgericht Hof den 22-jährigen aus dem Irak im März wegen sexueller Nötigung und gefährlicher Körperverletzung zu dreieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt. Der Verteidiger hält eine Bewährungsstrafe aber für ausreichend. Der Hofer Amtsrichter hatte sein Urteil damals selbst als "verhältnismäßig hart" bezeichnet. Dies sei aber, auch nach den Silvesterübergriffen in Köln, zur Abschreckung und Generalprävention nötig gewesen.

Angreifer verliebte sich spontan

Zum Auftakt der Berufungsverhandlung konnte der Angeklagte seine Tat schwer begründen. Er habe sich spontan in die junge Frau verliebt, als er ihr am Neujahrsmorgen gegen 5.30 Uhr zufällig in Hof begegnete. Dabei hatte er die Frau dann unvermittelt angegriffen, ihr mehrmals Mund und Nase zugedrückt und ihr an Brust und zwischen die Beine gegriffen. Die Frau erlitt dabei Prellungen. Der Mann flüchtete dann, konnte aber wenig später festgenommen werden und sitzt seitdem in Untersuchungshaft.

Bisher wenige Verurteilungen

Es war nach Angaben der Staatsanwaltschaft der einzige Fall von sexuellen Übergriffen in der Silvesternacht in Hof. Deutschlandweit geht die Polizei von rund 1.200 Opfern aus. Allerdings kam es bisher kaum zu Prozessen, da die einzelnen Täter schwer zu identifizieren sind. Bislang gab es wegen sexueller Übergriffe in Köln, Düsseldorf und Stuttgart vier Verurteilungen. Diese blieben mit Bewährungsstrafen und einer maximalen Haftsftrafe von einem Jahr und neun Monaten weit unter dem Strafmaß des Hofer Amtsrichters.

Abschiebung droht

Für den in Hof Angeklagten aus dem Irak steht viel auf dem Spiel: Denn bei einer Gefängnisstrafe von mehr als drei Jahren muß er zwingend in sein Heimatland abgeschoben werden, aus dem er nach seinen Angaben wegen einer Familienfehde geflohen ist. Der Prozess wird am 25. Juli fortgesetzt. Dann wird auch das Urteil erwartet.

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