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Landestheater Coburg Kosten-Obergrenze für Interimsspielstätte aufgehoben

Der Coburger Stadtrat hat die Kostenobergrenze von sechs Millionen Euro für die geplante Interimsspielstätte des Landestheaters aufgehoben. Zuvor hatte das Gremium einen Eilantraggegen gegen einen Wegfall der Deckelung knapp abgelehnt.

Von: Claudia Stern

Stand: 29.09.2017

Die Fraktionen von CSU/JC, Pro Coburg, SBC und FDP wollten mit ihrem Eilantrag erreichen, dass notfalls ganz auf den Bau einer Ausweichstätte verzichtet wird, da sie fürchten, die geplante Interimsspielstätte in Leichtbauweise könnte acht bis zehn, statt wie bisher geplant maximal sechs Millionen Euro kosten.

Endgültige Entscheidung im November

Wie teuer der Interimsbau tatsächlich werden wird und wie er im Detail aussehen wird, steht nach wie vor nicht fest. Nach der Aufhebung der Deckelung könne die Stadt nun aber weiter mit Firmen über die genaue Umsetzung verhandeln, heißt es von Seiten der Stadt. Im November wird der Stadtrat dann endgültig über das Streitthema Interimsspielstätte entscheiden. Bis zu diesem Zeitpunkt sollte dann auch Klarheit über die Kosten herrschen.

Absage an Zelt und wechselnde Spielstätten

Geplant ist derzeit die Dreifachturnhalle am Anger teilweise abzureißen und zu einer Interimsspielstätte auszubauen. Die Umsetzung in Leichtbauweise soll ermöglichen, dass das Konstrukt nach Ende der Sanierung des Landestheaters wieder abgebaut und anderweitig verwendet oder verkauft werden kann. Das hatte der Stadtrat im Dezember vergangenen Jahres beschlossen. Kostenobergrenze waren damals maximal sechs Millionen Euro. Einem Zelt sowie einem Ausweichen auf mehrere alte, nicht mehr genutzte Hallen oder Gebäude erteilte der Stadtrat eine klare Absage. Doch auch diese Optionen könnten im November nochmal zur Debatte stehen, sollten die Kosten für die geplante Interimsspielstätte am Anger, wie befürchtet, explodieren.

Sanierung dringend nötig


Das Haupthaus des Landestheater Coburg muss dringend saniert werden. Nach einem Wasserschaden im Jahr 2013 wurden die Planungen beschleunigt. Aus Sicherheitsgründen darf das Gebäude nur noch bis Ende 2018 genutzt werden. Für die Generalsanierung des früheren Hoftheaters werden insgesamt 65 Millionen Euro veranschlagt, von denen Bayern drei Viertel übernimmt. Der Freistaat beteiligte sich bereits mit 40 Prozent am Unterhalt des Landestheaters Coburg. Zudem gibt es eine Bestandsgarantie für das Haus.


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Wolfgang, Sonntag, 01.Oktober, 19:31 Uhr

2. Bestandsgarantien kann man auch widerrufen!

Nichts gegen das Landestheater in Coburg. Prinzipiell kann oder sollte es nicht sein daß eine früher ausgesprochende Bestands- oder Fördergarantie einfach so künftige Parlamente und Generationen bindet.

Wenn die "Großväter" so frei waren eine Garantie auszusprechen, dann haben auch die "Enkel" das Recht zu "ab jetzt nicht mehr"!

Ich gehe gerne in Schauspiele und mir sind die hohen Subvention dafür bewusst, schön für mich und andere daß es so ist. Aber eine Pflicht der Gemeinschaft dazu sehe ich nicht.

Es ist schöne Unterhaltung, ein politisch-philosophisch aufgeklärter Mensch kann man aber preiswerter durch Bücher und gute Radiohörspiele auch werden.

Wolfgang, Sonntag, 01.Oktober, 19:19 Uhr

1. Das sollte preiswerter gehen, Sanierung und Interimsspielstätte.

Z.B. wir in Waldkraiburg in Stadtsaal auch Oper und Schauspiel aufgeführt. Die zusätzliche Theatertauglichkeit des Saales dürfte keine 6Mio€ gekostet haben.

Oder im Rahmen der Salzburger Festspiele wurden in Hallein "Essenbecks" in einer Industriehalle ( Sitzplätze auf einer Baugerüstkonstruktion ) gegeben, das war eine beeindruckende Vorstellung.

Wiewenig Infrastruktur für Theaterkust nötig ist zeigte man mal bei einer Freiluftsommeraufaufführung von Verdis Nabucco auf der Burg in Burghausen.

Also ohne Schnürboden usw. aber geheizt, Brandschutz usw. muß selbstverständlich in einem Ausweichquartier auch sein.

Bleibt die Frage ob 65Mio€ nötig sind in Coburg um Statikrisiken zu beseitigen und ausgebleichte Wandbehänge und Sesselpolster zu tauschen. Thermische Alterung an einigen Scheinwerfern mag es geben.