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Wildpark Tambach Keine Angst vorm Wolf

Im Bayerischen Wald sind mehrere Wölfe aus einem Gehege entkommen. Auch im Wildgehege Tambach wird dies mit Sorge verfolgt. Allerdings raten die Verantwortlichen dort zu Gelassenheit gegenüber dem Wolf.

Stand: 11.10.2017

30 Tiere leben im oberfränkischen Tambach in einem Wolfsrudel, in einem weitläufigen Gehege im dortigen Wildpark. Wie auch bei den entlaufenen Wölfen im Bayerischen Wald handelt es sich dabei um den europäischen Grauwolf. Die Ereignisse im Bayerischen Wald betrachtet man auch in Tambach mit Sorge.

Die Tiere seien zwar nicht von Hand aufgezogen, erklärt Tierpflegerin Anne Hornung, dennoch seien sie die Nähe des Menschen gewohnt. Vor allem die gewohnten Mahlzeiten würden schließlich von Menschen ins Gehege gebracht.

Freiheit bedeutet Stress

Wölfe aus dem Tambacher Rudel

Der große Unterschied zu freilaufenden Wölfen sei, dass die Tiere im Gehege nicht gelernt haben zu jagen und ohne Hilfe des Menschen zu überleben. Für die entlaufenen Wölfe vom Bayerischen Wald bedeute das vor allem Stress. Ob es gelingen wird, die drei noch frei laufenden Wölfe zurück in ihr Gehege im Bayerischen Wald zu bringen will Hornung nicht prognostizieren. "Mit jedem Tag, den sie draußen sind, wird es schwieriger, sie lebend einzufangen."

Dennoch rät Wolfskennerin Hornung zu realistischer Gelassenheit. Dieses Thema vertrage keine Schwarzweißzeichnung vom vermeintlich bösen oder guten Wolf. Der Wildpark Tambach setzt auf Aufklärung, zum Beispiel indem Tierpfleger das Verhaltensmuster der Wölfe erklären. "Der Wolf mit den nach hinten gelegten Ohren und fletschenden Zähnen wird oft als böser Wolf dargestellt," sagt Hornung. "Aber das ist das Verhalten eines Wolfes, der Angst hat."


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