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Strecke Bamberg-Erfurt Hochgeschwindigkeitstest für ICE

Mit 300 Stundenkilometern ist erstmals ein ICE-Sonderzug auf der neuen Ausbaustrecke der Bahn von Bamberg nach Erfurt gerast. An Bord war auch Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU). Die Rückfahrt dauerte etwas länger.

Von: Heiner Gremer

Stand: 30.08.2017

ICE Testfahrt Bamberg-Erfurt am 30.08.2017 | Bild: BR-Studio Franken/Tina Wenzel

Auf der Hinfahrt hat am Mittwochvormittag (30.08.17) noch alles geklappt. Wie geplant dauerte die Fahrt von Bamberg nach Erfurt nur 45 Minuten für 120 Kilometer.

Erste Fahrt - erste Verspätung

Auf der Rückfahrt waren die Bremsen heiß gelaufen, Sensoren stoppten den Zug. Und so hatte der erste ICE auf der neuen Strecke bereits eine 30-minütige Verspätung. Kein Problem aus Sicht der Bahn: "Jede Störung hilft uns heute, um morgen einen stabilen Fahrplanbetrieb zu fahren."

Zahl der Fahrgäste verdoppeln

Geteilte Bahnstrecke bei Ebensfeld: Links geht es nach Jena, rechts nach Erfurt.

Die Bahn will die Zahl ihrer Fahrgäste auf der Strecke von München nach Berlin verdoppeln. Dabei soll die ICE-Neu- und Ausbaustrecke helfen. Das hat Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) auf der Testfahrt im ICE-Sonderzug mitgeteilt. Der Anteil der Bahn an allen Reisenden zwischen München und Berlin würde dann von bisher 20 auf 40 Prozent steigen. Bisher sind es auf der Strecke 1,8 Millionen, dann 3,6 Millionen Fahrgäste. Die Bahn wäre damit nicht nur dem Auto gegenüber überlegen, sondern auch dem Flugzeug gegenüber konkurrenzfähig, sagte Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) dem Bayerischen Rundfunk. 17 Millionen Menschen entlang der Schnellfahrtstrecke würden so von den kürzeren Reisezeiten und den neuen Direktverbindungen profitieren, so der Minister weiter.

In vier Stunden von München nach Berlin

Die gesamte Strecke ist rund 500 Kilometer lang und soll mit dem Fahrplanwechsel im Dezember offiziell eröffnet werden. Die Fahrtzeit zwischen München und Berlin soll dann auf unter vier Stunden gedrückt werden – zwei weniger als bisher. Das Verkehrsprojekt "Deutsche Einheit Nr. 8" ist Europas größte Bahnbaustelle. Zudem ist der Ausbau der ICE-Strecke von Nürnberg nach Berlin mit Kosten von rund zehn Milliarden Euro wohl auch eine der teuersten. Diese Investition verteidigte der Bundesverkehrsminister während der Testfahrt erneut.

"Infrastruktur ist teuer, das wissen wir. Und modernste Infrastruktur – wie hier die Hochgeschwindigkeitsstrecke – hat hohe Investitionskosten. Zehn Milliarden sind natürlich sehr viel Geld. Aber es sind Investitionen, die nicht für wenige Jahre, sondern für Jahrzehente bestehen."

Alexander Dobrindt (CSU), Bundesverkehrsminister

Verkehrsprojekt Deutsche Einheit Nr. 8


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Helmut, Donnerstag, 31.August, 14:39 Uhr

12. Na endlich

Wurde auch Zeit eine vernünftige Bahnverbindung zwischen Berlin und München hinzubekommen, anstatt den Umweg über Götitingen nehmen zu müssen.
Hoffentlich sind die Tickets dann konkurrenzfähig mit den Billigfliegern. Von der Zeit her wären sie es.
Zu Temp 300: Auf der Stecke Frankfurt-Köln geht es eine Stück an der Autobahn entlang. Ich habe es immer sehr genossen wie die Porsches und andere Flitzer vergenes versucht haben mitzuhalten. Ansonsten macht es kaum einen Unterschied ob 280 oder 300 Spitze.

Floh, Donnerstag, 31.August, 06:49 Uhr

11. Testfahrt

Wem einen der ICE nicht reicht mit der Geschwindigkeit, dann soll er doch das Flugzeug nehmen und fliegen.

Enrico Pelocke, Donnerstag, 31.August, 01:56 Uhr

10. heiße Bremsen

Wie können beim Fahren die Bremsen heiß laufen? Hat da jemand die Handbremse angezogen und der ICE mit voller Leistung die feste Bremse mitgezogen? 120 km in 45 min ergibt 160 km/h Reisegeschwindigkeit. Mit konstant 300 km/h braucht man für diese Strecke nur 24 min, mit Anfahren, Bremsen und Fahrzeitreserve ca. 30 min. Was passierte in den 15 min Differenz? Hat man den Zug ständig beschleunigt und wieder abgebremst? Aber ich zweifle, ob das die heiße Bremse erklärt.

Möchte-gern-Umwelthelfer, Donnerstag, 31.August, 00:06 Uhr

9. Wie jetzt?

Wo ist der Aufschrei der Deutschen Umwelthilfe oder der Grünen? Keine Nachfrage nach NOx, nichts mit Feinstaubbelastung? Sauberer Strom oder Braunkohle?
Warum wurde auf dem Zug keine Solaranlagen eingebaut? - Drohen Fahrverbote?

Gut - das ist nicht ganz ernst gemeint. Aber die nehme ich auch nicht ganz ernst.

Wolfgang, Mittwoch, 30.August, 21:53 Uhr

8. Wieso sind Bremsen heißgelaufen?

Erfurt-Lichtenfels ohne Halt, so wie ich über die Trassierung las gibt es zwar unterschiedliche Streckenhöchsgeschwindigkeiten abschnittsweise.

Abe rso daß "langsamere" Abschnitte mit "Ausrollen" oder elektrishcer Nutzbrememsung angefahren werden.

Möglicherweise heißwerdende Scheibenbremsen nur zur Endbremsung an Verkehrshalten oder bei Notbremsung benutzt werden.

Für Planmäßige Halte sollten die Bremsen ja ausreichend dimensioniert sein.

Und für einen Schnitt von 160km/h bei Vmax 300km/h muß am Streckenende nicht Notbremsung gemacht werden.