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Thüringen/Oberfranken Höllentalbahn wieder im Gespräch

Wird die Höllentalbahn zwischen Blankenstein in Thüringen und Marxgrün bei Naila wiederbelebt? Die Ministerpräsidenten aus Thüringen und Bayern wollen die Reaktivierung offenbar vorantreiben.

Stand: 18.10.2016

Oktobersonntag im Höllental (Frankenwald). | Bild: Liane Mohringer, 95030 Hof, 19.10.2015

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Die Linke) sagte in einem Interview des Bayerischen Rundfunks, dass er und Horst Seehofer (CSU) sich vor allem bei den letzten Gesprächen zum Länderfinanzausgleich durchaus näher gekommen seien. Zum Beispiel denken sie über das gemeinsame Verkehrsprojekt der Höllentalbahn zwischen Thüringen und Bayern nach.

"Das hätte den praktischen Vorteil, täglich hunderte von Lkw aus der Region um Hof von der Straße zu bekommen."

Bodo Ramelow  (Die Linke), Ministerpräsident Thüringen

Synergien nutzen

Die Höllentalbahn sorgt seit Jahren für heftige Diskussionen in der Region. Seit 1945 ist die 5,5 Kilometer lange Strecke zwischen Blankenstein und Marxgrün stillgelegt. Die Schienen wurden abgebaut. Unterstützer der Wiederbelebung begrüßen die Haltung des thüringischen Ministerpräsidenten. Sie sehen die Wiederbelebung als Bindeglied zwischen Saalfeld und Hof und weiter Richtung Tschechien. Seit Ende des vergangenen Jahres wird auch die Strecke zwischen Selb (Lkr. Wunsiedel) und dem tschechischen Asch wieder befahren. Die Höllentalbahn wäre der letzte Lückenschluss, so die Befürworter. Zudem sehen sie nicht nur in der Nutzung des Personennahverkehrs, sondern auch für den Tourismus Vorteile. Auch könnte ein Teil der immensen Gütermengen von und nach Süden und Süd-Osten auf den Schienen transportiert werden.

Zu hohe Kosten

Gegner der Höllentalbahn halten dem wiederrum entgegen, dass die Kosten der Wiederbelebung in keinem Verhältnis zum tatsächlichen Nutzen stehen würden. Der Wiederaufbau der Bahnlinie liege im zweistelligen Millionenbereich, da auch Tunnel, Brücken und das Gleisbett an den heutigen Standard des Zugverkehrs anzupassen wären, so der CSU-Landtagsabgeordnete Alexander König im April. Zudem sei durch eine Wiederbelebung der Strecke mit Güter- und Personenverkehr quer durch das Höllental die Natur massiv in Gefahr, so König weiter.

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Paul Johannes, Freitag, 21.Oktober, 19:57 Uhr

6. Höllentalbahn

Um Alexander Königs Argument vollumfännglich folgen zu können, müsste man alle Bahnlinienen still legen und nur nur LKW Verkehr zulassen.
Dann zumindest ist nach seiner Aufassungsgabe die NATUR nicht in Gefahr. So einen Schmarrn wie dieses ARGUMENT habe ich von König noch nicht gelesen aber auch er muss sich halt Interessen beugen...gerade auch denen von Parteifreunden aus der CSU Bad Steben !..GELL Alex...

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Piccolo Sole, Mittwoch, 19.Oktober, 20:45 Uhr

5. Höllentalbahn

Es ist schon merkwürdig, wenn der CSU Landtagsabgeordnete Alexander König die Kosten für die Wiederbelebung der Höllentalbahn aufführt und den Umweltschutz hochhält.. Im Gegensatz zur Straße sind moderne Nahverkehrstriebwagen , die im Stundentakt fahren kaum als Lärmquelle wahrnehmbar, genau so wie ein paar Güterzüge. Kleintiere können Bahntrasse leciht überqueren, während sie auf der Straße plattgefahren werden Und wer fragt bei der Straße oder Großprojekten schon nach Kosten, .Jedes jahr werden für die Aufrüstung im militärischen Bereich zusätzlich 9 Mrd Euro ausgegeben, wer trägt die Kosten und wer hat den Schaden ?

Steffen Bock, Mittwoch, 19.Oktober, 20:34 Uhr

4. Höllentalbahn

Eigentlich sind 5,5km Schiene wieder aufzubauen lächerlich mit der heutigen Technik .Wenn man sich vor Augen führt wie man vor über 100 Jahren Bahnstrecken
gebaut hat und in welchen Zeitraum. Leider ist Deutschland kein Bahnland und das ist politisch so gewollt.Für Straßentrassen sitzt das Geld bedeutend lockerer.
Aber es gibt auch positive Beispiele, wo erfolgreich um Bahnstrecken gekämpft wird. Bleibt zu hoffen,das langsam ein Umdenken in der Politk einsetzt und die Potenziale einerBahnstrecke erkannt werden. Man braucht sich nur die vielen Lkw Ünfälle fast jeden Tag ansehen die mit unbeschreiblichen Leid verbunden sind, vom finanziellen Schäden ganz zu schweigen. Ich wünsche der Höllentalbahn einen positiven Bescheid,der Anfang ist gemacht.

Christer Wegmann, Mittwoch, 19.Oktober, 18:47 Uhr

3. Höllenthal Bahn

Es wird ein sehr wictiges bahnverbindubg zwichen Saalfeld-Hof für Personen-und Güerverkher' und turismus verkher. Und es gibt ein gutes umwelt für alle menchen

Manfred Jauck, Mittwoch, 19.Oktober, 15:27 Uhr

2. Höllentalbahn

Das ist eine äußerst erfreuliche Nachricht. Es ist sehr zu wünschen, dass die Höllentalbahn endlich zur "Chefsache" erklärt wird. Die Ministerpräsidenten von Bayern und Thüringen sollten sich wegen des Nutzens für beide Länder auf einen Kompromiss in der Kostenverteilung einigen, auch wenn der größere Teil der wieder zu errichtenden nur ca. 6 km (!) Gleis in Bayern liegt. Was hier auch noch einmal betont werden muss ist, dass es sich um einen Wiederaufbau einer bereits existierenden und viele Jahre genutzten Trasse handelt. Es gibt überhaupt keine vernünftige verkehrspolitische Alternative zum Lückenschluss zwischen Hof und Saalfeld durch die Höllentalbahn. Weder im Güter- noch im Personenverkehr. Wieso soll also die deutsche Teilung ausgerechnet hier weiter Bestand haben? Die Höllentalbahn muss ja schon allein aus geschichtlichen Gründen wieder kommen und bleiben. Manfred Jauck / Regensburg von der Verkehrsinitiative Höllennetz.