3

Zwist im Landkreis Hof Keine Höllentalbahn vor 2030

Eine Reaktivierung der Höllentalbahn im Landkreis Hof ist offenbar vorerst vom Tisch. Zumindest, wenn es nach dem Bayerischen Innenministerium geht. In der Region stößt das allerdings teils auf Unverständnis.

Von: Annerose Zuber

Stand: 01.06.2017

Symbolbild: Gleis | Bild: colourbox.com

Die Nachricht, dass eine Reaktivierung der Höllentalbahn bis 2030 nicht vorgesehen sei, hat der CSU-Landtagsabgeordnete Alexander König in einer Pressemitteilung verkündet. König hatte sich intensiv gegen eine Wiederinbetriebnahme eingesetzt und erhielt nun eine schriftliche Absage des Projekts vom Bayerischen Innenminister Joachim Herrmann (CSU).

"Es freut mich sehr, dass sich die Vernunft durchgesetzt hat und unser wunderschönes Naturschutzgebiet Höllental nicht durch eine Güterverkehrsstrecke beeinträchtigt werden wird."

Alexander König, CSU-Landtagsabgeordneter

Nach Ansicht des CSU-Politikers König wäre die Reaktivierung eine "staatlich organisierte Geldverschwendung", die die Anwohner mit Lärm belaste und das Naturschutzgebiet Höllental gefährde.

Unverständnis bei Befürwortern

Das "Nein" des bayerischen Innenministeriums zur Reaktivierung der Höllentalbahn stößt in der Region auf Unverständnis. Mit der Reaktivierung der rund 5,5 Kilometer langen Teilstrecke zwischen Blankenstein in Thüringen und Marxgrün bei Naila im Landkreis Hof könnte nach Ansicht der Befürworter nicht nur der ÖPNV in der Region enorm verbessert werden.

Als wichtiger Lückenschluss im deutsch-tschechischen Schienennetz würden so auch die ansässige Holzindustrie und die Umwelt profitieren, so die Befürworter. Entsprechende Gutachten zeigen außerdem: Mit der Bahnlinie könnten jährlich rund 200.000 Tonnen Waren von der Straße auf die Schiene verlegt und so umweltzerstörendes CO2 eingespart werden, heißt es seitens der "Höllennetz-Initiative". Die Argumente des CSU-Landtagsabgeordneten König gegen eine Reaktivierung seien "nicht fundiert und leicht widerlegbar“, erklärte Fritz Sell, der Vorsitzende der länderübergreifende Initiative "Höllennetz" auf BR-Nachfrage. Schon 2016 hatten die Bahn-Befürworter kritisiert, dass das Projekt nicht in den Bundesverkehrswegeplan aufgenommen wurde.

Lückenschluss mit Thüringen

Die Höllentalbahn war bereits ein gemeinsames Gesprächsthema zwischen dem Thüringer Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) und seinem bayerischen Amtskollegen Horst Seehofer. Noch im Oktober hieß es, dass man über das gemeinsame Verkehrsprojekt "Höllentalbahn" zwischen Thüringen und Bayern nachdenke.

"Das hätte den praktischen Vorteil, täglich hunderte von LKW aus der Region um Hof von der Straße zu bekommen. Da wird auf einmal deutsche Teilung wieder zur deutschen Vereinigung, wenn Horst Seehofer und Bodo Ramelow beschließen würden, dass dieses Projekt vorangetrieben wird."

Bodo Ramelow über die Höllentalbahn zwischen Thüringen und Bayern

Eine Reaktion der Staatskanzleien in Thüringen und München auf die Pressemitteilung des Hofer CSU-Politikers König gibt es bislang noch nicht. Laut König hat der bayerische Innen– und Verkehrsminister aber wörtlich erklärt: "Für den bahnseitigen Lückenschluss zwischen Bayern und Thüringen und die damit verbundene Reaktivierung der Höllentalbahn gibt es [...] in meinen Augen derzeit keine Grundlage."


3

Keine Kommentare mehr möglich. Hinweise zum Kommentieren finden Sie in den Kommentar-Spielregeln.)

Jürgen Martin, Dienstag, 06.Juni, 00:29 Uhr

6. Höllentalbahn muß den widerlichen LKW von der Straße holen

Und wieder einmal hat ein Politiker seine völlige Unfähigkeit bewiesen, sinnvolle Entscheidungen zu treffen. Hier ein Herr König von der CSU, der wohl besser sofort seinen Hut nehmen würde und die politische Bühne für immer verlassen würde, um seine Funktion kompetenteren Leuten zu überlassen. Herr könig kapieren Sie nicht, dass die Bahn das umweltfreundlichste Verkehrsmittel der Welt ist, und dass der wiederliche lästige LKW-Verkehr drastisch reduziert werden muß. Auch die Natur im Höllental leidet unter dem Straßenverkehr. hier kann nur die Bahn helfen, mehr Güter und Personen von der Straße zu holen. Das wäre eine sinnvolle Geldinvestition. Dass sie von Geldverschwendung reden macht sie sehr unglaubwürdig. Wenn Sie Geld brauchen, dann verdreifachen Sie bitte die LKW-Maut und führen die PKW-Maut für ALLE ein, das bewegt Wirtschaft und Personen, mehr die Bahn zu benutzen. Dann hätten viele Leute - vor allem Umweltschützer wieder Respekt vor Ihnen. mfg Martin

Folke Ebert, Freitag, 02.Juni, 19:29 Uhr

5. Höllentalbahn

Sei es Stuttgart 21, die NBS, immer neue Schnellstraßen oder der Berliner Fluchhafen, , seit Jahrzehnten werden massiv Gelder für den SPNV zweckentfremdet und wandern in Großprojekte die nur den großen Städten bzw. der Bauindusteie nutzen. . da braucht man sich nicht wundern, dass es schon seit Jahrzehnten eine massive Landflucht iu die Ballungsräume gibt..
Das neue U- Bahn Großprojekt in München wird diesen gewollten Trend weiter zementieren. Wenn hier der CSU Abgeordnete König bei der Höllentalbahn, angesicht gigantischer Kosten von Großprojekten, von Geldverschwendung spricht ist das der Hohn.
Wäre die Höllentalbahn ein Straßenprojekt wäre sie schon längst gebaut und Umweltschutz würde keinerlei Rolle spielen.
Wer so der Region und dem ländlichen Raum schadet der wird nicht gewählt.

Frankenwälder, Freitag, 02.Juni, 15:39 Uhr

4. Höllentalbahn durchaus sinvoll

1. Das Argument von Herrn König die Höllentalbahn sei bis 2030 wegen Fehlens im neuen Bundeverkehrswegeplan bis 2030 vom Tisch ist völlig aus dem Zusammenhang gerissen (fake-news). Richtig ist, dass die Höllentalbahn keine Hauptstrecke ist und somit nicht in die Zuständigkeit des Bundes fällt und deshalb Bayern und Thüringen (evtl. auch die EU - regionale Entwicklung) für die Finanzierung der Nebenbahn zuständig sind. Herr König der eigentlich für die gesamte Region Hof Geld aus München anwerben sollte wird so zum Bremsklotz und Befürworter Markt Bad Stebener Eigeninteressen, der bei einer Reaktivierung dieser Bahn evtl. das Nachsehen hätte.
2. Die Bürger der Region seien gegen die Reaktivierung (fake-news). Die Menschen der Region sind mehrheitlich für die Reaktivierung, wenige Gegner gibt es aber direkt entlang der Trasse.
3. Das Höllental verliert den Erholungswert (fake-news). Das UNESCO Welterbe Mittelrheintal, wird problemlos von 2 Zweigleisigen Hauptbahnstrecken durchzogen.

Andreas, Freitag, 02.Juni, 15:34 Uhr

3.

Sehr interessant wie manche Leute da argumentieren. Da wird von Bahnlärm geredet und das Dieselloks auch nicht CO2 frei fahren. Das aber ein 3-4 Güterzüge dort am Tag fahren würde und diese bis die Strecke mal fett wäre schon mit Flüsterbremsen ausgerüstet sind und somit leiser sind als ein lkw ist ja anscheinend nicht so wichtig. Da wird mit den Haarsträubendsten Argumenten gegen die Bahn gehetzt von Leuten die überhaupt nicht wissen wie das mal werden würde. Der Tourismus würde belebt durch die Bahn, man müsste weniger Parkplätze bauen die Umwelt würde entlastet. Aber gegen Bahnlärm zu hetzen scheint ja in Mode zu sein. Lieber noch 1000 LKW Fahrten mehr im Jahr, die LKW Schlangen reichen ja erst bis zum Horizont.

Enrico Pelocke, Freitag, 02.Juni, 01:27 Uhr

2. Lücke schließen!

Warum wird CSU-Politiker König nicht für unzurechnungsfähig erklärt? Unsinn ist, die Eisenbahn als zu teuer und umweltgefährdend zu bezeichnen. Der Straßenverkehr gefährdet die Umwelt viel mehr, braucht mehr Platz, macht mehr Lärm, Straßen sind breiter als Schienenstrecken, und über die Kosten für Straßen jammern die Entscheidungsträger nicht. Kleinsttiere können unter den Schienen hindurchschlüpfen oder sich zwischen die Schienen ducken, wenn der Zug kommt. Auf der Straße geht das nicht. Dort werden sie platt gefahren. Züge fahren viel seltener mit viel mehr Nutzlast. Deshalb werden auch seltener Tiere totgefahren. Der Wiederaufbau dieser Eisenbahn schützt die Natur, nicht die Fortsetzung des Straßenverkehrs. Die Entscheidung muß schnellstens korrigiert werden zum baldmöglichen Wiederaufbau dieser Eisenbahn mit durchgehenden Reisezügen Erfurt - Arnstadt - Stadtilm - Saalfeld - Naila - Hof - Cheb.