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Zukunftsweisende Forschung Ein Herz aus Spinnenseide

Forscher der Universitäten Bayreuth und Erlangen haben den Grundstein zur künstlichen Produktion von Herzgewebe gelegt. Ein zukunftsweisender Forschungserfolg dank Spinnenseide und 3D-Druck.

Von: Kristina Kreutzer

Stand: 11.08.2017

Ein Herz aus Spinnenseide | Bild: UBT

Herzinfarktpatienten hätten somit bald eine echte Chance auf Wiederherstellung ihres beschädigten Herzgewebes, teilte die Universität Bayreuth mit. Die Seide – genauer das Seidenprotein – des Indischen Seidenspinners sei besonders gut als Gerüstmaterial geeignet, um Herzgewebe herzustellen, so die Forscher.

Durchbruch dank der Gartenkreuzspinne

Bisher war es aber nicht möglich, das Protein in ausreichender Menge und gleichbleibender Qualität herzustellen. Den Forschern der Universität Bayreuth ist es nun gelungen, "ein rekombiniertes Seidenprotein der Gartenkreuzspinne in größeren Mengen und bei gleichbleibender hoher Qualität zu produzieren“, sagte Prof. Thomas Scheibel, Inhaber des Lehrstuhls für Biomaterialien an der Universität Bayreuth.

Vom Labor in die Klinik

Rund 1,8 Millionen Menschen leiden laut "Deutsche Herzstiftung" in Deutschland unter einer Herzschwäche. Ursache ist meist der irreversible Verlust von Herzmuskelzellen durch Herzerkrankungen, zum Beispiel einen Herzinfarkt. Zurzeit gibt es keine Therapie, die einen solchen Schaden an den Zellen umkehren kann. Funktionierendes Herzgewebe könnte aber dank der Forschung an den fränkischen Hochschulen bald künstlich hergestellt werden, so Thomas Scheibel. "Die Frage ist nun, wann und wie dies in der Klinik ankommt,“ sagte Scheibel.

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Thomas Schmid, Montag, 14.August, 12:04 Uhr

1. Spinnenseide

Etwa alle sechs Monate finden sich in der Presse Berichte über die Arbeiten von Prof. Scheibel und bevorstehende Durchbrüche in der Anwendung von künstlich hergestellter Spinnenseide. Nichts davon ist jedoch bislang realisiert worden. Hier werden aus Steuern finanzierte Forschungsmittel in nicht unerheblichem Umfang verschwendet.