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Naturschutz in Hof Meilenstein beim Schutz der Flussperlmuschel

Der Bund Naturschutz Hof feiert mit Vertretern des bayerischen Umweltministeriums und der TU München einen Meilenstein zum Erhalt der seltenen Flussperlmuschel: Erstmals sind 250 gezüchtete Exemplare im Landkreis Hof ausgesetzt worden.

Von: Annerose Zuber

Stand: 22.09.2016

Im Dreiländereck Franken-Sachsen-Böhmen ist eines der europaweit größten Vorkommen der Flussperlmuscheln. Allerdings leben hier auch nur noch rund 35.000 Exemplare der vom Aussterben bedrohten Tierart. In den 50er-Jahren waren es noch Millionen, so Wolfgang Degelmann, Geschäftsführer der Bund Naturschutz Kreisgruppe Hof.

Sensible Muschel

Die Muschel kann nur in sehr klaren, kühlen Gewässern überleben und braucht zudem zum Aufwachsen Bachforellen als Wirtstiere. Im aktuellen Schutzprojekt haben die Hofer Naturschützer mit wissenschaftlicher Unterstützung nicht nur Muscheln gezüchtet, sondern auch die aktuellen Bestände detailliert gezählt und untersucht, in welchen Bächen die Jungmuscheln überleben können.

Bund Naturschutz fordert Zuchstation

Der Bund Naturschutz in Hof fordert eine bayerische Zuchtstation für die Flussperlmuschel. Diese soll im Landkreis Hof direkt an den klaren, kühlen Bächen aufgebaut werden, so der Hofer BN-Geschäftsführer Wolfgang Degelmann. Nur so könne das größte Flussperlmuschel- Vorkommen Mitteleuropas im Landkreis Hof langfristig erhalten werden.

1.000 Muscheln gestohlen

Für das Schutzprojekt stellten die EU, die Oberfranken-Stiftung und der Bayerische Naturschutzfonds rund 300.000 Euro zur Verfügung. Die Schutzbemühungen im Dreiländereck Franken-Sachsen-Böhmen erlitten vor wenigen Wochen einen herben Rückschlag: Bislang unbekannte Täter haben über 1.000 Muscheln aus Bächen rund um Rehau gestohlen.

Motiv für Diebstahl ist unklar

Die Polizei ermittelt wegen einer Straftat nach dem Bundesnaturschutzgesetz. Über das Motiv für den Flussperlmuschel-Diebstahl können die Polizei und die Experten vom Wasserwirtschaftsamt Hof nur rätseln. Reich wird der Dieb sicherlich nicht. Denn nur maximal eine von 2.000 Muscheln erzeugt eine Schmuckperle. Außerdem schmecken die Flussperlmuscheln nicht.


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Kommentare

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heidi, Montag, 26.September, 16:26 Uhr

3.

Es ist nicht zu fassen, was Mensch alles brauchen kann oder einfach nur haben will. Möchte da einer seinen Teich mit Muscheln bestücken, wie blöde kann man sein.

Sachsendreier, Donnerstag, 22.September, 17:45 Uhr

2. Von nun an ging es bergab...

Ein Bekannter von uns hat in dem Zusammenhang erzählt, dass er vor einiger Zeit zufällig einen Mitbürger ertappt hat, als er an einem abgelegenen Bach an einer erst infolge Hochwasserschutz aufwändig mit hellen Steinen ausgesetzten Böschung tätig war, diese auszubrechen und auf einen dafür mitgebrachten Anhänger aufzuladen. Sowas erschien uns noch vor 15 Jahren als unvorstellbar! Auch das "Bedienen" an frisch gepflanzten Grünanalagen scheint mittlerweile gesellschaftsfähig geworden zu sein, wie sogar das Mitnehmen von historischen Grabfiguren oder gar Schriftplatten auf Friedhöfen. Nicht zu vergessen, die unsäglichen Raubzüge in Kirchen und die Einbrüche in Wohnungen und Häusern, die für manche unwürdige Zeitgenossen geradezu als Einkommenserbringung angesehen werden. Nicht vorstellbar, dass dies immer schlimmer wird. Denn da kommt mir der gleiche Satz von Merkel in anderer Bedeutung in den Sinn: "In so einem Deutschland möchte ich nicht mehr leben!"

Hans Holtz, Donnerstag, 22.September, 17:32 Uhr

1. Hättet ihr vor 30 Jahren machen können, da kam hier nix weg...

Da haltets nur geheim, wohin die nächsten Muscheln ausgesetzt werden! Heutzutage kriegen doch sämtliche geschützte Sachen und historische "Beine". Man denke nur an die geplünderten Friedhöfe, Kirchen und ausgeraubte Wohnungen der Ansässigen.