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Bad Staffelstein Fischsterben im Westsee geht weiter

Das Fischsterben im Westsee bei Bad Staffelstein geht weiter. Am Donnerstag sind weitere drei bis dreieinhalb Tonnen Fisch verendet. Grund dafür ist ein massiver Sauerstoffmangel in dem Gewässer.

Von: Ina Schwandner und Heiner Gremer

Stand: 23.09.2016

Seit Dienstag (20.09.16) kommt es in dem See zu einem massiven Fischsterben, nachdem der stark mit Algen durchsetzte See umgekippt ist. Laut Polizei handelt es sich um tausende Fische, die qualvoll an Sauerstoffmangel verendeten. Die Polizei und die Feuerwehr führen dem über 20 Hektar großen See seither Frischwasser aus dem Main zu. Durch Befahren mit Motorbooten und das Verquirlen mit Schiffsschrauben versuchen die Einsatzkräfte, den Sauerstoffgehalt zu erhöhen.

80 Prozent der Fische sind tot

Einmal sei das komplette Wasservolumen des 20 Hektar großen Sees bereits ausgetauscht worden, sagte der Fischereifachberater des Bezirks Oberfranken, Thomas Speierl. Allerdings sei der Sauerstoffgehalt immer noch extrem gering. Das liege an den absterbenden Algen und den verwesenden Fischen, die am Seegrund verblieben. 80 Prozent aller Fische im Westsee seien inzwischen verendet.

"Wenn der Sauerstoffgehalt über so lange Zeit so weit absinkt, haben auch die robusten Fische, wie heimische Weißfische, kaum Überlebenschancen."

Thomas Speierl, Fischereifachberater des Bezirks Oberfranken

Wasserproben genommen

Auch wenn der extreme Sauerstoffmangel als sichere Ursache für das Fischsterben gilt, haben Wasserwirtschaftsamt und Veterinäramt Proben des Wassers und von verendeten Fischen ins Labor geschickt. So soll eine Seuche ausgeschlossen werden. Die Ergebnisse der Untersuchungen werden Anfang nächster Woche erwartet.

Algenblüte als Ursache

Grund für das massive Fischsterben ist die starke Algenblüte der vergangenen Wochen. Durch den Witterungsumschwung seit dem Wochenende setzte ein Algensterben ein, das den See umkippen ließ. Die Fischereifachberatung der Regierung von Oberfranken ist eingeschaltet. Der tatsächliche Schaden ist noch nicht abzusehen.

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Kommentare

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websaurier, Mittwoch, 21.September, 12:56 Uhr

2. Keine Überraschung...

Das trifft leider mittlerweile fast alle größeren Gewässer...
Düngemittel (Nitrate) ohne Ende; Gülle ohne Ende...

("...")
Immer feste drauf, evtl. gibts ja noch Subventionen für jede Tonne Dreck.

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abakus, Mittwoch, 21.September, 11:19 Uhr

1. Märchenstunde

Warum sagt denn keiner, was viele wissen ?
Algen ja, wo kommen die denn her und waren die jetzt Jahrzehnte in Urlaub, oder was. Die Entscheidungsträger müssen den Gülleprinzen endlich Einhalt gebieten und den Geldhahn zudrehen.
Grenzwerte hochsetzen bis wir umkippen und wir Zahldeppen schauen zu. Was Heute in den Oberflächengewässern ist, wandert nach unten und wir haben´s im Trinkwasser.

  • Antwort von M.Mustermann, Mittwoch, 21.September, 11:43 Uhr

    Dem Kommentar kann ich uneingeschränkt zustimmen!

    Massentierhaltung -> Gülle; Maismonokulturen -> Pestizide -> Bienen- und Insektensterben, kein Lebensraum mehr für Niederwild und Greifvögel, aber beste Wildschweinmast;
    Durch Maschinengigantismus verdichtete Böden, die wieder übermäßig Dünger brauchen, um Frucht zu bringen -> Oberflächen- und Grundwasserverschmutzung -> Fischsterben, Menschensterben durch Krebs, etc etc etc

    Und noch so unendlich viel mehr .... habe ihr vergessen, dass wir die Erde von unseren Kindern nur geliehen haben??? Sie werden mit Verbitterung an uns, unsere Gier und Dummheit zurück denken!!!

  • Antwort von biologe, Mittwoch, 21.September, 11:56 Uhr

    mit Gülle hat das in diesem Fall wohl nichts zu tun. Schaun Sie sich den See mal auf dem Luftbild (z.B. bei Google) an: rundum Auwälder und Ruderalflächen. Schaut nach Form und Position wie ein ehemaliger Kiesweiher/Baggersee aus, ist also sehr wahrscheinlich sogar grundwassergespeist.

    Algen sind - auch wenn man sie nicht sieht - immer und überall da und werden frisch von Wasservögeln aber auch als jahrelang keimfähige Sporen vom Wind verbreitet. Wenn das Wetter stimmt, vermehren sie sich im Weiher durch Teilung rasend schnell. Vielerorts in Bayern hatten und haben wir heuer deshalb ungewöhnlich starke Algenblüten. Mit den jetzt einsetzenden kalten Nächten sterben sie ab und dabei wird Sauerstoff verbraucht. Das ist ganz natürlich, so, wies in manchen Jahren besonders viel Schwammerl gibt, oder eine Apfelschwemme. Die Bedingungen müssen halt passen und heuer warn sie für die Algen ideal.

  • Antwort von hehu, Mittwoch, 21.September, 12:00 Uhr

    ja, genauso ist es, das ist ein Drama, aber keiner der Verantwortlichen rührt sich, könnte ja der eigene Posten wackeln. Und dann wundern die sich über die Politikverdrossenheit!!!!!!

  • Antwort von Harald, Mittwoch, 21.September, 12:43 Uhr

    Aaaaha, da hat sich einer schnell auf einen "Schuldigen" fixiert. Woher wissen Sie das, was sie da schreiben? Oder sind es - wie meistens bei solch pauschalen Anschuldigungen - nur Vermutungen? Schon mal darüber nachgedacht, welche Eigenschaften die Hinterlassenschaften der vielen Fische so übers Jahr aufsummiert haben? Kann es vielleicht sein, dass diese als Algendünger fungieren? Einfach erst mal nachdenken vor dem aufregen und drauflosschreiben. Oder einen fragen, der sich besser auskennt.
    A propos "Gülleprinzen": Wo kommen Ihre Lebensmittel her? Wachsen die beim Supermarkt im Regal?

  • Antwort von Ignorant, Mittwoch, 21.September, 14:17 Uhr

    Natürlich wachsen die Fertiggerichte im Supermarkt und die Milch im Tetrapack!!! Wo den sonst? Und alles ist überaus gesund!!! Lecker!