31

Unfall in Coburg Feuerwehrmann stirbt in Löschfahrzeug

Ein 20 Jahre alter Feuerwehrmann ist in Coburg bei einem Unfall mit einem Löschfahrzeug tödlich verletzt worden. Der junge Mann saß auf dem Beifahrersitz des Wagens. Wie nun bekannt wurde, handelt es sich beim Fahrer um den Vater des Toten.

Von: Inga Pflug und Heiner Gremer

Stand: 08.08.2017

Das Löschfahrzeug kam am Montagabend (07.08.17) aus noch ungeklärter Ursache beim Abbiegen in die Neustadter Straße in Coburg von der Fahrbahn ab, prallte gegen eine Hausmauer und kippte. Der 20-jährige Coburger wurde eingeklemmt. Einsatzkräfte konnten den jungen Mann mit schwersten Verletzungen befreien, er starb aber wenig später im Rettungswagen, so die Polizei. Der 47 Jahre alte Vater des jungen Mannes, der am Steuer gesessen hatte, kam leicht verletzt ins Krankenhaus. Er erlitt einen Schock.

Bergung mit Kran

Der 47-jährige hatte die Kontrolle über das Fahrzeug verloren. Ersten Erkenntnissen zufolge war er zu schnell abgebogen. Zur Ermittlung des genauen Unfallhergangs wurde ein Sachverständiger hinzugezogen. Ein Kran barg das 18 Tonnen schwere Löschfahrzeug, die Unfallstelle blieb mehrere Stunden gesperrt. Abgeschlossen war der Einsatz schließlich gegen 3.00 Uhr morgens. An dem Feuerwehrfahrzeug entstand ein Schaden von 250.000 Euro.

Unterwegs auf Übungsfahrt

Der Unfall hatte sich nicht während eines Einsatzes ereignet, sondern bei einer Übungsfahrt mit zwölf Feuerwehrfahrzeugen. Sie waren vom Coburg Feuerwehrhaus kommend mit Sonderrechten unterwegs. Am Montagabend hatte die Polizei noch von einer reinen Bewegungsfahrt gesprochen, bei der die Feuerwehrautos "bewegt", etwa um zu testen, ob die Technik einwandfrei funktioniert. Diese Auskunft ist inzwischen revidiert worden.

Gaffer bedroht Einsatzkräfte

Als wäre der schlimme Unfall nicht Aufgabe genug für die Rettungskräfte, wurden diese während der Rettungsarbeiten auch noch von Gaffern bedrängt. Laut Polizei legten sich zwei Schaulustige gegen 20.30 Uhr mit einem 27 Jahre alten Feuerwehrmann an, als dieser sie bat das Filmen mit dem Smartphone zu unterlassen und sich von der Unfallstelle zu entfernen. Ein 43-jähriger Coburger, der zusammen mit seinem 15 Jahre alten Sohn Aufnahmen machte, war darüber so erbost, dass er dem ehrenamtlichen Feuerwehrmann mit den Worten "Was willst du denn von mir? Ich hau dir eine aufs Maul!" Schläge androhte. Statt den Unfallort zu verlassen wechselten sie danach lediglich die Straßenseite, um von dort aus zu ihren Foto- und Videoaufnahmen zu kommen. Erst als die Polizei eingriff, hörten die beiden auf. Da sie sich allerdings weigerten, sich auszuweisen, mussten sie von einer Streifenbesatzung auf die Polizeidienststelle gebracht werden. Gegen den 43-jährigen Mann, der den ehrenamtlichen Feuerwehrmann bedroht hatte, laufen nun Ermittlungen wegen Nötigung, Beleidung, möglicher unterlassener Hilfeleistung und wegen einer Ordnungswidrigkeit wegen Nichtangabe der Personalien.


31