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Professionelle Fake-Shops Mutmaßlicher Betrüger in Spanien festgenommen

Er soll mit mehr als 20 Fake-Shops im Internet Kunden betrogen und 350.000 Euro Schaden angerichtet haben: Nun ging der 34-jährige Münchner Fahndern in Spanien ins Netz. Auf seine Spur kamen ihm Ermittler aus Ansbach und Bamberg.

Stand: 26.02.2016

Ein Mann deutet mit seinem Finger auf eine Computertastatur.  | Bild: picture-alliance/dpa

Wie die Polizei mitteilt, wurde der 34-Jährige inzwischen von den spanischen Behörden nach Deutschland ausgeliefert. Er steht im Verdacht, in weit über 1.000 Fällen in sogenannten Fake-Shops im Internet Elektroartikel verkauft zu haben. Dabei soll der in München geborene Mann den Kaufpreis per Vorkasse kassiert haben, ohne die versprochene Ware zu liefern. Der entstandene Schaden beläuft sich nach derzeitigem Ermittlungsstand auf rund 350.000 EUR.

Ganzseitige Zeitungsanzeigen

Die betrügerischen Shop-Angebote waren an Professionalität kaum zu überbieten, so die Polizei weiter. Die Shops wechselten regelmäßig die Domains, unter denen sie im Internet erreichbar waren. Bilder und Artikelbeschreibungen soll sich der Beschuldigte von den Seiten seriöser Online-Händler kopiert haben. Die Web-Shops waren über alle gängigen Internetanbieter und Preissuchmaschinen für den deutschsprachigen Raum beworben worden. Gelegentlich auch über ganzseitige Zeitungsannouncen. In einzelnen Fällen wurde sogar für reale Eintragungen in Handelsregister gesorgt.

Volle Ausstattung, keine Lieferung

Unter anderem wurde auch eine Telefonnummer für Kundenrückfragen angeboten. Die führte in einem Fall zu einem extra angemieteten Online-Sekretariat. Deren ahnungslose Mitarbeiter leiteten ankommende Anfragen per E-Mail oder Telefon an den Beschuldigten weiter, ohne dass ein direkter Kontakt zwischen dem mutmaßlichen Täter und seinen Opfern zustande kam.

Die Kriminalpolizei Ansbach und Staatsanwälte der Zentralstelle Cybercrime Bayern in Bamberg gehen momentan von mehr als 20 Fake-Shops aus, für die der 34-Jährige verantwortlich sein soll. Dem Beschuldigten droht eine Freiheitsstrafe von bis zu zehn Jahren. Die fränkischen Ermittler waren auf den Fall aufmerksam geworden, weil im ersten Fake-Shop Ansbach als Firmensitz im Impressum angegeben war. Die Ansbacher Kripo arbeitete dann mit der Cybercrime-Zentralstelle in Bamberg zusammen.


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