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Erweiterung von "Haus Marteau" Unterirdischer Stollen als Konzertsaal

Die Internationale Musikbegegnungsstätte "Haus Marteau" im Landkreis Hof wird barrierefrei erweitert. Nun wurden die Pläne dafür vorgestellt. Bereits im Sommer beginnen die Bauarbeiten.

Von: Annerose Zuber

Stand: 20.03.2017

Haus Marteau | Bild: Ilona Hörath

Rund drei Millionen Euro sollen in den Erweiterungsbau investiert werden. Der Bezirk Oberfranken präsentierte am Montagnachmittag (20.03.17) in Lichtenberg (Lkr. Hof) die entsprechenden Entwürfe von Peter Haimerl. Der renommierte Münchner Architekt hat unter anderem das mehrfach ausgezeichnete Konzerthaus Blaibach im Bayerischen Wald entworfen. "Mit dem Projekt investieren wir über drei Millionen Euro in die Ausbildung des künstlerischen Nachwuchses", sagte Bezirkstagspräsident Günther Denzler. Der Bezirk Oberfranken rechnet mit Zuschüssen unter anderem von der Oberfranken-Stiftung und des Bayerischen  Kulturfonds.

"Damit setzen wir ein Ausrufezeichen in der lebendigen und vielseitigen Kulturlandschaft Oberfrankens."

Günther Denzler, Bezirkstagspräsident Oberfranken

Baubeginn im Sommer

Dach-Konstruktion des neuen Konzertsaals.

Der Anbau für einen neuen Konzert- und Übungssaal wird in Form eines Stollen unterirdisch in die Umgebung integriert. So bleiben das denkmalgeschützte Künstler-Wohnhaus und die großzügige Parkanlage weitgehend unangetastet. In der Villa selbst sollen vier neue Probenräume eingerichtet werden, damit in Zukunft auch zwei Meisterkurse parallel stattfinden können. Dafür wird das Gebäude um mehrere Zentimeter abgesenkt. Außerdem sorgt ein Aufzug künftig für einen barrierefreien Zugang der gesamten Musikbegegnungsstätte. Der Baubeginn ist für den Sommer geplant.

Konzerte im Speisezimmer

Musiker aus aller Welt zieht es ins Haus Marteau.

Das "Haus Marteau" wurde in den 1980er Jahren vom Bezirk Oberfranken eröffnet. Rund 30 Meisterkurse mit internationalen Dozenten ziehen jährlich über 400 junge Musikerinnen und Musiker aus der ganzen Welt ins "Haus Marteau" in Lichtenberg. Die Abschlusskonzerte der Nachwuchstalente besuchen über 1.200 Musikliebhaber. Derzeit finden diese Konzerte im früheren Speisezimmer und der angrenzenden Bibliothek der einstigen Villa des Violinkünstlers Henri Marteau bei ungünstigen Sichtverhältnissen statt.

Stichwort: Henri Marteau

Der deutsch-französische Musiker Henri Marteau begeisterte bereits als 10-Jähriger mit seinen Violinkonzerten Ende des 19. Jahrhunderts sein Publikum. Bei zwei äußerst erfolgreichen USA-Tournee 1893 und 1894 spielte er als erster Geiger in den USA das Violinkonzert von Johannes Brahms und Dvoraks 9. Sinfonie. Marteau wurde zum Nachfolger von Joseph Joachim als Professor an die Hochschule für Musik in Berlin berufen. Die Weltkarriere des deutsch-französischen Künstlers wurde durch den 1. Weltkrieg unterbrochen. Er starb 1934 in seiner Villa in Lichtenberg bei Hof, die er 1913 hatte erbauen lassen.  


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