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Ausstellung im Erika-Fuchs-Haus "1916-2016 – Grabenkrieg im Comic"

Dass ernste Themen und Comics durchaus zusammenpassen, das zeigt das Erika-Fuchs-Haus in Schwarzenbach a.d. Saale. Die neue Ausstellung erinnert an den Ersten Weltkrieg.

Stand: 02.06.2016

DER ERSTE WELTKRIEG - DIE SCHLACHT AN DER SOMME erschien 2014 in der Edition Moderne, Zürich.  | Bild: Joe Sacco/Edition Moderne 2014

Ein Jahrhundert ist vergangen seit der Schlacht an der Somme im Ersten Weltkrieg – nun will eine Comic-Ausstellung an das Grauen im Grabenkrieg erinnern. Das Museum für Comic und Sprachkunst in Schwarzenbach a.d. Saale im Landkreis Hof zeigt Werke aus Deutschland, Frankreich und den USA in der Ausstellung "1916-2016 – Grabenkrieg im Comic". Eröffnet wird sie am Freitag (03.06.16) im Erika-Fuchs-Haus.

Erinnerung an die Urkatastophe

In den Schlachten von Verdun und an der Somme im Jahr 1916 starben Hunderttausende. Die Ausstellung soll an die "Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts" erinnern, so Alexandra Hentschel, die Leiterin des Hauses.

"Zum Jahrestag denkt man an Dinge, an die man sonst nicht denkt."

Alexandra Hentschel, Leiterin des Erika-Fuchs-Hauses.

Anhand von vier Zeichnern und Textern zeigt das Erika-Fuchs-Haus, wie der Grabenkrieg in Comics thematisiert wird.

Realität im Bild

Der Amerikaner Joe Sacco zeichnet in einem meterlangen Leporello minuziös den ersten Tag der Schlacht an der Somme nach. Zwölf Meter misst die Wandtapete, die im Comic-Museum ausgestellt wird. Von den Erlebnissen eines Militärarztes, der Realität an der Front, aber auch vom Agieren von Strategen im Hintergrund erzählen die Franzosen Alain Mounier, Patrice Ordas und Patrick Cothias. Bücher und eine Skulptur von Jacques Tardi aus Frankreich zeigen Erfahrungen der einfachen Soldaten im Krieg.

Peter Eickmeyer und seine Frau Gaby von Borstel haben Erich Maria Remarques Roman "Im Westen nichts Neues" grafisch und textlich adaptiert auch aus diesem Werk werden 15 Bilder als Faksimiles ausgestellt.

Trotz großer stilistischer und künstlerischer Unterschiede zeigen die Werke deutliche Parallelen, so die Museumsleiterin Alexandra Hentschel. Im Mittelpunkt stehe bei allen Werken die Brutalität des Tötens und Sterbens in den Gräben, die täglichen Erfahrungen der Soldaten und die Menschenverachtung der Kriegsstrategie der Materialschlachten.

Ergänzendes Rahmenprogramm zur Ausstellung:

Mittwoch, 15. Juni, 19.30 Uhr, Museum Bayerisches Vogtland:
"Comics über den Grabenkrieg", Vortrag von Alexandra Hentschel
Mittwoch, 22. Juni, 18.00 Uhr, Erika-Fuchs-Haus:
"Wenn der Krieg zum Alltag wird – Darstellungen des Grabenkriegs im Comic", Vortrag von Rolf Lohse (Universität Bonn)
Mittwoch, 13. Juli, 18.00 Uhr, Erika-Fuchs-Haus:
"Verdun und die Folgen", Vortrag von Claus Schäfer (Universität Erlangen)
Donnerstag, 28. Juli, 18,00 Uhr, Erika-Fuchs-Haus:
"Spenden für den Krieg: das Hofer Nagelbild", Vortrag von Hans Seidel (Nordoberfränkischer Verein für Natur-, Geschichts- und Landeskunde e. V.)

Stichwort: Erika Fuchs

Das Museum in Schwarzenbach a.d. Saale ist der Übersetzerin Erika Fuchs (1906-2005) gewidmet. Sie war die erste Chefredakteurin der deutschsprachigen "Micky Maus"-Hefte. 50 Jahre lebte sie in Oberfranken und prägte einfallsreich die Sprache der deutschen Ausgaben: Dagobert, Daisy, Donald und seinen Neffen verpasste Erika Fuchs jeweils eine spezielle, charakteristische Sprache, legte ihnen Goethe- und Schillerzitate in die Schnäbel und erfand die "Grübel! Ächz!"-Lautmalereien.


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