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Nach Kampfjet-Absturz Ermittlungsergebnis lässt auf sich warten

Erst in drei Monaten soll geklärt sein, warum ein US-amerikanischer Kampfjet des Typs F-16 am Dienstag im südlichen Oberfranken abgestürzt ist. Derzeit wird jedes Beweisstück überprüft und begutachtet.

Stand: 13.08.2015

Das Wrack des abgestürzten Jets vom Typ F-16 wird rund um die Uhr bewacht. Die ersten Flugzeugteile wurden geborgen, darunter die beiden Reservetanks. Der Kampfjet-Pilot hatte sie noch vor dem Absturz auf freiem Feld abgeworfen. Dabei wurde einer der Tanks beschädigt. Außerdem fanden Zeugen zwei Rauchgranaten, die der Pilot ebenfalls abgeworfen hatte. Nun soll die Ursache des Absturzes aufgeklärt werden.

"Wir möchten keine überstürzte Beurteilung über die Unfallursache vornehmen. Die Untersuchungen werden einige Zeit in Anspruch nehmen und wir werden dabei gründlich vorgehen."

Colonel Steven Horton, US-Luftwaffenoffizier und stellvertretender Geschwaderkommodore

Experten vor Ort

Derzeit sind Experten der US-Luftwaffe am Absturzort im Einsatz und untersuchen die Wrackteile. Zwei Kommissionen arbeiten an der Aufklärung: die Sicherheitsüberprüfungskommission (SIB) und die Unfallermittlungskommission (AIB). Bei der Aufklärung sei die US-Army um Transparenz bemüht. Jedes Beweisstück werde überprüft und begutachtet, einschließlich Fotos der Absturzstelle, Berichte zum Wartungsverlauf, Erklärungen von relevantem Personal und Flugzeugüberreste. Die Vorlage der Ergebnisse beider Kommissionen kann insgesamt bis zu 90 Tage dauern.

"Wir werden alles tun, um weitere Vorfälle dieser Art, sowie den Verlust von Menschenlebens zu verhindern. Zusammen mit deutschen Behörden und Dienststellen der US-Armee arbeiten wir an der Ermittlung der Unfallursache, der Gewährleistung einer gründlichen und effizienten Untersuchung, sowie der Minimierung der Wiederholung eines solchen Vorfalls."

Colonel Steven Horton, US-Luftwaffenoffizier und stellvertretender Geschwaderkommodore

Technischer Defekt?

Die Einsatzkräfte waren auch mit Hubschraubern unterwegs.

Aussagen des 27-jährigen Piloten deuten auf einen technischen Defekt als Unfallursache an der F-16 hin. Mehrmals habe er versucht, die Turbine des Flugzeugs neu zu starten, sei aber immer weiter gesunken, sagte der junge US-Pilot dem Nordbayerischen Kurier. Am Flughafen Nürnberg habe er notlanden wollen, dann aber gemerkt, dass er es bis dahin nicht schaffen würde. Am Ende blieb ihm nur der Schleudersitz. Er erlitt nur leichte Verletzungen.

Sperrzone um Absturzstelle

Rund um die Absturzstelle gilt weiterhin eine Sperrzone von rund 350 Metern. Die Feldjäger des Luftfahrtamtes der Bundeswehr hatten das Gebiet bereits nach dem Absturz am Dienstag (11.08.15) zum militärischem Sperrgebiet erklärt. Sie unterstützen das US Militär bei den Untersuchungen. Geleitet werden die Ermittlung jedoch von der US-Army. Der Grund dafür ist eine Vereinbarung im NATO-Truppenstatut.

NATO-Truppenstatut

Das Nato-Truppenstatut regelt grundsätzlich den Aufenthalt von Streitkräften der NATO auf dem Gebiet anderer NATO-Staaten. Dort ist aber auch verankert, dass die Ermittlungen an das Land abgegeben werden, zu dem das verunglückte Militärfahrzeug oder -flugzeug gehört.

Im Wald abgestürzt

Die amerikanische Militärmaschine war gegen 9.30 Uhr über einem Waldgebiet zwischen Engelmannsreuth (Lkr. Bayreuth) und Kirchenthumbach (Lkr. Neustadt a.d. Waldnaab) abgestürzt. Zahlreiche Polizisten und Feuerwehrleute sind vor Ort gewesen und riegelten den Bereich um die Absturzstelle großräumig ab, da der Jet Kerosin, Raketentreibstoff sowie eine Übungsbombe an Bord hatte.

Der Fallschirm des Piloten hängt in einem Baum.

Das Feuer an der Unglückstelle konnte rasch gelöscht werden. Aufgrund der Trockenheit bestand hohe Waldbrandgefahr. Die Lage des abgestürzten Jets ist schwer zugänglich, deshalb werden sich die Untersuchung des Unfalls und die Bergungsarbeiten hinziehen. Rund 500 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Polizei, Technischem Hilfswerk, Rettungsdienst und den Feldjägern waren am Dienstag rund um den Unglücksort im Einsatz.

Hinweis

Die Bevölkerung wird gebeten, sich zur eigenen Sicherheit von der Absturzstelle und allen herumliegenden Wrackteilen fern zu halten und die Einsatzkräfte bei ihren Arbeiten nicht zu behindern. Herumliegende und noch nicht gesicherte Wrackteile sind der Polizei zu melden.

Übungsflug nach Grafenwöhr

Rund 500 Einsatzkräfte waren im Einsatz

Bei dem US-amerikanischen Militärjet handelt es sich um ein Flugzeug vom Typ F-16. Wie das US-Militär mitteilte, war das Flugzeug am Dienstagmorgen vom Stützpunkt Spangdahlem in Rheinland-Pfalz zu einem Übungsflug nach Grafenwöhr (Lkr. Neustadt a. d. Waldnaab) aufgebrochen. Die Maschine gehört dem 480. Kampfgeschwader an.

"Sechs Maschinen waren auf dem Weg zum Truppenübungsplatz, um dort das Abwerfen von Bomben zu üben."

Susanne Bartsch, Sprecherin des US-Übungsplatzes

Die Oberpfalz als US-Army-Standort

Der Truppenübungsplatz im oberpfälzischen Grafenwöhr (Lkr. Neustadt an der Waldnaab) ist mit den benachbarten Standorten Vilseck und Hohenfels der größte Ausbildungsstandort der US-Armee außerhalb der Vereinigten Staaten. In der Oberpfalz leisten rund 10.000 US-Soldaten und etwa 3.000 zivile deutsche Angestellte Dienst. Im Rahmen von NATO-Missionen trainieren die amerikanischen Soldaten dort mit Soldaten aus anderen NATO-Staaten Abläufe bei Einsätzen. Insgesamt leben in der Oberpfalz rund 40.000 US-Amerikaner.

Stichwort: Jagdbomber F-16

Der Jagdbomber F-16 gehört zu den leistungsfähigsten Militärjets weltweit. Der von der US-Firma Lockheed gebaute Mehrzweckjäger F-16 erreicht eine Spitzengeschwindigkeit von knapp 600 Metern pro Sekunde. Mit sechs Bomben bewaffnet hat er einen Einsatzradius von 580 Kilometern. Gut 15 Meter lang und mit einer Spannweite von fast 9,5 Metern wiegt der Kampfjet leer gut 9.200 Kilogramm. Verwendung findet er als Jagdbomber oder Abfangjäger. Der erste Prototyp stieg 1974 in die Luft, fünf Jahre später ging die F-16 bei der US-Luftwaffe in Dienst. Weltweit gibt es mehr als 4.500 Exemplare.

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DLKE, Mittwoch, 19.August, 13:25 Uhr

72. Aufklaerung / Erlaeuterung

@Streuner & @Kriegestreibergegner:
Nein, ich schreibe auf einer handelsueblichen, deutschen, so genannten "QWERTZ"-Tastatur. Dasz ich im Umgang mit elekronischen Medien unsere Umlaute meide hat historische Gruende: Ich hatte das Glueck dasz meine (EDV-/Kommunikations-)Ausbildung genau in den Zeitraum fiel in welchem hier in Deutschland die Anfaenge der Computerei fuer jederman losgingen. Damals gab es noch keinen Zeichensatz mit dem sich unsere Umlaute generieren lieszen. Auch halte ich mich heute vielfach noch an die alte 8+3 Regel fuer filenamen. Das hat - gerade in der Uebergangszeit zu den heutigen Betriebssystemen - enorm viel Aerger mit Konvertierungen usw. erspart. Aber so ganz falsch habt Ihr nicht gelegen: Mein erster selbstgebauter Rechner hatte eine amerikanische Tastatur, die stammte von Honeywell Bull. Zu dem Zeitpunkt gab es hier in DL noch keine elektronischen Tastaturen kaeuflich zu erwerben.

dod, Freitag, 14.August, 12:39 Uhr

71. Sachverständige Berichterstatter und Kommentare

Ist doch sehr modern..von nixc Ahnung aberauch von garnix,
aber schimpfen und polemisieren jenseits vom Wissen.

Landkreis Ansbach, Donnerstag, 13.August, 21:47 Uhr

70.

Vielleicht glauben manche wir brauchen die U. S. Armee für den "Frieden", ich sehe aktuell meist nur Aktionen weltweit für den U. S. Eigennutz.
Die Bundeswehr wird auch schlecht geredet damit der Staat richtig Geld in die Rüstung stecken kann ohne das sich jemand beschwert.
Ich hier im Landkreis Ansbach, kann nur schreiben was ich aktuell erlebe und sehe. Wir haben mit PFC von U. S. Armee vergiftete Areale und Gewässer. Auch in Hühnereiern von Anwohnern wurde es schon nachgewiesen.
Teilweise haben wir bis zu 200 Überflüge vor allem nachts bis oft um 2Uhr. Von den Abgasen der U. S. Kampfhubschrauber ganz zu schweigen.
Das ist sicher nicht i. O. Der Staat schützt uns nicht! Beerdigungen sollten lt. U. S. Armee anmelden - wenn sie nicht gestört werden sollen.
In Bamberg wurde in den meisten EX-U. S. Wohnungen DDT festgestellt, für mich ist das ganze eine riesen Sauerrei. Die CSU Politiker bei uns sehen meiner Meinung nach weg. Und ich habe nichts gegen einen Amerikaner nur gegen d. Army

Kriegtreibereigegner, Donnerstag, 13.August, 19:09 Uhr

69.

@Streuner@DLKE: Echt, zum "totlachen", daran kann man gut sehen, wie hier Stimmung für die US-Army gemacht wird.
Jetzt wird DLKE bestimmt als Antwort schreiben: Er hat eine Abneigung gegen ö und ä.
DLKE es gibt ein deutsches Sprichwort: "Der Lauscher an der Wand hört die eigne......".

EPMUC, Donnerstag, 13.August, 11:54 Uhr

68. Militärisches Sperrgebiet

Zum Thema: "Wie kann es sein, dass die Amerikaner in D ein Sperrgebiet einrichten"
Einfach mal in Ruhe den Audiobeitrag anhören:
http://cdn-storage.br.de/MUJIuUOVBwQIbtChb6OHu7ODifWH_-bP/_-dS/5ybf_Aky/f45e630c-eb5d-424c-8dc9-fc89ed5c7ab1_3.mp3