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Vorentscheidung im Kabinett Wohin mit dem dritten Nationalpark in Bayern?

Heute will das Kabinett in München eine Vorauswahl zum Standort eines dritten bayerischen Nationalparks treffen. Zur Debatte stehen die Rhön, der Spessart, der Frankenwald und die Donauauen.

Von: Heiner Gremer

Stand: 17.07.2017

Mit dem Bayerischen Wald und dem Berchtesgadener Land hat Bayern bisher zwei Nationalparks, beide im Süden des Freistaats. Seit mehr als zehn Jahren kämpft der Bund Naturschutz (BN) vergeblich um einen dritten, am liebsten in Franken. Bislang ist er damit regelmäßig an der Staatsregierung gescheitert.

Überraschung für den Bund Naturschutz

Deshalb kam die Ankündigung von Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU), man wolle einen dritten Nationalpark in Bayern, auch für den Bund Naturschutz überraschend. Zunächst vermutete man sogar eine Nebelkerze, erklärt BN-Landesbeauftragter Richard Mergner dem Bayerischen Rundfunk.

"Wir waren am Anfang unsicher, ob es Horst Seehofer ernst gemeint hat. Aber wir wissen durch repräsentative Umfragen, dass eine glasklare Mehrheit der Bevölkerung in Bayern für einen weiteren Nationalpark ist. Deshalb gehen wir davon aus, dass sich die Bayerische Staatsregierung keine Blöße geben wird."

Richard Mergner, Bund Naturschutz

BN: Nein zum Steigerwald als "Geburtsfehler"

Dennoch ist die Freude beim Bund Naturschutz gedämpft. Denn den Steigerwald, das aus BN-Sicht naturschutzfachlich geeignetste Gebiet, habe die Staatsregierung in dem eigentlich "ergebnisoffenen Dialog" vorweg ausgeschlossen, so Mergner. Das sei der "Geburtsfehler" der aktuellen Diskussion. Der BN könne sich nach dem Steigerwald aber auch den Spessart als geeignetes Gebiet vorstellen.

Finale Rhön vs. Donauauen?

Doch darauf scheint es aktuell ebenfalls nicht hinaus zu laufen, eher auf die Rhön und die Donauauen, die Ministerpräsident Seehofer zu favorisieren scheint. Doch das ist offenbar eine Momentaufnahme. Denn Seehofer sagt: "Endgültig entschieden wird am Dienstag nichts." Laut Umweltministerin Ulrike Scharf (CSU) habe man vergangene Woche intensive Gespräche mit den Vertretern der einzelnen Regionen geführt. Am Dienstag werde nun entschieden, welche Gebiete genauer auf ihre Eignung als Nationalpark hin untersucht werden sollen.

Steigerwald reloaded

Derweil kündigt der Bund Naturschutz an, er könne sich durchaus auch mehr als nur drei Nationalparks im Freistaat vorstellen. Im Blick hat Richard Mergner dabei weiter den Steigerwald.


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Kommentare

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sonicht, Dienstag, 18.Juli, 07:07 Uhr

5. Bayrischer Basar

Mag ja sein, dass es im Kabinett tatsächlich einige gibt, denen Naturschutz wirklich etwas bedeutet. Doch die mächtigen Hobbyjäger und der Bauernverband, der weiß wie sich mit großen und lauten Maschinen und markigen Lügen vor Ort Macht, Angst und Panik verbreiten läßt, beeindrucken unseren Landesvater sehr. Er selbst sieht keinen drängenden Grund, einen qualitativ herausragenden NP auszuweisen und überläßt das wie und wo den Stammtischen.

Das die Rhön weniger als Steigerwald oder Spessart geeignet ist, scheint klar. Nun soll offensichtlich die Junktimklausel in das Projekt, welches das Zustandekommen mit der Einbeziehung von Teilen des aktiv genutzten Truppenübungsplatzes Wildflecken (wäre neu und einmalig) und Teilen des Nachbarlandes Hessen bedingt. Scheitern ist gewollt und zweifach abgesichert, Ergebnis wird nach der Wahl veröffentl.

Warum weisen die Bay. Staatsforsten und ggf. Kommunen nicht 10.000 ha aus und Truppenübungsplatzteile oder Flächen in Hessen sind zusätzlich

Waldgott Gottwald, Montag, 17.Juli, 22:36 Uhr

4. Starke Naturschützer sehen der weiteren Entwicklung gespannt entgegen.


Steigerwald reloaded:

"Derweil kündigt der Bund Naturschutz an, er könne sich durchaus auch mehr als nur drei Nationalparks im Freistaat vorstellen. Im Blick hat Richard Mergner dabei weiter den Steigerwald."

Richard Mergner hat Recht.

Ich kann der Staatsregierung nur eines ausrichten. BN und der Verein Nationalpark Nordsteigerwald stehen gut gerüstet und motiviert bereit für die nächsten 10 Jahre Nationalparkdebatte. Sie werden uns also nicht los, die Altherrenriege von der CSU. Besser, den Streit vorher und mit befriedigendem Ausgang für beide Seiten beizulegen, oder? Der Ball liegt bei der Staatsregierung.

Max, Montag, 17.Juli, 19:15 Uhr

3. Beide

Es braucht mindestens noch zwei neue Nationalparks.
Sind eh nur minimale Flächen die man hier schützt. Da muss dringend mehr getan werden!

Oltsch, Günther, Montag, 17.Juli, 15:21 Uhr

2. Nationalpark morgen, irgendwann?

Es wird genauso kommen, wie ich es vorausgesagt habe: die vorgeschlagenen Flächen werden wieder rausgekegelt. Seehofer sagt ja, dass am Dienstag noch nichts entschieden ist. Das Forstministerium hat ja jetzt die Finger mit in diesem Trauerspiel, und da wird keiin m² zuviel als Schutzfläche ausgewiesen. Nach den Wahlen wird die Sache im Sand verlaufen. Dann steht der Nördliche Steigerwald gut gerüstet da und auch nach 10 Jahren werden wir nicht nachgeben, dass eines der naturschutzfachlich am besten geeigneten Laubmischwälder Deutschlands Nationalpark wird.
Schöne Grüße
Günther Oltsch

otti, Montag, 17.Juli, 14:15 Uhr

1.

schützt endlich die letzten in bayern verbliebenen natürlichen donauauen bevor der huber wieder was zu melden hat........