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Toleranzpreis Bayreuth Protestaktion gegen "Code Pink"

Die Kritik an der Verleihung des Toleranzpreises an die Bürgerrechtsbewegung "Code Pink" reißt nicht ab. Nun hat die neu gegründete Deutsch-Israelische Gesellschaft für Bayreuth-Oberfranken eine Protestaktion angekündigt.

Stand: 29.02.2016

Code Pink protestiert gegen Israels Iran-Politik | Bild: picture-alliance/dpa

Bei der im April stattfinden Verleihung des "Wilhelmine-von-Bayreuth-Preises" soll das "andere Bayreuth" im Rahmen einer Protestaktion zu Wort kommen. Das hat die erst am Wochenende gegründete Deutsch-Israelische Gesellschaft für Bayreuth-Oberfranken (DIG) mitgeteilt. Die Gesellschaft verurteile die Entscheidung des Stadtrates, den Toleranzpreis an eine Organisation mit israelfeindlicher Grundhaltung zu verleihen. Respekt habe sie aber für die Haltung der Oberbürgermeisterin, die genau das verhindern wollte.

Schaden für das Ansehen der Stadt

In einem Brief an die Stadt Bayreuth heißt es: Die DIG fordere die Oberbürgermeisterin Brigitte Merk-Erbe (Bayreuther Gemeinschaft)  und die Mitglieder des Stadtrates  dazu auf, den Toleranzpreis der Stadt nicht an "Code Pink" zu überreichen. Die Verleihung schade dem Ansehen Bayreuths und mache die sorgsam gepflegte Kultur der Erinnerung und Versöhnung von Jahrzehnten zunichte, heißt es in dem Schreiben. Die nationalen und internationalen Reaktionen auf die Preisverleihung seien für die Stadt Bayreuth verheerend.

"Es ist nicht verständlich, wie eine Organisation, deren Gründerin auf einer Veranstaltung von Holocaustleugnern und notorischen Antisemiten in Teheran auftritt, mit einem deutschen Preis ausgezeichnet werden kann. Wir verurteilen die Entscheidung des Bayreuther Stadtrats."

Aus dem Schreiben der Deutsch-Israelische Gesellschaft Bayreuth-Oberfranken an die Stadt Bayreuth

Historische Verantwortung  

Bayreuths Oberbürgermeisterin hatte dafür plädiert, den Preis nicht, wie geplant, an "Code Pink" zu vergeben. Hintergrund war ein Bericht der Zeitung "Jerusalem Post". Demnach sei "Code Pink" feindlich gegenüber Israel eingestellt und habe im Iran an einer Konferenz mit Holocaust-Leugnern teilgenommen. Zwar habe die Stadt bereits vor der fraglichen Konferenz entschieden, den Preis für Toleranz und Humanität an die Bürgerrechtsbewegung zu übergeben – nun wollte Merk-Erbe davon aber Abstand nehmen. In einer Pressemitteilung hieß es, die Stadt sei sich ihrer historischen Verantwortung im Zusammenhang mit dem Nationalsozialismus bewusst. Deshalb reichten bereits begründete Zweifel an der Eignung eines möglichen Preisträgers ihrer Meinung nach aus, um den Preis nicht zu verleihen. Die Mehrheit des Bayreutehr Stadtrates hatte sich vergangene Woche aber für die Verleihung ausgesprochen.

"Code Pink" weist Anschuldigung zurück

Die 2002 gegründete Bürgerrechtsbewegung "Code Pink" wies die Antisemitismus-Vorwürfe zurück. Sie setze sich vor allem dafür ein, Kriege zu beenden und neue militärische Auseinandersetzungen zu verhindern. Sie sei "nicht durch Ideologien motiviert, sondern durch den Wunsch, das Töten und Leiden, den Krieg und die Ungerechtigkeit, auf dieser Welt nicht als gegeben hinzunehmen". "Code Pink" kritisiere nach eigenen Angaben die Politik vieler Regierungen, darunter auch die der USA und des Staates Israel. Man glaube aber nicht, dass die kritische Stellungnahme zur Politik des Staates Israel als "antisemitisch" zu bezeichnen sei. Außerdem seien viele Mitglieder der Organisation, darunter die Mitbegründerinnen Medea Benjamin und Jodie Evans, jüdischer Herkunft.

Stichwort: Deutsch-Israelische Gesellschaft (DIG)

Die DIG Bayreuth-Oberfranken ist Mitglied im Kreis der Deutsch-Israelischen Gesellschaft in Deutschland. Diese ist die zentrale Organisation in der Bundesrepublik Deutschland, in der sich Freunde Israels in überparteilicher Zusammenarbeit zusammenfinden, um in Solidarität mit dem Staat Israel und seiner Bevölkerung zu wirken. Ihr Bestreben ist, dem Staat Israel und seinen Bürgern Frieden, ein Leben in anerkannten und sicheren Grenzen sowie in wirtschaftlicher und sozialer Sicherheit zu gewährleisten.

Zum Vorsitzenden in Oberfranken wurde Günter Beck-Mathieu gewählt. Er habe in den letzten Monaten Freunde des Staates Israel in Bayreuth und Oberfranken vereint und dieser Freundschaft nun mit der DIG auch organisatorisch Gestalt verliehen, so die Gesellschaft. Als Ziel der überparteilichen Deutsch-Israelischen Gesellschaft in Oberfranken gab Beck-Mathieu an, die menschlichen, kulturellen und wirtschaftlichen Verbindungen zwischen Deutschen und Israelis verbessern und weiterentwickeln zu wollen. Dies soll vor allem durch Bildungsveranstaltungen und andere zivilgesellschaftliche Aktivitäten geschehen.

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codepinkfan, Montag, 07.März, 21:21 Uhr

5. Antisemitismuskeule funktioniert auch bei codepink nicht

Der Antisemitismus-Vorwurf feiert galoppierende Inflation, wobei der Begriff Antisemitismus *situationselastisch* definiert wird. Wer gesunde Augen hat, und die Transparente / Plakate von codepink lesen kann, demaskiert rasch die infamen Vorwürfe als unwahr.
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Die Stadt Bayreuth muß sich daher nicht von Ausländern (Israelis) beleidigen oder kritisieren lassen.

codepinkWalter, Montag, 07.März, 21:15 Uhr

4. codepink: Gegen Krieg - für Frieden

Der Preis wird zurecht gewährt, kämpft doch codepink für Frieden, gegen Krieg und gegen Kriegstreiber. Dass codepink gegen Mißstände auch in Israel protestiert (Likud-Bibi ist ja weiter rechts als AfD), ist besonders mutig und vorbildhaft. Denn der Gegenwind aus Diffamierungen und Beleidigung aus dem Israel-Lager, das gegen Frieden ist, ist naturgemäß groß.
Diesen grausamen, brutalen Gegenwind - bespickt mit Villianisierung und Diffamierungen - kriegen auch viele israelische Friedensbewegungen ab: jstreet, peace now, JVP, usw.
Hier ist einfach nicht mehr zu verstehen, wie sich deutsche Funktionäre (trainiert von AJC, AIPAC, ...) daneben benehmen können und den Preis für codepink überhaupt in Frage stellen dürfen.
Liest man die Plakate und Transparente von codepink, so bricht der Antisemitismus-Vorwurf rasch zusammen. Man braucht nur codepink-Transparente lesen!

Matthias Gerhardt, Dienstag, 01.März, 11:55 Uhr

3. Toleranzpreis für "Code Pink"

Das ausgerechnet die Stadt Bayreuth wissend einer klar antisemitischen Organisation einen "Toleranzpreis" verleihen will, macht mich sehr traurig. Es ist eine Schande.

  • Antwort von codepinkFan, Montag, 07.März, 21:25 Uhr

    Bei jeder Israel-Kritik kommt mittlerweile aus bestimmten Kreisen der infame Antisemitismus-Vorwurf, vor allem von jenen, die Mißstände in Israel verteidigen oder verschweigen möchten und auch Rassismus - den es in Israel gibt - nicht kritisieren oder bekämpfen wollen. Bei Rassismus spielt Religion keine Rolle! Rassismus (auch in Israel) gehört auch von deutschen Juden verurteilt!

M. Ledgley, Dienstag, 01.März, 10:32 Uhr

2. Bayreuth, CodePink und humanitärer Antisemitismus

Unter dem Titel "Bayreuth, CodePink und humanitärer Antisemitismus" gibt es auf Audiatur Online einen ausgezeichneten Artikel dazu von Alex Feuerherdt. Dabei schreibt er unter anderem :"Tatsächlich ist es gerade die Dämonisierung und Delegitimierung des jüdischen Staates unter missbräuchlicher Berufung auf die Menschenrechte, die als Teil einer gegen Israel gerichteten Kriminalisierungsstrategie immer stärker an Bedeutung und Popularität gewinnt. »Code Pink« vertritt diese Strategie geradezu in Reinform und schreckt dabei nicht einmal vor der Kollaboration mit denjenigen zurück, die sich die Vernichtung Israels auf die Fahne geschrieben haben." Es empfiehlt sich, den ganzen Artikel zu lesen.

Michael Black, Montag, 29.Februar, 21:18 Uhr

1. Code pink Oreos verleihung

Habe von der Stadt des Nazikompinisten Wagner auchnichts anderes erwartet

  • Antwort von Tom, Mittwoch, 02.März, 18:32 Uhr

    Code Pink, says stop the War, thats good but its a two way business, & although the US. brought the soldiers home from Irak, ISIS terrorists with the help of Iran, have escalated the war & murdered 1000´s of Christians & others plus children! C.P. show by their recent Teheran Conf. how active they are with Mullahs. Just like one of there founders Cynthia Mc Kinney was active in/on the so called Gaza Ship Blockaid, - the Aim being to allow Hamas to bring mass weapons in by Sea to attack Israel! Today Hamas, ISIS, Iran because of there total Islamic Hate beliefs does not allow them to make or want Peace with Israel or anyone else - they have the Same Aim as the Terrorists ("from the River to the Sea") ! CP are NOT Tolerant but Completely Intolerant with there Nazi viewpoint! They DO NOT deserve Any prize for Tolerance! The "Stadtrats" Bayreuth (Fr. Christa Muller-Feurstein, Grünen & others) bring the City into Disgrace! STOPTHIS Dieser Kommentar wurde von der BR-Redaktion entsprechend unseren
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