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Sanierung Landestheater Coburg will mehr Geld für nachhaltige Interimsspielstätte

Für die Zeit der Sanierung des Landestheaters braucht Coburg eine Ersatzspielstätte. Geht es nach der Stadt, soll ein Bauwerk entstehen, das später anderweitig genutzt werden kann. Dafür fordert die Stadt nun mehr Geld vom Freistaat.

Von: Heiner Gremer

Stand: 01.02.2018

Landestheater Coburg | Bild: picture-alliance/dpa

Seit Monaten sorgt das Thema Interimsspielstätte für Diskussionen im Coburger Stadtrat. Ursprünglich sollte eine feste Konstruktion errichtet werden, die nach Abschluss der Sanierung des Landestheaters anderweitig genutzt werden kann. Da diese für die Stadt zu teuer ist, wird auch über eine Lösung auf Zeit nachgedacht.

Geringe Förderung für nachhaltigen Bau

Das Problem: Jede der beiden Lösungen würde der Stadt zufolge acht bis zwölf Millionen Euro kosten. Allerdings würde die Übergangslösung, die am Ende wieder abgerissen wird, mit 75 Prozent vom Freistaat gefördert. Für den festen Bau, der später von Kultur und Wissenschaft weiter genutzt werden könnte, gibt es dagegen nur 25 Prozent Zuschuss.

Stadt und Wirtschaft wollen nachhaltige Kulturstätte

Deshalb haben sich Coburgs Oberbürgermeister Norbert Tessmer (SPD) und Michael Stoschek, der Vorsitzende der Gesellschafterversammlung der Brose Unternehmensgruppe, mit einem gemeinsamen Schreiben an Bayerns Finanzminister Markus Söder (CSU) gewandt. In dem Brief, der dem Bayerischen Rundfunk vorliegt, wird der Freistaat gebeten, die eine nachhaltige Kulturstätte in gleicher Weise mit 75 Prozent zu fördern, wie die später zum Abriss vorgesehene Interimslösung. Laut der Stadt Coburg würden die heimischen Unternehmen Brose, Kaeser sowie die HUK Coburg einen auf Dauer nutzbaren Bau unterstützen.

Sondersitzung des Stadtrats im Februar

Wie die Interimsspielstätte letztlich aussehen soll, will der Stadtrat in einer Sondersitzung am 15. Februar entscheiden. Sie soll für die Zeit des Umbaus des Coburger Landestheaters ab 2019 oder 2020 errichtet werden.


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Kommentare

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Kulturbanause, Samstag, 03.Februar, 12:51 Uhr

1.

Auch wenn es ein Landestheater ist, sollte es doch kostendeckend betrieben werden.
Kultur muss man sich auch leisten können. Warum soll ich als Steuerzahler für einen Ersatzbau der dann noch abgerissen werden soll, Geld hergeben ? Es gibt so viele verschiedene Hobbys, die werden auch nicht von der Allgemeinheit bezahlt.

  • Antwort von Schweijck , Sonntag, 04.Februar, 22:17 Uhr

    Das sollte auch für die Münchener Theater gelten.

  • Antwort von Helmut Mauch, Mittwoch, 14.Februar, 14:33 Uhr

    Wie schade, dass Sie mit Kulturbanausentum kokettieren! Es ist wahr, dass Theater, Ballett und Oper sich heute vor Wählern und Steuerzahlern legitimieren müssen. Als Mitbürger, der allerdings viel ins Theater geht und auch das in Coburg von innen kennt, sowie als Deutschlehrer und Theaterpädagoge möchte ich Ihnen sagen, dass Sophokles, Shakespeare, Goethe, Brecht und deren Nachfahren uns ganz grundsätzliche Fragen stellen: Wer wir als Menschen sind. Da geht es um Leben und Tod. Um Freiheit, Menschlichkeit, Größe. Und um Unterdrückung, Unmenschlichkeit und Schwäche. Das ist nicht immer nur vergnüglich und manchmal schwer zu verdauen. Es geht um unsere kulturelle Tradition, also auch um Identität oder geistige Heimat. Und um zentrale Inhalte dessen, was bei uns bislang Bildung hieß.
    Deswegen bezahlen wir das als Steuerzahler mit. Sie bezahlen das Theater nicht so gerne mit, ich grummle über andere öffentliche Ausgaben. Ich glaube, das sollten wir gegenseitig irgendwie aushalten.