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Zoff in Mannsflur Anwohner klagen gegen Bio-Legehennenstall

Der umstrittene Bio-Legehennenstall für 12.000 Hühner im Marktleugaster Ortsteil Mannsflur wird nun ein Fall für das Verwaltungsgericht Bayreuth. Einer Gerichtssprecherin zufolge haben zwei Anwohner Klage gegen die Baugenehmigung eingereicht.

Von: Claudia Stern

Stand: 13.10.2017

Hühner | Bild: picture-alliance/dpa

Im Eilverfahren möchten die Kläger einen Baustopp erzwingen. Mehrere Mannsflurer Bürger, die sich in einer Bürgerinitiative zusammengeschlossen haben, fürchten durch den Hühnerbetrieb eine erhöhte Belastung durch Lärm, Gestank, Staub und vor allem durch Keime. Sie begründen ihre Befürchtungen mit Studien, die sogenannte Endotoxine – Keime, die sich an Staubpartikel heften – im Umkreis von 500 Metern um Legebetriebe nachgewiesen haben. Die nächste Wohnbebauung ist aber nur gut 200 Meter von der Halle und rund 100 Meter vom Freigehege entfernt.

Unbegründete Sorge?

Landwirt, Planer und Behörden bezeichnen derartige Sorgen trotzdem als unbegründet – nicht zuletzt aufgrund einer hochmodernen Abluftanlage im Stall. Das bestätigt ein Immissionsgutachten des Amts für Landwirtschaft in Kulmbach ebenso wie das eines unabhängigen Gutachters. Die Experten gehen davon aus, dass keine Belastungen für die Anwohner zu erwarten sind.

Auf dieser Basis hat das Landratsamt Kulmbach eine Teilbaugenehmigung erlassen. Teilbaugenehmigung deshalb, weil noch nicht endgültig geklärt ist, was mit dem Niederschlagswasser passieren soll, das auf die 3.000 Quadratmeter große Dachfläche der Halle fällt. Vorerst darf der Landwirt also bauen, aber noch kein Dach aufbringen. Grundsätzlich sei das Bauvorhaben aber zulässig, sagte Bauamtsleiter Ulrich Wagner dem Bayerischen Rundfunk. Das habe die unabhängige Prüfung ergeben, weswegen das Landratsamt die Baugenehmigung nicht hätte verweigern können.

Bürger zweifeln Gutachten an

Genau das zweifelt die Bürgerinitiave in Mannsflur jedoch an. Denn das Gutachten eines Landshuter Ingenieursbüros gehe von falschen Annahmen aus. Die Wind- und Wetterdaten beispielsweise stammten von der Wetterstation im 40 Kilometer entfernten Wunsiedel und stimmten nicht mit den tatsächlichen Gegebenheiten in Mannsflur überein, sagte Klägerin Dagmar Knade dem BR. Ob das tatsächlich der Fall ist, soll nun das Gericht klären. Das Verwaltungsgericht Bayreuth wird in den nächsten Wochen zuerst über den Eilantrag auf Baustopp entscheiden. Das eigentliche Verfahren schließt sich daran an.


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Kommentare

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Frau Schneider, Montag, 16.Oktober, 09:14 Uhr

5. Woher

sollen denn all die Eier kommen, die wir brauchen? Aus dem Ausland, dann stinkts nicht so bei uns.

  • Antwort von Kurti, Montag, 16.Oktober, 19:48 Uhr

    Das meiste geht eh in den Export denn manch andere Länder können nicht mit zb. Gülle Dealen wodurch ihre Landwirtschaft leidet weil sie mit dem billig Zeug aus D mit seinen Massentierhaltungen nicht mithalten können.

N.N., Sonntag, 15.Oktober, 11:52 Uhr

4. Die Klagen werden keinen Erfolg haben.

m.M.n. werden die Klagen aus zwei Gründen keinen Erfolg haben. Erstens ist das Argument der ortsfremden Windrose als Berechnungsgrundlage in einem ähnlichen Fall im Jahr 2013 vom VG München als unzutreffend eingeschätzt worden. Zweitens sind die sehr achtbaren Forderungen der Bürgerinitiative leider realitätsfern und mit einem auf Wirtschaftlichkeit ausgerichteten Bio-Legehennenbetrieb unvereinbar. In der heutigen Welt der industrialisierten Landwirtschaft sind die Bedingungen von „bio“ sowie die der Verbandssiegel von Bioland, Demeter etc. die größtmöglichen Kompromisse zwischen Tierwohl und Wirtschaftlichkeit. Mir scheint es, als würden manche Gegner des Bauvorhabens die Tatsachen von „bio“ mit einer romantischen Hühner-Haustierhaltung „zu Großmutters Zeiten“ verwechseln, was dazu führen kann, dass sich einige „Ja wo sind wir denn?“ fragen, nachdem sie „Bio-Legehennenstall“ und „12.000 Hühner“ in einem Satz gelesen haben. Willkommen in der Realität.

Hennenfreiheit, Samstag, 14.Oktober, 00:20 Uhr

3. Tierwohl

Ich finde es einfach nur zum Kotzen,dass den Tieren die Freiheit verwehrt wird!
Es sind Geschöpfe und sie sollten auch als solche behandelt werden.
Stattdessen werden sie in einen bescheuerten Stall gesperrt. Sie schenken uns Eier . Und an die Luft dürfen die Tiere nicht.
Leute kauft Bioeier!!

  • Antwort von Marianne, Samstag, 14.Oktober, 07:56 Uhr

    Sie haben es im "Eifer der Gefechts" wohl überlesen: Das würde ein Bio-Hennen-Stall werden.

  • Antwort von Hennenfreiheit, Samstag, 14.Oktober, 09:47 Uhr

    Ja, Sie haben recht. Das ist mir danach, als ich den Text nochmal las auch aufgefallen.

  • Antwort von Maafraala, Samstag, 14.Oktober, 23:29 Uhr

    Bio-Eier heißen die Eier von Hühnern, welche mit Bio-Futter gefüttert wurden. Dieses "Bio" bezieht sich NICHT auf die Haltung der Tiere. Diese Tiere können misshandelt und ausgenutzt werden, gequält und vernachlässigt. Wenn das Futter "Bio" ist, sind die Erzeugnisse der armen Tiere "Bioeier" Eine Schande ist das!

  • Antwort von Anwohner, Sonntag, 15.Oktober, 16:40 Uhr

    Unter ´´die Wahrheit über Bio Eier ´´kann man sich Informieren
    Der Grundgedanke von BIO war nicht schlecht WAR!

alles Heuchler, Freitag, 13.Oktober, 20:23 Uhr

2.

Vermutlich sind die Kläger Leute, die im Schnitt jeden Tag und pro Person ein Ei brauchen (Frühstücksei, Spiegelei, Rührei, Omelette, Nudeln oder Kuchen und wo noch Eier darin sind) und zwar von der konventionellen Landwirtschaft (Boden-, Freilandhaltung).

  • Antwort von Anwohner, Sonntag, 15.Oktober, 16:51 Uhr

    DA ist sie wieder die Mär vom Schnitzel. Wer Schnitzel will muss........
    Ich kann nur für mich sprechen: Unsere Familie verbraucht ca. 6 Eier die Woche die von einem Bauern stammen der ca.20 Hühner frei laufen hat.Klar hat nicht jeder diese Möglichkeit aber keiner braucht täglich mehrere Lebensmittel tierischen Ursprungs.Aber ich vergaß,wir haben ja genug Pharma

Christoph, Freitag, 13.Oktober, 18:44 Uhr

1. So sind wir Menschen geworden,

wenn ein Massentierhalter hinter geschlossenen Türen von 160.000 auf 320.000 Hennen erweitern will, klagen wir nicht, das Leid und der Gestank sind ja hinter Wänden und Gittern. Wenn aber ein Biobetreiber einen Betrieb mit 12.000 Biohühnern bauen will wo die Hühner raus dürfen und es ihnen besser geht als den anderen, da klagen wir, weil wir es sehen hören und riechen. Natürlich wäre es schöner wenn es nur 50 oder 100 Biohühner wären. Aber wie groß wäre der Aufstand wenn die 320.000 konventionellen Hühner rauslaufen dürften??? So etwas würde sofort verboten werden. So eine Masse darf nur eingesperrt gehalten werden.

  • Antwort von Anwohner, Sonntag, 15.Oktober, 17:19 Uhr

    Da haben Sie im großen und ganzen schon recht.Nur pseudo Bio ist nicht wirklich viel besser.Es ist halt die Zeit in der wir leben. Povitgier ist der Akku und Geiz ist Geil der Ladestrom.Das meiste geht eh in den Export.Leider kann niemand landauf und abfahren,da müssen sich die Leute vor Ort schon kümmern. Aber unsere Gegend ist bisher weitestgehend verschont geblieben von solchen Anlagen und das soll auch möglichst so bleiben