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Neuer Bahn-Fahrplan Heftige Kritik aus Oberfranken

Mit dem Fahrplanwechsel im Dezember soll endlich die ICE-Neubaustrecke zwischen Nürnberg und Erfurt eröffnet werden. Doch am neuen Fahrplan der Bahn gibt es jede Menge Kritik aus Oberfranken.

Stand: 12.09.2017

Nach einem Treffen mit Verantwortlichen der Bahn sagte beispielsweise Coburgs Oberbürgermeister Norbert Tessmer (SPD), dass ihm die Veranstaltung wenig Neues gebracht habe. Es sei schon seit einem Jahr klar, dass die Stadt Coburg von der sogenannten Sprinter-Verbindung zwischen München und Berlin dreimal am Tag angesteuert werde. "Wir haben aber immer wieder betont, dass das nur ein Einstieg sein kann", sagte der SPD-Oberbürgermeister dem BR.

Bahn übersieht wirtschaftliche Bedeutung Oberfrankens

"Wir sind einer der wirtschaftsstärksten Räume Europas, mit großen Firmen, die ihre Headquarters hier haben. Deswegen sind wir bei drei Halten am Tag nicht vor Freude über den Tisch gesprungen", so Tessmer weiter. Tessmer will sich nun dafür einsetzen, dass seine Stadt künftig mindestens alle zwei Stunden von einer schnellen ICE-Verbindung angesteuert wird.

Michelbach fordert Ausgleich für Eingriffe in die Natur

Noch deutlicher wird der Coburger CSU-Bundestagsabgeordnete Hans Michelbach, der ebenfalls einen Zwei-Stunden-Takt auf dieser Strecke fordert. "Wir wollen nicht nur die Züge vorbeirauschen sehen. Oberfranken hat jetzt in Lichtenfels elf ICE-Halte in jede Richtung und dafür werden wir als Ersatz drei Halte in Coburg bekommen. Das ist ein Verlust an Infrastruktur-Anbindung. Wir haben für diese ICE-Strecke sehr viel Naturraum zur Verfügung stellen müssen und dafür wollen wir auch einen Ausgleich", erklärte Michelbach. Auch der CSU-Abgeordnete erinnerte an die mehr als 30.000 Arbeitsplätze in Coburg. Die Wirtschaftskraft in Bamberg, Coburg, Lichtenfels und Bayreuth habe sich wohl nicht bis zur Bahn durchgesprochen.

"Ich glaube, wir müssen da auch selbstbewusst sagen: Mit uns so nicht!"

MdB Hans Michelbach (CSU)

Die Bahn war zu einer diesbezüglichen Stellungnahme noch nicht bereit.


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Kommentare

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Wolfgang, Mittwoch, 13.September, 19:24 Uhr

8. Coburg-München, evtl. 15min schneller, entscheidend?

Wie gut nutzten denn de Coburger bisher die Umsteigeverbindung in Lichtenfels oder Bamberg statt den PKW nach Nürnberg oder München?

20 bis 25min schneller werden das Fahrverhalten deutlich ändern? Ich glaube es nicht, allenfalls 5€/Liter werden das tun....

Floh, Mittwoch, 13.September, 17:41 Uhr

7. Neuer Bahn-Fahrplan

Irgendwie muss er mal Fahren auch er kann nicht überall halten.

IH, Mittwoch, 13.September, 13:33 Uhr

6. Das Ding heißt nicht umsonst InterCITYExpress

Ich könnte mir jedes Mal an den Kopf langen, wenn solche "Käffer" nach einem ICE-Anschluss schreien. Das widerspricht dem ganzen Daseinszweck des ICE. Vor einiger Zeit war es Weilheim. Weilheim, bei denen im 30-Minuten-Takt die Werdenfelsbahn nach München fährt, was ein ICE nach Hamburg übrigens ebenso täte, Zeitersparnis gleich null, dank der Strecke, im Gegenteil, der ICE Richtung Garmisch ist - glaube ich - sogar langsamer als die Regionalbahn.

Es muss ein sinnvoller, günstiger Regionalverkehr da sein, damit auch der Landmensch (zu denen ich auch gehöre, ich komme ursprünglich aus einer Gegend, wo der ÖPNV grade so reicht, um Schüler von ihrem Wohnort in die Schule zu bringen) leichten Zugang zum öffentlichen Fernverkehr hat. Ein gut durchdachtes Zubringersystem eben - und es sollte eben auch Sprinterzüge geben, die sicher dann gerne von Leute genutzt werden, die die Strecke sonst fliegen würden.

Ich, Mittwoch, 13.September, 11:35 Uhr

5. größenwahnsinnige Lokalpolitiker

Oberfranken hat eine Millionen Einwohner, aber was soll jemand aus dem Frankenwald, aus Hof, aus Bayreuth oder Forchheim mit einem ICE Halt in Coburg anfangen?

Enrico Pelocke, Mittwoch, 13.September, 07:49 Uhr

4.

Die Abschaffung des InterRegio und die Führung dieser Strecke wirken sich hier sehr negativ aus. Die Strecke hätte Arnstadt, Ilmenau, Eisfeld und Coburg direkt anbinden müssen und nicht über Umwege, die viel Fahrzeit kosten. Alle ICE hätten Erfurt - Bamberg nostop fahren müssen und die IR bzw. RE bedienen die genannten Zwischenhalte.Damit wäre das Problem gelöst.

  • Antwort von Tom Re, Dienstag, 19.September, 15:32 Uhr

    Schade dass sich solch nüchterne Betrachtung nicht bei den Entscheidungsträgern findet