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Sperrungen zwischen Erlangen und Ebensfeld Darauf müssen sich Bahngäste einstellen

Bahnreisende auf der Strecke zwischen Erlangen und Ebensfeld (Lkr. Lichtenfels) brauchen viel Geduld. Sechs Wochen lang baut die Bahn an Brücken, Gleisen und Oberleitungen. Am Wochenende ist die Strecke Bamberg-Ebensfeld komplett gesperrt.

Von: Tina Wenzel und Heiner Gremer

Stand: 21.07.2017

DB-Regio Bayern | Bild: DB Regio Bayern

Bis zum 28. August wird die Bahn an mehreren Baustellen an der Strecke Erlangen-Bamberg-Ebensfeld arbeiten. Während des gesamten Zeitraums müssen Reisende mit Verzögerungen und Zugausfällen rechnen. Zeitweise kommt es zu Komplettsperrungen. Der Hintergrund ist der Aus- und Neubau der ICE-Strecke von Nürnberg nach Berlin – das sogenannte Verkehrsprojekt Deutsche Einheit Nr. 8.

Totalsperrung zwischen Bamberg und Ebensfeld

Am Wochenende vom 22. bis 23. Juli fährt auf der Strecke zwischen Bamberg und Ebensfeld kein Zug mehr. Reisende müssen in Busse umsteigen. Der ICE wird ab Nürnberg umgeleitet, die Zwischenhalte Erlangen, Bamberg, Lichtenfels, Saalfeld, Jena und Naumburg entfallen. Auch im August wird die Strecke zwischen Bamberg und Bad Staffelstein wegen Bauarbeiten an mehreren Tagen gesperrt.

Teil- und Totalsperrungen Fürth-Bamberg-Bad Staffelstein

Hilfsbrücken werden abgebaut

Hilfsbrücke bei Breitengüßbach, die nun wieder abgebaut wird.

Die Bahn baut Hilfsbrücken in Breitengüßbach, Zapfendorf und Unteroberndorf zurück. "Mit einem großen Kran werden die Brückenteile herausgehoben und schweben dann frei über den Gleisen. In der Zeit darf kein Zug durchfahren", erklärt Bahnsprecher Frank Kniestedt. Desweitern fallen an der Strecke Arbeiten an den Oberleitungen, der Signaltechnik und den Gleisen an. Das Ziel: Die Ausbaustrecke zwischen Bamberg und Ebensfeld mit der Neubaustrecke ab Ebensfeld zu verbinden. "Ein wichtiger Schritt", so Kniestedt.  

Viergleisiger Ausbau zwischen Erlangen und Bamberg

Zudem soll bis Ende August die viergleisige Bahnstrecke zwischen Erlangen und Bamberg fertiggestellt werden. Für die Inbetriebnahme muss die alte Technik abgeschalten und die Software für die neuen Signalanlagen eingespielt werden. Dann wird jedes Signal getestet, sagt Kniestedt. Auch in diesem Zeitraum kann kein Zug die Strecke passieren. Die Bahn richtet einen Schienenersatzverkehr mit Bussen ein.

Informationen online und im Reisezentrum

Zu erheblichen Einschränkungen auf der Strecke Erlangen-Forchheim kommt es nach Angaben der Bahn voraussichtlich auch vom 12. August bis zum 22. August. In der Zeit ist nur ein Gleis befahrbar. Der S-Bahn- und Regionalbahn-Verkehr wird eingeschränkt, es fahren keine Fernverkehrszüge. Bahnsprecher Kniestedt rät: "Vor der Reise sollten sich Bahnfahrer online, im Reisezentrum oder am Fahrkartenautomat informieren. Die Fahrplanänderungen werden aktuell in den elektronischen Fahrplan eingearbeitet."

Knackpunkt Bamberg

Mit dem Fahrplanwechsel im Dezember will die Deutsche Bahn die Strecke München-Berlin in vier Stunden anbieten. Ganz fertig ist die Strecke dann noch nicht. Knackpunkt bleibt Bamberg: In der Welterbestadt werden noch mögliche Trassenvarianten diskutiert. Die Möglichkeiten reichen von einer weitgehenden Untertunnelung der Stadt, über eine Teiluntertunnelung bis hin zum Ausbau der Bestandsstrecke. Baubeginn dürfte frühestens 2020 sein und dieser Bau dürfte unter laufenden Rad mehrere Jahre in Anspruch nehmen. Zudem sind von Breitengüßbach (Lkr. Bamberg) bis Erlangen noch 40 Kilometer Viergleisigkeit herzustellen und bei Fürth wird die geplante Trassenführung derzeit vor dem Bundesverwaltungsgericht beklagt.

Verkehrsprojekt Deutsche Einheit Nr. 8

Hintergrund: Verkehrsprojekt Deutsche Einheit Nr. 8

Der Aus- und Neubau der ICE-Strecke von Nürnberg nach Berlin soll 2017 abgeschlossen sein. Die Fahrt von München in die Hauptstadt soll dann nur noch vier Stunden dauern. Bislang saßen Reisende etwa sechs Stunden im Zug. Das Großprojekt kostet mehr als zehn Milliarden Euro. Vom oberfränkischen Ebensfeld (Landkreis Lichtenfels) über Erfurt bis nach Halle an der Saale in Sachsen-Anhalt ist die Strecke komplett neu gebaut worden – inklusive zahlreicher Brücken und Tunnel.

Die Tunnel zwischen Ebensfeld und Erfurt


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