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Aufnahmeeinrichtung Bamberg Ausbau für 3.400 Flüchtlinge

Der Ausbau der Aufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge in Bamberg auf 3.400 Plätze ist fast abgeschlossen, so die Regierung von Oberfranken. Die Aufstockung stößt aber nicht überall auf Zustimmung.

Von: Carlo Schindhelm

Stand: 20.06.2017

Anwohner, Stadtrat und Stadtspitze wehren sich schon länger gegen den Ausbau. Sie fordern, dass die Unterkunft maximal 1.500 Plätze haben sollte.

Oberbürgermeister Andreas Starke (SPD) setze auch auf die "stille Kraft der Vernunft". Die Verantwortlichen in München sollten erkennen, dass eine Stadt wie Bamberg nicht überfordert werden dürfe und dass es auch darum gehe, "sozialen Sprengstoff" zu vermeiden, sagte Starke dem Bayerischen Rundfunk.

Druck auf Europa ist nach wie vor groß

Das Bayerische Sozialministerium argumentiert hingegen, dass der Migrationsdruck auf Europa nach wie vor hoch sei. Die Länder müssen in der Lage sein, Flüchtlinge aufzunehmen und entsprechende Kapazitäten bereit halten.

Polizei hat Sorgen

Auch Bambergs Polizeichef Thomas Schreiber beobachtet den Ausbau der Flüchtlingsunterkunft mit Sorge. Die meisten Bewohner in der Einrichtung verhielten sich zwar strafrechtlich unauffällig. In der Vergangenheit gab es aber immer wieder kleine Gruppen von Intensivtätern, die für Polizeieinsätze sorgten. Dabei handelte es sich vor allem um allein reisende Migranten aus Marokko und Georgien. Schreiber befürchtet, dass sich eine ansteigende Belegungszahl auch negativ in der Kriminalitätsstatistik niederschlagen werde.

Stichwort: Aufnahmeeinrichtung Bamberg

Die Aufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge in Bamberg befindet sich auf der früheren US-Kaserne. Sie ist die erste Anlaufstelle für Flüchtlinge in Oberfranken. Seit der Eröffnung im September 2015 wurde die Kapazität laut Regierung von Oberfranken stetig erweitert. Bislang konnten 1.430 Menschen dort unterkommen.


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