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Pilotprojekt im Landkreis Hof Mehr Aufmerksamkeit für die Arnika

Arnika ist eine alte Heilpflanze, die vom Aussterben bedroht ist. Dem soll im Fichtelgebirge nun mit einem bundesweit einzigartigem Schutzprojekt entgegengewirkt werden.

Von: Annerose Zuber

Stand: 20.04.2017

Arnika Akademie in Teuschnitz  | Bild: Arnikastadt Teuschnitz

Ziel des Projektes ist es, die bestehende Bestände der Heilpflanze zu schützen, zu vergrößern und zu revitalisieren. Auch neue Standorte für die Arnika sollen geschaffen werden. Das Projekt will dafür Landnutzer, Eigentümer, Forst, Kommunen, Ehrenamt und Öffentlichkeit unter dem Erhaltungsziel "Arnika im Bayerischen Vogtland und nördlichen Fichtelgebirge" zusammenführen. Nun haben die Arbeiten für einen speziellen Arnika-Wanderweg rund um Rehau im Landkreis Hof begonnen. Die Eröffnung des Arnika-Weges ist für den 5. Mai geplant.

Einzigartiges Projekt

Derzeit legt das Team rund um das Arnika-Projekt zwei spezielle Themen-Wanderwege rund um Rehau an, damit die Arnika wieder mehr Aufmerksamkeit bekommt. Die alte Heilpflanze habe gerade im Fichtelgebirge stark gelitten, so Biologe Thomas Blachnik.

"Zwischen 1980 und 2009 sind über zwei Drittel der Wuchsorte verschwunden."

Thomas Blachnik, Biologe

Durch das Schutz-Projekt soll die Arnika-Pflanze langsam wieder an mehr Stellen aufblühen. Zwar wird sie auch durch Landschaftspflegeprogramm im Fichtelgebirge, im Bayerischen Wald und in den Alpen gepflegt – doch das Projekt im Hofer Landkreis sei deutschlandweit einzigartig, so Regina Saller vom Landschaftspflegeverband.

"Wir sind die einzigen in Deutschland, die aus der Arnika auch wieder Arzneimittel herstellen – das macht außer uns sonst keiner."

Regina Saller vom Landschaftspflegeverband

Fördermittel gesichert

Zudem wird während des Pilotprojektes erforscht, was Arnika für Bedingungen benötigt. Die aufwändige Landschaftspflege und die spezielle Forschung fördert das Bundesamt für Naturschutz von 2013 bis 2018 mit insgesamt 400.000 Euro. Direkter Projektpartner ist der "Naturhof Fassmannsreuther Erde". Bei den Kräuterfrauen sollen künftig alle Aktivitäten zusammenlaufen.

Stichwort: Arnika

In Deutschland ist die Arnika durch die Bundesartenschutzverordnung streng geschützt und darf nur in Ausnahmefällen für die Herstellung von Salben und Tinkturen gesammelt werden. Sie ist weiterhin Bestandteil des Anhang V der der Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie der EU (FFH-Richtlinie), die sich mit Tier- und Pflanzenarten, für deren Entnahme aus der Natur besondere Regelungen getroffen werden können, befasst. Diese dürfen in der EU nur im Rahmen von Managementmaßnahmen genutzt werden. Der Großteil der für Arnikaprodukte genutzten Wildsammlungen stammt aus den Pyrenäen, der Schweiz und Südosteuropa.


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Barbara, Donnerstag, 20.April, 21:30 Uhr

2. Ich hatte eine Tante, die in ihrem Garten unzählige Kräuter kultivierte

und deren Anwendung und Heilwirkung kannte: Brennessel, Löwenzahn, Kamille, Arnika, Reseda, Disteln, Spitzwegerich, Breitwegerich, Pferdekümmel usw. Diese Frau ernährte sich hauptsächlich von ihrem Garten, war nie krank, wurde 98 Jahre alt und starb eines seligen Todes!

Nautilus, Donnerstag, 20.April, 19:23 Uhr

1. Gegen jede Krankheit sei ja angeblich ein Kraut gewachsen.

Arnika ist wahrlich ein Segen und, auch wenn es viele moderne Mitbürger nicht glauben wollen, absolut wirksam. Sicher geht es mit Naturmitteln nicht so schnell voran, aber bei der Langzeitwirkung ist was Natürliches immer vorzuziehen. Seit ich die 60 überschritten habe, geht mir die Arnika-Salbe nicht aus und manchmal erinnere ich mich beim Einreiben lächelnd an meine skeptischen Bemerkungen, wenn ich als Jugendliche Oma damit Zerrungen oder Prellungen behandeln sah...