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Jubiläum in Hof 100 Jahre Heiztechnik-Spezialist Viessmann

Angefangen hatte alles vor genau 100 Jahren in einer kleinen Schlosserei in Hof – inzwischen hat sich Viessmann zu einem Weltunternehmen mit 12.000 Mitarbeitern und 2,2 Milliarden Euro Umsatz entwickelt. Das Jubiläum feierte das Unternehmen in seiner Heimat Hof.

Von: Christiane Scherm

Stand: 14.11.2017

Das Weltunternehmen Viessmann aus Hof feierte am Dienstag (14.11.17) ein Doppeljubiläum: das 100-jährige Bestehen der Firma und den 100. Geburtstag von Hans Vießmann. Der Ingenieur, Unternehmer und Ehrenbürger der Stadt Hof hat sich sehr um seine Heimat verdient gemacht.

Straße nach Vießmann benannt

Um an seine Verdienste zu erinnern, ist der nördliche Teil der bisherigen Schleizer Straße nun in Dr.-Vießmann-Straße umbenannt worden. Am Abend spielten die Hofer Symphoniker außerdem ein Viessmann-Jubiläums-Konzert 'für alle Hofer' in der St. Michaelis-Kirche in Hof.

"Hans Vießmann war einer der großen Söhne unserer Stadt. Er hat als Unternehmer den Wohlstand in der Stadt gemehrt und er hat in vielfältiger Weise das Gemeinwesen gefördert: als Denkmalpfleger, als Stadtsanierer, als Kulturförderer, als Bildungs- und Schulbegleiter, als Freund des Sports, als Jugend- und Sozialarbeiter und nicht zuletzt als Historiker und Wissenschaftler. Die Umbenennung eines Teils der Schleizer Straße in Dr.-Vießmann-Straße wird zukünftig dazu beitragen, dass sein Name und seine Leistungen für das Gemeinwesen auch an spätere Generationen weitergegeben werden."

Harald Fichtner, Oberbürgermeister der Stadt Hof (CSU)

"Ganz klein" angefangen

Der Vater von Hans Vießmann, Johann Vießmann, hatte die Firma Viessmann 1917 gegründet. Angefangen hatte alles mit einer kleinen Schlosserei in Hof, in der erste Heizkessel für Gärtnereien gebaut worden waren. 1947 hatte Hans Vießmann die Firma mit 35 Mitarbeitern übernommen.

Die Produktion war zwischenzeitlich nach Hessen verlagert worden. In den 1950er-Jahren kam der erste Stahl-Heizkessel für Heizöl, in den 1970er-Jahren die ersten Solaranlagen und Wärmepumpen, um erneuerbare Energien nutzen zu können. Im Laufe der Jahre hat sich Viessmann zu einem Weltunternehmen mit 12.000 Mitarbeitern und 2,2 Milliarden Euro Umsatz entwickelt.

Hans Vießmann als "Tüftler"

Eine große Rolle hätte die Innovationskraft von Hans Vießmann gespielt, sagte sein Sohn und der heutige Unternehmenschef Martin Vießmann dem Bayerischen Rundfunk. Er sei ein "Tüftler" gewesen und habe etwa 1.500 Patente angemeldet.

Viessmann ist Spezialist für Heiz- und Kältetechnik, hat Produktionsgesellschaften in zwölf Ländern und Vertretungen in 74 Ländern. Im Viessmann-Werk in Hof arbeiten mehr als 650 Mitarbeiter und stellen Kühlsysteme her.

"Heizungen können wir nur in Märkten verkaufen, die die klimatische Notwendigkeit haben. In den ganzen warmen Ländern können wir keine Heiztechnik verkaufen. Das war damals die strategische Überlegung meines Vaters, in die Kältetechnik einzusteigen, weil wir da alle Märkte weltweit bedienen können. Gerade die Lebensmittelkühlung ist für uns eine attraktive Perspektive, auch für die Zukunft."

Martin Vießmann, Chef von Viessmann

Kühltechnik aus Hof

Sein Vater Hans Vießmann hatte sich dafür eingesetzt, dass die Produktion der Kühltechnik von Hessen zurück nach Oberfranken verlegt wurde und hier Arbeitsplätze geschaffen wurden. Kühlschränke und Tiefkühltruhen von Viessmann stehen in Supermärkten, Hotels und Restaurants in ganz Europa.

Digitalisierung im Zentrum

Aktuell stehen bei Viessmann vor allem erneuerbare Energien und die Digitalisierung im Zentrum. Inzwischen können Hausbesitzer beispielsweise von unterwegs per App einstellen, wie warm es daheim im Wohnzimmer sein soll.


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