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Ludwig Schick Erzbischof warnt vor Alltagsrassismus

"Alltagsrassismus darf nicht salonfähig werden", mit diesen Worten warnt Bambergs Erzbischof Ludwig Schick vor einer zunehmenden Fremdenfeindlichkeit im Land. Aktueller Anlass: der Holocaust-Gedenktag am 27. Januar.

Stand: 26.01.2016

Erzbischof Ludwig Schick  | Bild: picture-alliance/dpa

Der Nazi-Terror habe mit Worten begonnen und mit dem Bau von Vernichtungslagern geendet, so Schick in einer Pressemitteilung des Erzbischöflichen Ordinariats. Eine Lehre aus der Nazizeit sei, dass das Wegschauen, das Mitschreien oder Mitlaufen bei fremdenfeindlichen Demonstrationen zur Verbreitung von Rassismus in der gesamten Gesellschaft beitrage.

"Dass verbale und brachiale Gewalt gegen Mitbürger jüdischer Herkunft und Flüchtlinge – 70 Jahre nach den Gräueltaten des Naziregimes – wieder zunimmt und rassistische Äußerungen salonfähig werden, ja sogar Flüchtlingsheime brennen, ist unfassbar und muss jeden aufrütteln."

Ludwig Schick, Erzbischof Bamberg

Schick fordert deshalb alle Gläubigen auf, einen Beitrag für ein friedliches Miteinander zu leisten. Das Gedankengut, das einst zum Holocaust geführt habe, dürfe sich nie wieder in der Gesellschaft verbreiten.

Gedenkstätte in Hersbruck

Der 27. Januar ist der Internationale Gedenktag der Opfer des Holocausts – an diesem Tag vor 71 Jahren wurde das Konzentrationslager Auschwitz befreit, in dem mindestens 1,1 Millionen Menschen von den Nazis ermordet wurden. In Hersbruck in Mittelfranken gibt es seit diesem Jahr zwei neu gebaute Gedenkorte, die an die Opfer des ehemaligen Außenlagers des KZ Flossenbürg erinnern sollen. "Es ist gut, dass es diese Gedenkstätte auf dem Gebiet des Erzbistums Bamberg jetzt gibt und sie an die Opfer des Nationalsozialismus erinnert", so Schick weiter.


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