Oberfranken


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Hof Neuer Name für die Bundeswehr-Kaserne

In Hof ist ein jahrelanger Streit beendet worden: Die General-Hüttner-Kaserne wurde mit einem Festakt in Oberfranken-Kaserne umbenannt. Seit 1985 hatte sie den Namen des umstrittenen Wehrmachts-Generals Hans Hüttner getragen.

Stand: 08.07.2013
Enthüllung des neuen Schriftzuges "Oberfranken-Kaserne" in Hof | Bild: BR-Studio Franken/Annerose Zuber

Die Benennung der General-Hüttner-Kaserne nach dem aus dem Frankenwald stammenden Wehrmacht-General hatte bereits seit 20 Jahren unter anderem wegen seinen öffentlichen Treue-Bezeugungen auf Hitler immer wieder zu Diskussionen geführt. Kritiker wie die "Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft" (GEW) oder die "Initiative gegen Glorie" betonten, dass die Namensgebung 1985 eigentlich nicht mit dem Traditionserlass der Bundeswehr zu vereinbaren gewesen sei - denn demnach dürften Kasernen nur nach Persönlichkeiten benannt werden, "die sich um Freiheit und Recht verdient gemacht haben".

Der Namenswechsel sei kein Negativurteil über den aus dem Frankenwald stammenden Wehrmacht-General Hans Hüttner, sagte Christian Schmidt (CSU), Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesverteidigungsministerium. Aber es gehe darum, ob seine charakterlichen und militärischen Leistungen auch den heutigen Maßstäben entsprechen.

Bundeswehr würdigte Verdienste Hüttners

Der alte Schriftzug

Noch 2004 erklärte die Bundeswehr, dass die Verdienste von General Hüttner in seiner "persönlichen Tapferkeit während des Ersten und Zweiten Weltkriegs" begründet seien. Außerdem sei der "soziale Aufstieg" des gelernten Maurers Hans Hüttner zum General in einer "strukturschwachen Region wie dem nördlichen Oberfranken ein nicht zu unterschätzendes vorbildhaftes Kriterium" für die Kasernenbenennung. Hüttner stammte aus Geroldsgrün im Landkreis Hof.

Einzig verbliebene Kaserne in Oberfranken

Zuletzt hatten 2012 Anfragen im Bundestag zu mehreren Kasernen mit umstrittenen Namensgebern in ganz Deutschland die Debatte neu angestoßen. Nach Auskunft des Hofer Standortältesten Oberst Norbert Reineke haben sich nun die rund 550 Soldaten und zivilen Bundeswehr-Mitarbeiter in Hof schließlich einstimmig für den neutralen Namen "Oberfranken-Kaserne" ausgesprochen. Dieser Vorschlag wurde von Verteidigungsminister de Maizière genehmigt. Mit dem neuen, politisch neutralen Namen komme zum Ausdruck, dass Hof der einzig verbliebene Bundeswehrstandort in Oberfranken ist, sagte Reineke.

Standort gestärkt

Am Festakt nahmen unter anderem der Parlamentarische Staatssekretär im Verteidigungsministerium, Christian Schmidt (CSU), und der aus Hof stammende Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) teil. In der Kaserne sind rund 550 militärische und zivile Mitarbeiter bei der Bundeswehr beschäftigt - das sind rund 100 mehr als noch vor einem Jahr, denn Hof wurde durch die Bundeswehr-Reform gestärkt. Zum einen wurde die deutschlandweit einzigartige "Zentrale Untersuchungsstelle für Technische Aufklärung" ausgebaut. Die Mathematiker und Ingenieure dieser Dienststelle legen in Hof mit ihrer Arbeit die Basis für mehr Sicherheit der deutschen Soldaten in Auslandseinsätzen. Außerdem wurde auch die "Zivile Aus- und Weiterbildungseinheit" erweitert.


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  • zur Sendungshomepage Regionalnachrichten Franken von 6.00 bis 18.00 Uhr, jeweils zur halben und zur vollen Stunde, Bayern 1

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