Oberfranken


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Schirnding (Lkr. WUN) Kündigungswelle bei Arzberg Porzellan

Rund 120 Mitarbeiter von Arzberg Porzellan haben ihre Kündigung erhalten. Trotzdem hofft Insolvenzverwalter Volker Böhm weiterhin auf einen Investor für das oberfränkische Traditionsunternehmen.

Stand: 05.08.2013
Teeservice von "Arzberg"-Porzellan | Bild: Presse Arzberg

Da die Kündigungen erst in drei Monaten wirksam würden, laufe der Geschäftsbetrieb uneingeschränkt weiter, erklärte der Insolvenzverwalter. Der  Fachhandel werde wie gewohnt weiter beliefert. Parallel dazu läuft die Suche nach einem Investor. Zuletzt waren drei Interessenten im Gespräch, die den Traditionsbetrieb weiterführen könnten.

"Wir werden weiter mit Hochdruck versuchen, eine Investorenlösung zu erzielen."

Volker Böhm, Insolvenzverwalter Arzberg Porzellan

Erst Ende Juni mussten bei Arzberg 20 Mitarbeiter gehen. Arzberg hatte im Januar beim Amtsgericht Hof Insolvenz angemeldet. Das Traditionsunternehmen litt zuletzt unter Umsatzeinbußen von mehr als 25 Prozent. Der Verlust eines Großkunden und Billigkonkurrenz aus Asien machten dem Unternehmen schwer zu schaffen.

Traditionsunternehmen seit 1887

Arzberg-Porzellan zählt zu den renommiertesten Porzellanmarken weltweit. Sie produziert in Schirnding seit 1887. Seit 2004 firmiert die Arzberger Traditionsmarke unter Arzberg-Porzellan GmbH. Im September 2011 wurde das Unternehmen von der RPS 1 GmbH in Salzburg übernommen.

Oberfränkische Porzellanindustrie leidet

Die Porzellanindustrie im Nordosten Bayerns wurde in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder gebeutelt: Zahlreiche Jobs brachen weg, viele Unternehmen fusionierten oder verschwanden komplett vom Markt. Am spektakulärsten war die Insolvenz des Traditionsunternehmens Rosenthal im Jahr 2009, die bundesweit für Aufsehen sorgte.


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Evelyn, Freitag, 09.August, 18:51 Uhr

2. Arzberg Insolvenz

Ich habe erst jetzt von der Arzberg-Insolvenz erfahren und bin völlig entsetzt.Ich kenne mich nicht so gut in der Vorgeschichte von Arzberg und Schirnding aus, aber es sind beides altbekannte Traditionsmarken. Vor kurzem haben wir unser Geschirr von Arzberg noch aufgestockt. Ich finde das Arzberger Geschirr dermassen gut und auch die neuen floralen Designs sehen wunderschön aus. Wir haben das schlichte weisse Geschirr von Tric, mit dem wir hochzufrieden sind, vor allem mit dem Design. Zudem haben wir das Weihnachtsgeschirr von Arzberg und auch einige Teelichthalter. Hoffentlich kommt da noch eine gute Lösung her für Arzberg und die Mitarbeiter. Es wäre schlimm, wenn schon wieder ein Traditionsunternehmen der Porzellanindustrie kaputtgemacht würde. Das würde mir sehr leid tun. Ich wohne übrigens in NRW. Aber das berührt mich sehr, was mit Arzberg passiert, weil wir auch sehr viel gekauft haben und sicher auch in Zukunft noch einiges bestellen wollen.

Roland , Sonntag, 03.März, 19:23 Uhr

1. Seid 1887????

Arzberg Porzellan produziert nicht seid 1887 in Schirnding. Die haben so ein Kronester Zeuch produziert. Nach dem Schirnding die Porzellanfabrik Arzberg übernomen hatte, wurde der Betrieb dichtgemacht. Arzberg Porzellan wird seid 2004 in Schirnding produziert.

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