Oberfranken

Schirnding (Lkr. WUN) Rettung für Arzberg?

Der insolvente Porzellanhersteller Arzberg in Schirnding (Landkreis Wunsiedel) steht offenbar kurz vor der Rettung. Derzeit laufen Verhandlungen mit drei potentiellen Investoren, erklärte Insolvenzverwalter Volker Böhm.

Stand: 15.05.2013
Teeservice von "Arzberg"-Porzellan | Bild: Presse Arzberg

"Der Geschäftsbetrieb läuft wieder stabil, die Auftragslage ist gut", sagt Insolvenzverwalter Böhm in einer Mitteilung. Zudem sei das Unternehmen bereits im Kern restrukturiert worden. Ein potenzieller Käufer erhalte ein wettbewerbsfähiges Unternehmen, das über eine starke Marke mit großer Akzeptanz bei Handel und Verbrauchern verfüge, heißt es weiter. Ein Abschluss sei laut Böhm sogar noch im Laufe des Sommers möglich.

Überkapazitäten in der Produktion

Der Insolvenzverwalter hatte rund 60 der 212 Mitarbeiter entlassen. Sie erhielten ihre Kündigung an Ostern. Von der Entlassung waren vor allem Beschäftigte in der Produktion betroffen. Dort herrschten deutliche Überkapazitäten. Diese seien auch der Grund für die Insolvenz gewesen, so Böhm.

Billigkonkurrenz aus Asien

Ende Januar hatte der Porzellanhersteller einen Insolvenzantrag gestellt. Umsatzeinbußen von über 25 Prozent im vergangenen Jahr hatten dem Unternehmen massiv zugesetzt. Arzberg-Porzellan sei durch den Verlust eines Großkunden sowie die starke Billigkonkurrenz aus Asien ins Trudeln geraten, hatte es geheißen.

Drei Millionen Euro Umsatzeinbruch

Seit Dezember 2012 hatte sich die Lage bei dem oberfränkischen Porzellanhersteller zugespitzt. Die Umsätze waren von rund 15 Millionen Euro um etwa drei Millionen Euro eingebrochen. Am 22. Januar waren die Mitarbeiter von Arzberg-Porzellan schließlich über den Insolvenzantrag informiert worden.

Traditionsunternehmen seit 1887

Arzberg-Porzellan zählt zu den renommiertesten Porzellanmarken weltweit. Sie produziert in Schirnding seit 1887. Seit 2004 firmiert die Arzberger Traditionsmarke unter Arzberg-Porzellan GmbH. Im September 2011 wurde das Unternehmen von der RPS 1 GmbH aus Salzburg übernommen.

Oberfränkische Porzellanindustrie leidet

Die Porzellanindustrie im Nordosten Bayerns wurde in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder gebeutelt: Zahlreiche Jobs brachen weg, viele Unternehmen fusionierten oder verschwanden komplett vom Markt. Am spektakulärsten war die Insolvenz des Traditionsunternehmens Rosenthal im Jahr 2009, die bundesweit für Aufsehen sorgte.


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Roland , Sonntag, 03.März, 19:23 Uhr

1. Seid 1887????

Arzberg Porzellan produziert nicht seid 1887 in Schirnding. Die haben so ein Kronester Zeuch produziert. Nach dem Schirnding die Porzellanfabrik Arzberg übernomen hatte, wurde der Betrieb dichtgemacht. Arzberg Porzellan wird seid 2004 in Schirnding produziert.

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