Auf dem Bahnübergang rammte die S-Bahn den Autotransporter.
Unfall am Emmeringer Bahnübergang Ursachensuche und Diskussion um Sicherheit
Die Ursache für den tödlichen Unfall an einem Bahnübergang in Emmering ist weiter unklar. Zeitungsberichte, wonach ein Bremsregler versagte, bestätigte die Polizei nicht. Bei dem Unglück starb der Fahrer eines Autotransporters. Unterdessen hat die Diskussion um technische Sicherheitseinrichtungen an Bahnübergängen begonnen.
Über die Ursache des schweren Unfalls am Bahnübergang in Emmering bei Puchheim gibt es immer noch keine Klarheit. Der S-Bahnbetrieb und der Verkehr ins Allgäu laufen unterdessen wieder normal.
Allerdings hat auch die Diskussion um technische Sicherungsmaßnahmen an Bahnübergängen Auftrieb erhalten.
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Der 62-jährige Mann aus Mammendorf hatte am Mittwochabend (20.02.) nur noch wenige Hundert Meter zum Industriegebiet von Emmering bei Fürstenfeldbruck zu fahren. Geladen hatte er vier Personenwagen. Als er gegen 23.00 Uhr den halbseitig beschrankten Bahnübergang passieren wollte, blieb der Autotransporter auf den Gleisen stehen. Der Fahrer stieg aus. Kurz darauf rammte die S-Bahn der Linie S4, die in Richtung München fuhr, den Sattelzug. Der Mammendorfer wurde zwischen dem Transporter und der Leitplanke zerquetscht. Jede Hilfe kam zu spät.
Polizei wartet auf Gutachten
Münchner Zeitungen spekulierten am Freitag, ein Defekt des Bremsreglers habe den Unfall ausgelöst. In der Folge hätten die Reifen blockiert und der Transporter sei deshalb auf den Gleisen liegen geblieben. Peter Grießer, Pressesprecher des zuständigen Polizeipräsidiums Oberbayern-Nord, konnte dies nicht bestätigen. "Wir warten das Ergebnis des Gutachtens ab", erklärte er dem BR. Dieses liege frühestens in ein paar Wochen vor.
Bei dem Zusammenstoß wurde der S-Bahn-Zug am Führerhaus schwer beschädigt, die Oberleitung und eine Halbschranke wurden abgerissen. Einer der insgesamt 18 Fahrgäste, ein 61-jähriger Mann, wurde leicht verletzt, der Lokführer kam mit dem Schrecken davon. Der Gesamtschaden liegt bei mindestens einer Million Euro. Aufgrund der schwierigen Bergungsarbeiten kam es bis Freitagmittag zu Behinderungen im Bahn- und S-Bahnverkehr. Vor allem Pendler brauchten viel Geduld. Betroffen von den Einschränkungen waren auch Zugfahrer aus dem Allgäu.
Bahnübergang soll entschärft werden
Über die Ausstattung des Bahnübergangs wird seit langem diskutiert - jetzt soll er entschärft werden. Geplant ist eine Brücke ins Industriegebiet. Baubeginn ist frühestens 2014.
Münchner CSU-Stadtrat fordert technische Verbesserungen
Das Unglück hat die Diskussion um eine bessere Sicherheitsausstattung für Bahnhöfe ind Bahnübergänge angestoßen. Der Verkehrsexperte der Münchner CSU, Stadtrat Georg Kronawitter, empfiehlt den Einbau von elektronischen "Gefahrenraum-Freimeldeanlagen." Für diese Technik, die ähnlich funktioniert wie Gleisbettüberwachung sei die Zeit reif, so Kronawitter mit Bezug auf den Unfall am Emmeringer Bahnübergang.
"Hier starb der Fahrer, obwohl er den LKW verlassen hatte, es entstanden massive Sachschäden - verbunden mit langandauernden Unterbrechungen des Bahnbetriebs. Dies alles müsste nicht sein, wenn die Bahnübergänge endlich mit so genannten Gefahrenraum-Freimeldeanlagen
ausgestattet würden. Es gibt derartige Anlagen schon seit Jahren, allerdings sind keine Absichten der DB Netz
AG bekannt, diese erhebliche Steigerung der Sicherheit zu installieren."
Georg Kronawitter
Auf vielbefahrenen Strecken, etwa im Bereich der Münchner S-Bahn sollte die Bahn die Technik überprüfen, forderte Kronawitter.

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