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Prozess nach Amoklauf am OEZ Waffenhändler gewaltbereit und ausländerfeindlich

Im Prozess gegen den mutmaßlichen Waffenhändler vom OEZ-Amoklauf hat sein Cousin ausgesagt. Danach war er fremdenfeindlich und unterstützte Gewalt gegen Minderheiten. Gestern hatte das Gericht die Befangenheitsanträge der Nebenkläger abgelehnt.

Von: Moritz Steinbacher und Julia Binder

Stand: 31.08.2017

Der Angeklagte Philipp K. , soll dem Amokläufer vom OEZ eine Waffe besorgt haben | Bild: pa/dpa/Sven Hoppe

Der Cousin des Angeklagten bestätigte die Aussagen von Ermittlern und dem besten Freund des mutmaßlichen Waffenhändlers: Der 32-Jährige aus Marburg war wohl doch nicht so naiv und besonnen, wie seine Verteidiger ihn im Geständnis zu Prozessauftakt beschrieben hatten.

Andere Menschen töten

Sein Cousin berichtete, dass der Angeklagte immer wieder gesagt habe, er wolle andere Menschen töten, vor allem Minderheiten wie Flüchtlinge, Schwarze und Türken. Er habe ein "bescheuertes Hobby" gehabt, komische Videos im Internet angeschaut, bei denen Menschen z.B. der Kopf abgehackt wurde. Außerdem hat der mutmaßliche Waffenhändler laut dem Zeugen gesagt, er selbst wolle gern im Kugelhagel der Polizei sterben. Solche Sachen habe er "am laufenden Band" gesagt, das sei aber alles nur im Spaß gewesen.

Keine Reue gezeigt

Ein ehemaliger Arbeitskollege des Angeklagten berichtete im Zeugenstand, er habe sich kurz nach dem Attentat am OEZ in München mit dem mutmaßlichen Waffenhändler getroffen. Der sei "sehr aufgewühlt und nervös“ gewesen, habe aber das Mindestmaß an Reue, "was man eigentlich haben sollte", nach Meinung des Zeugen nicht gezeigt. Er hatte den Eindruck, der Angeklagte habe nach dem Anschlag in München Angst um sich und seine eigene Zukunft gehabt.

Befangenheitsanträge abgelehnt

Am Vormittag hatten die Richter am Landgericht München I die Befangenheitsanträge gegen das Gericht als haltlos abgelehnt. Mit einer Einschränkung: Der vorsitzende Richter, Frank Zimmer, soll sich im Vorfeld des Prozesses pietätlos und zynisch geäußert haben. So soll Zimmer auf die Sorgen der Opfer um ihre Sicherheit während des Prozesses mit der Frage reagiert haben, ob diese Angst hätten, dass der OEZ Attentäter von den Toten auferstehen könnte. Diese Formulierung sahen die Richter am Landgericht München I als ausgesprochen missglückt an.

Familien der Opfer halten Richter für befangen

Drei Nebenkläger hatten am ersten Prozesstag die Anträge auf Ablehnung der Richter gestellt. Die Nebenkläger sind die Familien der Opfer des OEZ Amoklaufs.


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Gemeiner Feigling, Freitag, 01.September, 13:34 Uhr

5. Vor dem Richter...

...zeigen die echten Feiglinge ihr wahres Gesicht.

Richtige feige Angeklagte, die nicht die Bohne zu ihren überaus dummen Taten stehen.

Bert Brech, Donnerstag, 31.August, 23:33 Uhr

4. Der "beste" Freund des Menschen ist NICHT sein Mitmensch.

Wer solche Verwandten und "Freunde" hat, braucht keine Feinde mehr.

"Je mehr ich von den Menschen sehe,
um so lieber habe ich meinen Hund."

Friedrich II., der Große
(1712 - 1786), preußischer König, »Der alte Fritz«

  • Antwort von Leonia, Freitag, 01.September, 11:03 Uhr

    Bei Ihrem Kommentar bleibt einiges offen:
    Entweder wollen Sie uns sagen, dass ein Freund wie dieser Waffenhändler mit seinen "komischen" Hobbys verzichtbar ist. Das könnte ich nachvollziehen.
    Oder Sie wollen uns sagen, dass Sie auf Freunde verzichten wollen, die in einem Kriminalfall gegen Sie vor Gericht aussagen. Das hielte ich für menschenverachtend, denn hier geht es um Kapitaldelikte.

Truderinger, Donnerstag, 31.August, 15:58 Uhr

3.

Ist jetzt von unseren rechtsverquasten Islamhassern eine Entschuldigung dafür zu erwarten, dass sie hier einen islamistischen Hintergrund herbeischwafeln wollten?

  • Antwort von Leo Bronstein, Donnerstag, 31.August, 18:29 Uhr

    @ Truderinger
    >Ist jetzt von unseren rechtsverquasten Islamhassern<

    Ich sehe nichts positives an einer Religion, die gemäß Scharia Bestrafung bei Apostasie, Homosexualität und Hadstrafen vorsieht, von Vertretern der anderen Buchreligionen Dschizya fordern darf, mittels Diya ausreichend gut finanziell Situierten einen deutlichen Vorteil gegenüber Ärmeren ermöglich und Taqiy zulässt.

    Und Sie finden solche Tatsachen in Ordnung?

    .
    >eine Entschuldigung dafür zu erwarten, dass sie hier einen islamistischen Hintergrund herbeischwafeln wollten?<

    Stimmt es hat absolut und überhaupt nichts mit islamistisch zu tun, wenn ein Schiite von Sunniten gemobbt wird und anschließend sich rächen will.

  • Antwort von Truderinger, Donnerstag, 31.August, 22:42 Uhr

    Ok, Leo hält an seiner abenteuerlich verquasten Sunniten-/Schiiten-Fantasy-Story fest. War auch nicht anders zu erwarten. Auch wenn es für Menschen mit Resthirn nie verständlich sein wird, wie man so einen unendlichen Schwachsinn glauben kann!

  • Antwort von Ralf , Donnerstag, 31.August, 23:01 Uhr

    @Truderinger
    Es klingt so als wären Sie schon zum Islam konvertiert.
    Bis wie viel Uhr arbeiten Sie heute?
    Sie können schreiben was Sie wollen, meine Stimme gehört der AfD.
    Nur die AfD vertritt unsere Interessen zu 100%.
    Die FDP mit Lindner hat auch einige gute Ideen.

  • Antwort von Dieter, Freitag, 01.September, 10:28 Uhr

    @ Truderinger
    Na ja, die Argumente sprechen für AfD. Gehen sie mal durch die Einkaufsstraßen unserer Städte, oder besuchen sie mal irgendeine Grund oder Hauptschule. Vor ein paar Jahren noch waren die moslemischen Kinder in den Schulen eine Minderheit und heute ist das bereits umgekehrt. Ich habe fünf Enkel in verschiedenen Schulen und überall ist das so. Wie sieht Deutschland dann wohl in zehn oder zwanzig Jahren aus? Der Einfluss des Islam ist nicht vorteilhaft für die Bevölkerung
    Das hat Frau Merkel verbockt. Was diese Frau veranstaltet hat, wird zu einer Verurteilung wegen Hochverrat wohl Juristisch nicht ausreichen, sollte ihr aber zumindest das Amt kosten. Solange man aber eine AfD zum daran abarbeiten hat, müssen Presse und Justiz sich um die wichtigen Themen ja nicht kümmern.
    M.f.G.

  • Antwort von Leonia, Freitag, 01.September, 11:06 Uhr

    Argumente für den Rassenhass der AfD gibt es nicht! Weil es für Rassenhass keine Argumente geben kann. Arroganz auf der Basis einer zufälligen Geburt als weißer Mitteleuropäer ist verurteilenswert armselig und fällt auf den Urheber selbst zurück.

  • Antwort von Leonia, Freitag, 01.September, 11:14 Uhr

    Herr Dieter, jetzt erzählen Sie uns einen Schmarrn: an welchen Schulen in Bayern sind muslimische Kinder in der Mehrheit, so wie Sie es behaupten?

Opa Franz, Donnerstag, 31.August, 15:05 Uhr

2. "Soll sich........haben"

Was denn nun ?
H a t er sich so gäußert, dann ist "soll..." falsch, oder sehen die Richter die Formulierung (nur) als "ausg. mißglückt" an, f a l l s sie so gefallen ist.

Schlecht ist auch die Formulierung im Artikel. dass die Richter "in den B.anträgen keine Begründung sehen". Sie haben die Anträge als unbegründet abgelehnt.

  • Antwort von Oma Erna, Freitag, 01.September, 13:32 Uhr

    Opa, das mit der Juristerei ist nix für sie. Da es sich um eine Zeugenaussage handelt ist "soll haben" schon korrekt. Haben sie es mit eigenen Augen gehört und gesehen,
    dann können sie sagen "er hat das und das getan".

    Würde das Geschehene durch einen Sachbeweis belegt, dann heisst es auch "er hat das und das getan". Der Personenbeweis ist die schlechteste Beweisform überhaupt.

Anna, Donnerstag, 31.August, 14:51 Uhr

1. Waffenhändler

Ich finde es schrecklich, dass Menschen getötet wurden. Die Aussage vom Richter ist auch nicht gut. Was mich beim ganzen Prozess stört ist, dass der Waffenhändler in die Pflicht genommen wird. Was ist mit den Eltern? Wie haben sie auf ihren Sohn eingewirkt, dass das Unglück hätte verhindert werden können? Diese sind im Opferschutzprogramm auf Steuergelder. Der Cousin hat auch aussagen gehört vom Täter und wird nicht zur Rechenschaft gezogen. Klar, der Waffenhändler hat die Tatwaffe verkauft, ist absolut nicht richtig. Wie viele Waffen kommen illegal nach Deutschland? Er hätte auch von seinen Urlauben in der Türkei eine Waffe mitbringen können, da er mit seinen Vater dort geschossen hat.

  • Antwort von Truderinger, Donnerstag, 31.August, 16:55 Uhr

    Nur noch mal zum Mittippen: Es stört Sie, dass ein Rechtsextremist, der illegale Waffen im Darknet verkauft, in die Pflicht genommen wird? Was stört Sie denn noch so?

  • Antwort von Gerald , Donnerstag, 31.August, 23:11 Uhr

    @Truderinger, gibt es auch linke Nazis?

  • Antwort von Leonia, Freitag, 01.September, 11:12 Uhr

    Der Verkauf derartiger Waffen an sich, in diesem Fall zudem über das Darknet, ist illegal. Dafür wird er in die Pflicht genommen und zwar zu recht. Was seine Eltern bei einem Volljährigen damit zu tun haben sollen, erschließt sich mir nicht.
    Wenn Sie allerdings die Eltern von David S. meinen sollten, dann war deren Sohn bereits selbst im straffähigen Alter und die Eltern sind nur dann belangbar, wenn sie nachgewiesenermaßen von der geplanten Straftat gewusst hätten. Allen Erkenntnissen nach ist das aber nicht der Fall gewesen. Zudem glaube ich nicht, dass Eltern bei ihrem Sohn ein derartiges Himmelfahrtskommando wissentlich zulassen würden.
    Und Gerald, vielleicht lassen Sie den geneigten Leser wissen, was Sie mit Ihrer Frage andeuten wollen? Übrigens, nein, es gibt keine linken Nazis, denn wie Sie sicherlich wissen, ist dies die Abkürzung für Nationalsozialisten und die waren politisch nie links, sondern immer rechts (und "sozial" sind sie auch nicht wirklich).