Skigebiet am Jenner Bund Naturschutz gegen Ausbau
Naturschutzverbände im Berchtesgadener Land üben massive Kritik am Ausbau des Skigebiets auf dem Jenner am Königssee.
Die Naturschutzverbände seien von vorne herein nicht in das Genehmigungsverfahren einbezogen worden, hat Rita Poser vom Bund Naturschutz am Mittwoch gegenüber dem Bayerischen Rundfunk beklagt.
"Wir fühlen uns über den Tisch gezogen!"
Rita Poser, Bund Naturschutz
Man habe Klage erwogen, diese aber wegen der geringen Aussicht auf Erfolg wieder verworfen, so Poser weiter. Das Landratsamt habe inzwischen Verfahrensfehler eingeräumt, was auf den Bescheid allerdings keine Auswirkung habe. Den Genehmigungsbescheid hatte das Landratsamt Berchtesgadener Land bereits vor Weihnachten ausgestellt. Bei guter Witterung könnten die Bauarbeiten auf dem Jenner beginnen.
Aus Sicht der Naturschutzverbände ist der Ausbau des Skigebiets am Jenner überzogen. Es müssten dafür rund vier Hektar Wald gerodet werden, außerdem würden auch landschaftsprägende Baumreihen dem Bau zum Opfer fallen. Die Naturschutzverbände sprechen von einer "Salami-Taktik" der Liftbetreiber, die das Skigebiet am Jenner weiter ausbauen wollen.
Mit "Salami-Taktik" zum Viersessel-Lift
Unter anderem wird am Jenner ein neuer Viersessel-Lift gebaut. Er ist Kern eines neuen Ski-Leistungszentrums, das unter anderem auch von der Christophorus-Schule in Berchtesgaden genutzt werden wird. Insgesamt kosten der neue Lift, die Beschneiungsanlage und der Bau neuer Pisten rund 6,5 Millionen Euro.

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