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Empfang nach Aiblinger Zugunglück Kirchen und Freistaat danken Helfern

"Gelebte Solidarität", "Grandioses Zeichen für Zusammenhalt", "Geschenk des Himmels": Knapp einen Monat nach dem Zugunglück von Bad Aibling bedankten sich am Abend in München Kirchen und der Freistaat Bayern bei den Rettungskräften.

Stand: 07.03.2016

Die meisten der rund 800 Helfer waren der Einladung nach München gefolgt - unter ihnen vor allem Einsatzkräfte von Polizei, Feuerwehr und Rotem Kreuz. Ministerpräsident Horst Seehofer dankte "allen Helferinnen und Helfern, die den Verletzten am Unfallort mit all ihrer Kraft beistanden". Dank ihnen stehe Bad Aibling nicht nur für Schrecken und Leid, sondern auch für gelebte Mitmenschlichkeit und Solidarität, sagte Seehofer bei dem Empfang in der Münchner Residenz.

"Wir trauern um die Toten und sind in Gedanken bei den Hinterbliebenen."

Horst Seehofer

Landtagspräsidentin Barbara Stamm hob vor den rund 800 haupt- und ehrenamtlichen Helfern deren selbstlosen Einsatz hervor.

"In einer absoluten Ausnahmesituation sind die Helfer bis an ihre Grenzen gegangen - und darüber hinaus. Was sie dabei erlebt haben, können wir nur erahnen."

Barbara Stamm

"Grandioses Zeichen für Zusammenhalt"

Domdekan Lorenz Wolf

Zuvor waren die Rettungskräfte bei einem ökumenischen Gottesdienst im Münchner Liebfrauendom gewürdigt worden. Domdekan Prälat Lorenz Wolf, Leiter des Katholischen Büros Bayern, betonte dabei, "dass unsere Gesellschaft dazu fähig ist, in solch grausamen Unglückssituationen zusammenzuhalten, zusammen zu helfen, persönliche Interessen zurückzustellen und bis an die eigene Grenze und im Einzelfall auch darüber hinaus zu gehen". Es gebühre allen "ein aufrichtiges und herzliches Vergelt's Gott, allen, die am Unfallort direkt den Verletzten beigestanden haben oder Tote bergen mussten, allen, die für Ordnung gesorgt haben und in der Organisation tätig waren, wie auch allen, die den Helfern beigestanden sind".

Breit-Keßler: "Schweigen Sie nicht, wenn Ihnen alles zu viel wird"

Die Münchner Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler nannte die Helfer bei dem Gottesdienst ein "Geschenk des Himmels". Gleichzeitig forderte sie generell mehr Respekt für Polizisten und Rettungskräfte. Es sei unerhört, dass Polizisten immer wieder im Einsatz attackiert oder Sanitäter angepöbelt würden, sagte die evangelische Theologin.

"Hier müssen wir laut werden, denn diese Verrohung der Sitten trifft uns alle. Diese Gesellschaft braucht wieder Respekt vor den Menschen, die ihren Kopf hinhalten, manchmal ihr Leben einsetzen, um uns anderen zu helfen."

Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler

Breit-Keßler ermutigte die Mitarbeiter von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdiensten, sich selbst Hilfe zu holen, wenn es nötig sei: "Schweigen Sie nicht still, wenn Ihnen alles zu viel wird."

Hunderte Rettungskräfte tagelang im Einsatz

Mit Gottesdienst und Empfang gedachte man der Opfer des Zugunglücks und deren Angehörigen, Ehepartnern, Familien, Kindern und Verwandten. Am 9. Februar waren bei Bad Aibling zwei Personenzüge frontal zusammengestoßen. Elf Menschen starben, rund 80 wurden verletzt. Hunderte Rettungs- und Hilfskräfte waren tagelang im Einsatz, unter ihnen Feuerwehr, Polizei, Vertreter von Hilfsorganisationen und kirchliche Notfallseelsorger. Für die Opfer des Unglücks und ihre Angehörigen hatte es bereits am 14. Februar einen ökumenischen Trauergottesdienst in Bad Aibling gegeben.


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