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Wolf reißt Schafe Bayerische Almbauern fordern „wolfsfreie Zone“

Nachdem feststeht, dass ein Wolf nahe dem Starnberger See vier Schafe getötet hat, melden sich nun die bayerischen Almbauern zu Wort. Ihrer Ansicht nach muss der Wolf raus aus dem Alpenraum. Naturschützer sehen das anders.

Von: Moritz Steinbacher

Stand: 21.04.2017

Ein Wolf (Canis lupus) läuft am 27.02.2017 im Wildpark in Poing (Bayern)  | Bild: picture-alliance/dpa/ Alexander Heinl

Jedes Jahr ohne Wolf sei ein gutes Jahr, sagt Georg Mair vom Almwirtschaftlichen Verein Oberbayern, dem Verband der Almbauern. Ein Miteinander von Wolf und Weidetieren sei im Alpenraum schlicht unmöglich. In den bayerischen Alpen müsse eine „wolfsfreie Zone“ geschaffen werden.

Naturschützer: Beratung der Almbauern statt Abschuss der Wölfe

Ganz anders urteilt der BUND Naturschutz Bayern. Eine wolfsfreie Zone würde bedeuten, dass jeder Wolf, der aus Italien über die Alpen komme, abgeschossen werden müsse, so Sprecherin Christine Margraf. Die Naturschützer wollen totgebissene Schafe und Rinder mit einem staatlichen Förderprogramm vermeiden. Dazu gehörten eine Beratung über Schutzmaßnahmen für einzelne betroffenen Bauern. Außerdem solle die Anschaffung von Herdenschutzhunden gefördert werden. Die bisherigen Programme reichten hierzu nicht aus.

DNA-Spuren führten zum Wolf

Am Donnerstag (20.04.) hatte das Landesamt für Umwelt bekannt gegeben, dass die in St. Heinrich am Starnberger See (Lkr. Bad-Tölz Wolfratshausen) Anfang April tot aufgefundenen Schafe von einem Wolf gerissen wurden. Das hatte eine Genanalyse der Speichelspuren ergeben. Die Untersuchung habe einen Wolf aus der Alpenpopulation bestätigt, teilte die Behörde mit. Derzeit laufende Analysen sollen weitere Erkenntnisse zu Geschlecht und Rudelzugehörigkeit liefern.

Tier stammt aus einem Rudel nahe Nizza

In Bayern selbst sind keine Wolfsrudel zuhause. Allerdings wandern immer wieder einzelne Tiere zu oder laufen auf ihren weiten Streifzügen durch die Region, wie das Amt erläuterte. „In Bayern ist 2006 bei Starnberg ein junger Rüde überfahren worden. Genetische Nachforschungen ergaben, dass dieses Tier aus einem Rudel nahe Nizza stammte.“

Seit der erneuten Anwesenheit von Wölfen in Deutschland habe es keinen Angriff auf Menschen durch Wölfe gegeben, so das Landesamt für Umwelt.

Wer einem Wolf begegnet, sollte folgende Regeln unbedingt beachten

• Haben Sie Respekt vor dem Tier.

• Laufen Sie nicht weg. Wenn Sie mehr Abstand möchten, ziehen Sie sich langsam zurück.

• Falls Sie einen Hund dabei haben, sollten Sie diesen in jedem Fall anleinen und nahe bei sich behalten.

• Wenn Ihnen der Wolf zu nahe erscheint, machen Sie auf sich aufmerksam. Sprechen Sie laut, gestikulieren Sie oder machen Sie sich anderweitig deutlich bemerkbar.

• Laufen Sie dem Wolf nicht hinterher.

• Füttern Sie niemals Wölfe – die Tiere lernen sonst sehr schnell, menschliche Anwesenheit mit Futter zu verbinden und suchen dann eventuell aktiv die Nähe von Menschen.

Quelle: Landratsamt Bad Tölz-Wolfratshausen


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