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Wilhelm-Hoegner-Preis Große Ehre für Münchner Flüchtlingshelfer

Der Wilhelm-Hoegner-Preis der BayernSPD-Landtagsfraktion geht in diesem Jahr an die Münchner Bürgerschaft. Mit dieser Auszeichnung wurde das Engagement vieler Münchnerinnen und Münchner in der Flüchtlingshilfe gewürdigt.

Stand: 28.02.2016

Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter hat von der Bundespolitik und den Landesregierungen einen klaren Plan für die nachhaltige Integration der Flüchtlinge in Deutschland gefordert. Bei der Verleihung des Wilhelm-Hoegner-Preises der bayerischen SPD-Landtagsfraktion an die Münchner Bürgerschaft sagte Reiter:

"Wir sind noch nicht am Limit, aber wir wollen wissen, wie es weitergeht."

Münchens OB Dieter Reiter

OB Dieter Reiter (2. v.l.) mit Florian Pronold, Aydan Özuguz, Natascha Kohnen und Markus Rinderspacher.

Reiter nahm den Hoegner-Preis stellvertretend für die Münchner Bevölkerung entgegen. Die Auszeichnung geht an alle Freiwilligen in der Landeshauptstadt, die während des großen Flüchtlingsandrangs im Spätsommer 2015 angepackt haben.

Deutschland als gutes Beispiel

Die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Aydan Özuguz.

In ihrer Laudation betonte die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Aydan Özuguz, München habe dazu beigetragen, dass die ganze Welt Deutschland als gutes Beispiel wahrgenommen habe. In der Rückschau würden diese Bilder im Gedächtnis bleiben. Freiwilliges Engagement müsse nun aber in Strukturen eingebunden werden, was auch bereits geschehe. Besonders hob Özoguz die Münchner "Schlauschule" hervor, die mit ihrem Konzept vorbildliche, ganzheitliche Integrationsarbeit leiste.

Der Vorsitzende der Bayern SPD-Landtagsfraktion, Markus Rinderspacher, sprach sich in seiner Rede gegen eine Politik der Abschottung in Europa und für das von Vizekanzler Sigmar Gabriel geforderte Sozialpaket in Deutschland aus.

Pronold: Syrer nicht gegen Bayern ausspielen!

Florian Pronold am Rednerpult.

Der Vorsitzende der BayernSPD Florian Pronold kritisierte scharf die Wohnungsbaupolitik der Bayerischen Staaatsregierung. Es dürfe nicht sein, dass eine syrische Familie gegen eine alleinerziehende Mutter ausgespielt werde, so Pronold.

Der nach dem bislang einzigen bayerischen Ministerpräsidenten der SPD benannte Wilhelm-Hoegner-Preis wird seit 1987 jährlich für besondere Verdienste um Freiheits- und Persönlichkeitsrechte verliehen. Der Wilhelm-Högner-Preis ist die höchste Auszeichnung, die die SPD-Landtagsfraktion zu vergeben hat. Die diesjährige Preisverleihung im Landtag sollte eine Ermutigung sein, den Einsatz im Zeichen der Mitmenschlichkeit fortzusetzen.

"Im Sommer 2015 gingen die Bilder vom Münchner Hauptbahnhof um die Welt: Herzliche Hilfe und spontane Unterstützung für Flüchtlinge, Pragmatismus und professionelle Organisation haben München leuchten lassen. Netzwerke, die haupt- und ehrenamtlich Hilfe kanalisieren, haben sich gebildet oder bewährt. Nach wie vor ist das Engagement in München immens."

Mitteilung der SPD

Der SPD zufolge lebt Oberbürgermeister Dieter Reiter als Stadtoberhaupt vor, was es heißt, mitmenschlich und zupackend zu handeln. Im Namen der Münchner Bevölkerung nahm er den Preis entgegen. Es waren aber auch Vertreter aus der Münchner Flüchtlingshilfe mit dabei, etwa der Chef der Inneren Mission München und Flüchtlingshelfer.

SPD-Ministerpräsident Wilhelm Hoegner

Wilhelm Hoegner gehörte zu jenen Sozialdemokraten, die Hitlers Ermächtigungsgesetz ablehnten. Laut Fraktionschef Markus Rinderspacher (SPD) brachte er aus dem Schweizer Exil später den Entwurf für eine widerstandsfähige neue Verfassung mit.

Dazu gehörte das Bewusstsein, dass der energische Einsatz für die demokratischen Grundrechte, für Gerechtigkeit, Toleranz und Achtung der Menschenrechte die innere Stärke einer freien Gesellschaft ausmachten. Die Auszeichnung wurde 1987 aus Anlass des 100. Geburtstags von Hoegner (1887 bis 1980) ins Leben gerufen.


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